Die Universität Bonn setzt mit den Annemarie-Schimmel-Lectures im Juni 2026 erneut einen bedeutenden Akzent im interreligiösen Dialog und der Komparativen Theologie. Uni Bonn berichtet, dass diese Vorlesungsreihe seit 2023 jährlich im Juni stattfindet und darauf abzielt, religionsbezogene Forschung sowie den Austausch zwischen verschiedenen Glaubenskulturen zu fördern.
In diesem Jahr wird die Rednerin Jerusha T. Rhodes, Associate Professor of Islamic Studies am Union Theological Seminary in New York, die Vorträge halten. Rhodes ist bekannt für ihren Ansatz, der die Komparative Theologie aus einer feministischen Perspektive beleuchtet. In ihrer ersten Buchveröffentlichung untersucht sie den koranischen Diskurs über religiöse Andersheit und hinterfragt dabei die Vorstellung klarer und statischer religiöser Grenzen im Koran.
Termine der Vorlesungsreihe
Die Annemarie-Schimmel-Lectures 2026 sind an drei Abendterminen geplant:
- 8. Juni 2026: „Outsiders within” in Solidarity: The Method of Comparative Feminist Theology (Gangolfsaal am Bonner Münster, Einlass ab 16.30 Uhr, Klaviermusik von Daniel J. Tilch).
- 9. Juni 2026: „Mary and Muhammad: Feminist Exemplars?“ (Hörsaal XVI, Universität Bonn, Am Hof 1, 2. OG).
- 10. Juni 2026: „Theological Anthropology in the Khalq (Creation): Expanding Anthropocentric Foundations“ (Hörsaal XVI, Universität Bonn, Am Hof 1, 2. OG).
Die Vorträge sind eine Fortsetzung der ersten Annemarie-Schimmel-Lecture vom 12. Juni 2023, die von dem Philosophieprofessor und jordanischen Prinzen Ghazi bin Muhammad geleitet wurde. Komparative Theologie Insights beschreibt das Thema der ersten Veranstaltung, das zentrale Fragen zu Liebe, Schönheit und interreligiösem Dialog beleuchtete. Prinz Ghazi stellte die zentrale Rolle der Liebe im Koran und im christlich-muslimischen Dialog heraus, was die Veranstaltung als offizielle Eröffnung einer neuen Kooperation im Bereich der Komparativen Theologie markieren sollte.
Ein entscheidender Aspekt der Annemarie-Schimmel-Lectures ist die Förderung einer Kooperationsplattform für Komparative Theologie, die in den kommenden vier Jahren mit rund zwei Millionen Euro vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen unterstützt wird. Paderborn berichtet über die Relevanz dieser Initiative, die das Bestreben der Universität Bonn, interdisziplinäre Forschungsprojekte zu bündeln, unterstreicht.
Annette Schimmel und ihr Erbe
Die Annemarie-Schimmel-Lectures sind nach einer der renommiertesten Islamwissenschaftlerinnen des 20. Jahrhunderts benannt. Annemarie Schimmel, die von 1922 bis 2003 lebte, war eine bedeutende Brückenbauerin zwischen dem Westen und dem Osten sowie zwischen Islam und Christentum. Sie war über viele Jahre Professorin an der Harvard-Universität und hinterlässt ein unvergängliches Erbe in der theologischen Landschaft.
In der heutigen Zeit, in der der interreligiöse Dialog von größter Bedeutung ist, setzen die Annemarie-Schimmel-Lectures ein Zeichen der Hoffnung und des Austauschs. Die Universität Bonn und ihre Partner laden alle Interessierten ein, an dieser bereichernden Veranstaltungsreihe teilzunehmen.