In Deutschland wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht: Das Erasmus+-Programm hat seit seiner Einführung im Jahr 1987 eine Million Studierende gefördert. Anlässlich dieses Erfolgs hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) die Aktion „One in One Million“ ins Leben gerufen, um die Vielfalt und die Erfahrungen der geförderten Studierenden zu würdigen. Diese Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bedeutung internationaler Mobilität für Studierende mehr denn je betont wird.

Ein leuchtendes Beispiel für die positiven Effekte des Programms ist die Bielefelder Lehramtsstudentin Laura Terjung. Sie hat im Jahr 2025 ihren ersten Auslandsaufenthalt in Graz, Österreich, begonnen, wo sie im Rahmen von Erasmus+ Grundschullehramt mit Integrierter Sonderpädagogik und Sport studiert. Das Abenteuer begann zwar mit einem Gefühl der Einsamkeit, doch durch die Teilnahme an Sportkursen und Campusevents fand sie schnell neue Kontakte und Freundschaften.

Einblick in die Erasmus+-Erfahrung

Besonders bereichernd für Laura war eine Lehrveranstaltung, in der sie die Methode der Aktiven Bewegungspause entdeckte. Diese sieht sie als wertvolle Ergänzung für ihren zukünftigen Unterricht. Auch die zahlreichen Gespräche mit Kommiliton*innen und Dozierenden haben ihre Perspektive geprägt. Eine besonders aufregende Erinnerung ist eine Wanderexkursion, auf der sie sich von einer Felskante abseilte – eine Erfahrung, die sie nicht so schnell vergessen wird.

Die Gelassenheit der Menschen in Österreich und die Unkompliziertheit gemeinsamer Aktivitäten haben Laura ebenfalls inspiriert. Sie hat gelernt, offener auf neue Menschen zuzugehen und spontane Begegnungen zu schätzen. Für ihre Erfolge im Ausland erhielt sie sogar eine besondere Aufmerksamkeit in Form einer Erasmus+-Tasche vom DAAD. Jährlich gehen rund 360 Studierende der Universität Bielefeld über das Erasmus+-Programm ins Ausland, was zeigt, wie hoch die Nachfrage nach internationalen Erfahrungen ist.

Herausforderungen für Studierende

Trotz der vielen positiven Aspekte stehen viele Studierende in Deutschland vor Herausforderungen bei der Planung eines Auslandsaufenthalts. Die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerks verdeutlicht, dass 2016 über 51% der Studierenden den Wegfall ihres Einkommens durch Jobs als Hürde für ihre Auslandsmobilität sahen. Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Studierenden war dabei auf ihren eigenen Verdienst angewiesen.

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Besonders der Zugang zum Erasmus+-Programm kann für Studierende aus sozial schwächeren Verhältnissen schwierig sein. Ungleichheiten in der Erwerbstätigkeit sind innerhalb verschiedener Studierendengruppen festzustellen. So sind Erstakademikerinnen und Erstakademiker sowie Studierende aus akademischen Elternhäusern häufig erwerbstätiger und weniger von finanziellen Sorgen betroffen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wird ab 2026 eine Zusatzförderung für erwerbstätige Studierende optional angeboten. Hochschulen können hiermit entscheiden, ob sie einen Aufstockungsbetrag gewähren, um so mehr Studierenden die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts zu eröffnen.

Ein europäischer Bildungsraum

Das Erasmus+-Programm fördert nicht nur die Mobilität von Studierenden, sondern unterstützt auch eine Vielzahl weiterer Initiativen zur Stärkung des europäischen Bildungsraums. Die Aktion umfasst physische und gemischte Mobilität von Studierenden sowie die Weiterbildung von Hochschullehrkräften und Verwaltungspersonal. Durch diverse Programme werden Studierende ermutigt, verschiedene Perspektiven und Arbeitspraktiken kennen zu lernen, wodurch sie wertvolle Querschnittskompetenzen entwickeln können.

Insgesamt zeigt sich, dass Erasmus+ nicht nur eine Plattform für persönliche und akademische Entwicklung ist, sondern auch eine wichtige Rolle in der Schaffung eines inklusiven und verbundenen europäischen Bildungsraums spielt. In diesem Kontext ist es besonders erfreulich, dass die Universität Bielefeld seit 1987 etwa 6.500 Studierende gefördert hat, wobei die beliebtesten Zielorte Spanien, Schweden und Italien sind.

Die Erfolge und Herausforderungen von Programmen wie Erasmus+ sind entscheidend, um die Mobilität und den interkulturellen Austausch unter Studierenden in Europa zu fördern. Die Initiative „One in One Million“ könnte hierbei eine wertvolle Unterstützung leisten.