Universität Bremen ohne Exzellenz-Titel: „buten un binnen“ beleuchtet Folgen und politische Unruhe
Heute, am 12. Oktober 2026, richtet sich der Blick in Bremen auch auf die Universität: Die Sendung „buten un binnen | regionalmagazin“ berichtet über die Folgen der fehlenden Auszeichnung bei der Vergabe der Exzellenz-Titel. Für die Universität Bremen geht es dabei nicht bloß um ein Etikett, sondern um Außenwirkung, Forschungsprofil und die Frage, wie es nun weitergeht.
Moderiert von Kirsten Rademacher greift die am 12. Oktober 2026 ausgestrahlte Sendung außerdem die politische Unruhe nach dem Rücktritt Bärbel Bas’ als Bundesministerin für Arbeit und Soziales sowie als SPD-Vorsitzende auf. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Folgen ihr Ausscheiden für die Partei und die Berliner Regierungskoalition hat. Die Sendung ist bis zum 11. November 2026 verfügbar.
Unruhe in SPD und Bundesregierung
Am 12. Oktober 2026 kündigte Bas an, Bundeskanzler Friedrich Merz um ihre Entlassung als Arbeits- und Sozialministerin zu bitten und mit sofortiger Wirkung als Parteivorsitzende zurückzutreten. Als Gründe nannte sie den Tod ihrer Stieftochter und Angriffe auf ihre Person. Ihr Bundestagsmandat wollte sie behalten.
Bas’ politischer Weg war lang. Von 1994 bis 2002 gehörte sie dem Rat der Stadt Duisburg an. Bei den Bundestagswahlen gewann sie den Wahlkreis Duisburg I für die SPD jeweils direkt: 2009 mit 42,2 Prozent der Erststimmen, 2013 mit 46,6 Prozent, 2017 mit 38,3 Prozent, 2021 mit 40,3 Prozent und 2025 mit 39,0 Prozent.
Im 17. Deutschen Bundestag war sie ordentliches Mitglied im Gesundheitsausschuss. Seit dem 18. Bundestag gehörte sie dem Ausschuss als stellvertretendes Mitglied an. Im 18. Bundestag saß sie außerdem ordentlich im Ältestenrat und war stellvertretendes Mitglied im Gemeinsamen Ausschuss von Bundesrat und Bundestag.
Von Dezember 2013 bis September 2019 war Bas Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion. Am 24. September 2019 wurde sie zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden für Gesundheit, Petitionen, Bildung und Forschung gewählt. Im 19. Bundestag war sie unter anderem ordentliches Mitglied im Gemeinsamen Ausschuss des Bundestags sowie stellvertretendes Mitglied im Bildungs- und Forschungsausschuss, im Petitionsausschuss und im Gesundheitsausschuss. Außerdem gehörte sie der Enquete-Kommission Berufliche Bildung an.
Bereits am 21. Januar 2010 war Bas erstmals in den Stiftungsrat der Bundesstiftung „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Personen“ gewählt worden; dort blieb sie bis 2022. Seit März 2021 war sie ordentliches Mitglied im Vermittlungsausschuss. Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion wurde sie dem linken Flügel, der Parlamentarischen Linken, zugerechnet.
Vom Bundestagspräsidium ins Arbeitsministerium
Nach der Bundestagswahl 2021 nominierte die SPD-Fraktion Bas als Präsidentin des 20. Deutschen Bundestags. Am 26. Oktober 2021 wurde sie mit 576 von 724 abgegebenen Stimmen gewählt. Sie folgte Wolfgang Schäuble (CDU) nach.
In diesem Amt kritisierte Bas wiederholt das Antwortverhalten der Bundesregierung gegenüber dem Bundestag. Auch Gesetzesentwürfe, die ihrer Darstellung nach ohne ausreichende Beratungszeit eingebracht wurden, nahm sie aufs Korn. Ihre Linie: Die Kontrollrechte des Bundestags sollten nicht unter die Räder kommen. Bis zum Ende der Wahlperiode blieb sie im Amt; am 25. März 2025 wurde Julia Klöckner (CDU) zu ihrer Nachfolgerin gewählt.
Am 6. Mai 2025 ernannte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bas zur Bundesministerin für Arbeit und Soziales im Kabinett Merz. Laut Artikel war sie damit die erste Person, die nach dem Amt der Bundestagspräsidentin Bundesministerin wurde. Anfang Mai 2025 schlug sie vor, auch Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Im November 2025 erklärte sie auf dem Deutschen Arbeitgebertag, das geplante Rentenpaket werde die Beitragszahler nicht belasten. Das Paket sah eine Stärkung der gesetzlichen Rente vor.
Wenige Tage später sagte Bas auf einem Jusos-Kongress, die gesellschaftliche Trennlinie verlaufe nicht zwischen Jung und Alt, sondern zwischen Arm und Reich sowie zwischen Menschen mit und ohne Sicherheitsbedarf. Industrieverbände, Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sowie Vertreter von CDU und CSU kritisierten die Äußerungen. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete sie als „inakzeptabel“. Jusos und die Parlamentarische Linke verteidigten Bas.
Nach Berichten über Ausbeutung, erzwungene Schwarzarbeit und Gewalt in der Essenslieferbranche forderte Bas eine stärkere Regulierung und ein Verbot des Einsatzes von Subunternehmen. Im Zusammenhang mit der geplanten Gesundheitsreform im April 2026 erklärte sie, sie werde Maßnahmen blockieren, die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern abbauten.
Im Mai 2026 wurde ihre Aussage kritisiert, niemand wandere in die deutschen Sozialsysteme ein. Damit widersprach sie laut Artikel auch einer Passage des Koalitionsvertrags von 2025. Nun steht die SPD vor einer neuen Unruhephase, während zugleich die Bundesregierung mit dem Ausscheiden ihrer Arbeits- und Sozialministerin umgehen muss.
Busfall sorgt erneut für Aufmerksamkeit
In Bremen geht es in der Sendung noch um einen zweiten Vorgang, der schon einmal für Aufsehen gesorgt hatte: Ein damals 15-Jähriger gab sich im August 2024 als Busfahrer aus und fuhr mit einem Linienbus. Der inzwischen 18-Jährige soll erneut einen Bus in Bremen gekapert haben.
Viele Fragen bleiben dabei im Raum stehen: Wie konnte es erneut dazu kommen, und welche Konsequenzen folgen? „buten un binnen“ nimmt den Fall neben den politischen Entwicklungen und der Lage an der Universität Bremen auf – drei Themen, die kaum unterschiedlicher sein könnten und an diesem Abend doch nebeneinanderstehen.
Die Universität Bremen erhielt bei der Vergabe der Exzellenz-Titel keine Auszeichnung. Für den Wissenschaftsstandort bedeutet das eine empfindliche Nachricht, gerade weil solche Titel Sichtbarkeit schaffen und die Einwerbung von Forschungsgeld beeinflussen können. Im Mittelpunkt der Sendung stehen deshalb auch die Auswirkungen auf die Universität Bremen.
Wer die Ausgabe sehen möchte, findet sie bei buten un binnen. Ausgestrahlt wurde das „buten un binnen | regionalmagazin“ am 12. Oktober 2026, verfügbar bleibt es bis zum 11. November 2026.
