Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache und machen in Deutschland sogar etwa 40 Prozent aller Sterbefälle aus. Diese Erkrankungen bringen nicht nur erhebliche individuelle Krankheitsfolgen mit sich, sondern verursachen auch hohe gesellschaftliche Kosten. Besonders relevant sind hierbei die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall, die auf einen Lebensstil mit beeinflussbaren Risikofaktoren wie Adipositas, Rauchen und ungesunde Ernährung zurückzuführen sind. Umso wichtiger ist es, neue Wege in der Forschung zu finden, um diese Herausforderungen zu bewältigen, wie das DFG-Forschungsprojekt, das an der Universität Bonn ins Leben gerufen wurde.

Dieses innovative Projekt untersucht die Regenerationsfähigkeit des Herzens, die bei Erwachsenen stark eingeschränkt ist. Im Gegensatz dazu können neugeborene Herzen beschädigtes Gewebe regenerieren und sich an verschiedene Herzbelastungen anpassen. Unter der Leitung von Dr. Mona Malek Mohammadi erforschen die Wissenschaftler die molekularen und zellulären Mechanismen, die dafür zuständig sind. Zentrale Fragen sind, wie Fibroblasten und Kardiomyozyten miteinander kommunizieren und dadurch die Herzreparatur nach Verletzungen fördern können. Diese wertvolle Forschung nutzt hochmoderne Methoden wie neugeborene Mausmodelle, Echokardiographie und Einzelzell-Transkriptomik, um Signalwege zu identifizieren, die im erwachsenen Herzen reaktiviert werden könnten (Universität Bonn).

Forschungsschwerpunkte zur Herzregeneration

Der aktuelle Fokus liegt nicht nur auf der Regeneration des Herzens, sondern umfasst auch die Aktivierung körpereigener Regenerationsmechanismen und die Anwendung biotechnologisch erzeugten Gewebes. Diese Strategien zielen darauf ab, verlorene Herzfunktion wiederherzustellen. In diesem Zusammenhang ist das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) aktiv, das für den Zeitraum 2026-2030 eine Forschungsstrategie entwickelt hat. Sechs Schwerpunktbereiche wurden definiert, um zentrale Herausforderungen der Herz-Kreislauf-Medizin anzugehen, darunter auch die Regeneration des Herzens (DZHK).

Das Projekt zielt nicht nur auf grundlegende Forschung ab, sondern möchte auch einen direkten Übergang in klinische Anwendungen ermöglichen. Der Gedanke dahinter: Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung sollen Zeitnah Patienten zugutekommen. Zum Beispiel heißt es, dass die Forschung zur Präzisionsmedizin bei Kardiomyopathien genetische und molekulare Ursachen untersucht, um passgenauere Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die jüngste Entdeckung, dass Drucküberlastung in einer der Hauptkammern des Herzens regenerative Mechanismen in beiden Ventrikeln aktiviert. Diese Reaktion umfasst die Vermehrung von Kardiomyozyten und die Bildung neuer Blutgefäße. Doch wo genau der Beitrag der Fibroblasten in diesem Prozess liegt, bleibt spannend und ist ebenfalls Teil der laufenden Untersuchungen. Die Erkenntnisse aus Bonn könnten also der Schlüssel sein, um die begrenzte Regenerationsfähigkeit des erwachsenen Herzens neu zu denken und vielleicht sogar zu verbessern.

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