Heute, am 4. November 2026, war die Universität Bremen auch Thema im „buten un binnen | regionalmagazin“. Die Sendung wurde an diesem Tag ausgestrahlt und ist bis zum 4. Dezember 2026 verfügbar. Moderator war Felix Krömer.

Bei den Halbzeitwahlen in den USA schnitten die Republikaner schlecht ab. Zwei US-Amerikaner von der Universität in Vegesack äußerten sich erfreut über das Ergebnis. Ein kurzer Moment politischer Freude, während andernorts eher verdorbene Ware und juristischer Streit für Schlagzeilen sorgten.

Hacker manipulieren Kühlhäuser in Lilienthal

In einem Supermarkt in Lilienthal soll die Fernsteuerung der Kühlhäuser durch Hacker manipuliert worden sein. Die Folgen waren nicht bloß ein warmer Joghurt oder ein schlecht gelauntes Kühlregal: Lebensmittel im Wert von mindestens 63.000 Euro verdarben.

Wie verletzlich solche Anlagen sein können, zeigte sich kurz zuvor auch in Belgien. Dort traf ein Cyberangriff die Kühlsysteme mehrerer Dutzend Supermärkte. Waren im Wert von rund 100.000 Euro mussten entsorgt werden. Betroffen waren etwa 40 Delhaize-Supermärkte, mindestens 15 Carrefour-Filialen, fünf Spar-Läden sowie die Metzgereigruppe De Laet en Van Haver. Mehrere Filialen der schwedischen Kette ICA meldeten ebenfalls Probleme.

Laut belgischen Medien stiegen die Temperaturen in den Kühlgeräten auf bis zu 70 °C. Delhaize bestätigte einen IT-Vorfall, der die Kühlsysteme mehrerer Dutzend Filialen betraf. Bereits am 12. Oktober hatte es einen ähnlichen Vorfall in Hunderten französischer Supermärkte gegeben.

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Wenn der Kühlraum online hängt

Große Supermärkte steuern ihre Kühlsysteme über zentrale Steuergeräte. Diese regeln Temperaturen, Abtauzyklen und Alarme für Kühltheken und Tiefkühlanlagen. Häufig sind die Geräte mit dem Internet verbunden, damit Kühlanlagenfirmen Störungen aus der Ferne erkennen und Einstellungen ändern können.

Das spart im Normalbetrieb Wege: Laut Danfoss reduziert Fernwartung Technikerbesuche normalerweise um 15 bis 30 Prozent. Die Systeme erstellen außerdem automatisch Temperaturprotokolle, die für Lebensmittelvorschriften erforderlich sind. Mitarbeitende müssen die Kühltheken dadurch nicht mehr bis zu viermal täglich von Hand kontrollieren.

Der bequeme Zugang hat allerdings eine offene Flanke. Herstelleranleitungen beschreiben, wie Systeme extern erreichbar gemacht werden können – etwa indem Internetverkehr am Geschäftsrouter an die Kühlsteuerung weitergeleitet wird. Laut der Cybersicherheitsfirma Forescout sind Zuständigkeiten dabei oft zwischen Dienstleistern, Filialen und IT-Abteilungen aufgeteilt. Wer am Ende den vollständigen Überblick über freigeschaltete Dienste hat, ist dann mitunter nicht ganz klar.

Hinzu kommen veraltete Geräte. Ein Danfoss-Controller wird beispielsweise seit Mai 2021 nicht mehr unterstützt und erhält keine Sicherheitsupdates. Forescout identifizierte über die Suchmaschine Shodan 12.976 öffentlich erreichbare Kühlmanagement-Dienste auf 6.017 Internetadressen in 99 Staaten und Gebieten. Die meisten Systeme gehörten zu Copeland und Dixell XWEB, mit 7.075 Einträgen, sowie zu Danfoss StoreView, mit 4.697 Einträgen.

Bei Danfoss-Systemen liefen 80 Prozent mit einer Firmware, die älter war als eine Version zur Behebung bekannter Sicherheitslücken. Die Zahlen beziehen sich auf frei im Internet erreichbare Systeme, nicht auf nachweislich gehackte Geräte. Eingesetzt wird die Technik nicht nur in Supermärkten, sondern auch in der Lebensmittelverarbeitung, in Weingütern, Obstlagern, auf Bauernhöfen und in Krankenhaus-Kühlanlagen.

Besonders ausgeklügelt muss ein Angriff laut Forescout nicht sein. Nach dem Eindringen können Angreifer vorhandene Funktionen nutzen, Temperaturen verändern, Abtauvorgänge auslösen oder Alarme abschalten. Solche Änderungen können wie ganz normale Bedienvorgänge aussehen – und genau das macht die Sache unangenehm unauffällig.

Streit um Plakate an der Universität Bremen

An der Universität Bremen ging es unterdessen um politische Plakate. Der Allgemeine Studierendenausschuss, kurz AStA, muss Plakate mit dem Begriff „Intifada“ unverzüglich abnehmen. Das Bremer Verwaltungsgericht hatte die Verwendung des Begriffs untersagt.

Die Empfehlung von Forescout für Kühlsysteme klingt derweil ziemlich handfest: Anlagen sollen aus dem offenen Internet entfernt werden, Fernzugriffe nur über sichere Zugangswerkzeuge laufen. Nicht mehr unterstützte Geräte sollten ersetzt, gemeinsame Dienstleister-Passwörter abgeschafft und individuelle Konten mit Mehrfaktor-Authentifizierung eingerichtet werden. Änderungen an sensiblen Daten sollen vollständig protokolliert werden.

Die Meldungen liefen in der Ausgabe von „buten un binnen | regionalmagazin“ vom 4. November 2026 zusammen – zwischen US-Wahl, Universität, Gericht und Kühltechnik. Abrufbar bleibt die Sendung bis zum 4. Dezember 2026.

Quelle: buten un binnen
Quelle: Euronews