Çukurova-Universität vernetzt International Offices für neue Erasmus+-Projekte
Die Çukurova-Universität in Adana, Türkei, lädt im November zu ihrer 13. Internationalen Staff Week ein. Angesprochen sind Mitarbeiter:innen von International Offices an Universitäten weltweit. Wer dabei sein möchte, muss sich bis zum 30. Oktober anmelden. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung stehen auf der Seite der Universität Duisburg-Essen.
Geplant ist keine Konferenz, bei der man bloß Folien anschaut und höflich nickt. Die Woche soll praktisch werden: Die Teilnehmenden wählen eine von vier Arbeitsgruppen, bringen Beispiele aus ihren eigenen Einrichtungen mit und tauschen bewährte Verfahren sowie innovative Ansätze aus. Dazu kommen institutionelle Kurzpräsentationen aller beteiligten Universitäten, Besuche von Fakultäten und Abteilungen, eine Einführung in das International Office der Çukurova-Universität und eine Campus-Führung.
Vier Arbeitsgruppen, viele Baustellen
In der Arbeitsgruppe „Incoming Student Journey“ geht es um die Erfahrungen internationaler Studierender – von der Bewerbung bis zur Abreise. Orientierung, Buddy-Systeme, Inklusion, Wohlbefinden und Feedbackmechanismen gehören ausdrücklich dazu. Wer schon einmal versucht hat, sich durch die ersten Tage an einer fremden Hochschule zu sortieren, weiß: Ein verständlicher Lageplan und ein erreichbarer Mensch können manchmal mehr bewirken als zehn PDF-Dateien.
Die Gruppe zum Partnerschaftsmanagement nimmt bilaterale Vereinbarungen unter die Lupe, will eingeschlafene Kooperationen wiederbeleben und neue Partnerschaften anbahnen. Auch Hochschulallianzen stehen auf dem Plan. Bei Praktika und Doktorandenmobilität geht es um Kooperationsmodelle und um die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Der vierte Schwerpunkt heißt „Von der Partnerschaft zum Projekt“. Aus bestehenden Kontakten sollen gemeinsame Projektideen entstehen – einschließlich Erasmus+-Möglichkeiten und Blended-Intensive-Programmen. Das klingt nach viel Arbeit, kann aber genau der Moment sein, in dem aus einem freundlichen Austausch eine konkrete Zusammenarbeit wird.
Zum Rahmenprogramm gehören ein eintägiger Ausflug nach Gaziantep, der UNESCO-Stadt der Gastronomie, und eine Stadtführung durch Adana. Dazu kommen die Besichtigungen auf dem Campus und in den Fakultäten. Essen, Universität, neue Kontakte – die Mischung ist jedenfalls nicht ohne.
Einordnung: Staff Week, Internationalisierung und Erasmus+
Eine frühere Ausschreibung beschreibt außerdem eine neunte Internationale Staff Week der Çukurova-Universität vom 9. bis 13. Dezember 2024. Ihr Thema lautete „Globale Perspektiven auf Internationalisierung: von europäischen und außereuropäischen Partnern“. Eingeladen waren Mitarbeitende internationaler Büros, kurz IRO, von Partner- und Nicht-Partneruniversitäten weltweit, ebenso Beschäftigte auf zentraler Ebene sowie auf Fakultäts- und Fachbereichsebene und Personen mit Aufgaben in der Internationalisierung.
Das fünftägige Programm umfasste Präsentationen, Diskussionen und den Austausch bewährter Verfahren. Auf der Themenliste standen europäische Hochschulallianzen und gute Praxis, Praktikumsmobilität mit ihren Herausforderungen und Chancen, Blended Mobility und Blended Intensive Programmes, Kurzzeitprogramme sowie Sommer- und Winterschulen. Außerdem ging es um Projekte strategischer Partnerschaften, Hochschulrankings und Qualitätssicherung, Double-Degree-Programme, die Zusammenarbeit mit außereuropäischen Ländern – insbesondere KA171-Projekte –, die Digitalisierung von Mobilitätsprogrammen und -verfahren sowie die Wirkung und Verbreitung von Projektergebnissen.
Die Themen wurden während der Bewerbungsphase ausgewählt; anschließend wurde daraus das detaillierte Programm erstellt. Die Staff Week bot Möglichkeiten zur Vernetzung und zur Anbahnung künftiger institutioneller Kooperationen. Zum Sozialprogramm gehörten Aktivitäten zur türkischen Kultur und Küche sowie ein Ausflug in die Region Kappadokien. Die Unterkunft mussten die Teilnehmenden selbst organisieren und buchen. Nach der Teilnahmebestätigung sollte eine Liste empfohlener Hotels bereitgestellt werden. Die Internationale Abteilung übernahm Organisation und Kosten der Vereinbarungen rund um den Kappadokien-Ausflug.
Die Teilnahme an dieser früheren Veranstaltung war kostenlos, die Gruppengröße auf maximal 25 Personen begrenzt, pro Institution durften höchstens zwei Personen teilnehmen. Die Anmeldung lief über einen Google-Forms-Link; Anmeldeschluss war der 1. November 2024. Interessierte sollten sich bei ihrem International-Relations- beziehungsweise Erasmus-Büro über eine mögliche Erasmus-STT-Förderung informieren.
Was Erasmus+ daraus machen kann
Der Erasmus+-Leitfaden zur Mobilitätsaktion im Hochschulbereich zeigt, in welchem größeren Rahmen solche Treffen stehen. Gefördert werden physische und gemischte Mobilitäten von Studierenden aller Studienfächer und Studienzyklen – von Kurzstudiengängen über Bachelor und Master bis zur Promotion. Studierende können an einer Partnerhochschule studieren, ein Praktikum in Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Laboren, Organisationen oder anderen geeigneten Einrichtungen absolvieren oder Studium und Praktikum kombinieren. Längere physische Mobilität wird empfohlen; flexible Zeiträume sollen den Zugang für Studierende mit unterschiedlichen Voraussetzungen erleichtern.
Auch Hochschullehrkräfte und Verwaltungspersonal können sich im Ausland fortbilden. Personal aus Unternehmen und anderen Einrichtungen kann an Hochschulen lehren oder Studierende und Beschäftigte ausbilden. Förderfähige Aktivitäten sind Lehre, Schulungen, Job Shadowing und Hospitationen. Gemischte Intensivprogramme verbinden kurze physische Mobilität mit verpflichtender virtueller Zusammenarbeit.
Die Ziele reichen weit: Erasmus+ soll zu einem europäischen Bildungsraum mit globaler Reichweite beitragen, Bildung und Forschung enger verbinden und Beschäftigungsfähigkeit, soziale Inklusion, bürgerschaftliches Engagement, Innovation und ökologische Nachhaltigkeit fördern. Studierende sollen andere Sichtweisen, Kenntnisse, Lehr- und Forschungsmethoden sowie Arbeitspraktiken kennenlernen. Dabei können sie Kommunikations-, Sprach-, Forschungs-, interkulturelle, Problemlösungs- und kritische Denkfähigkeiten entwickeln, digitale und grüne Kompetenzen erwerben und mehr Anpassungsfähigkeit und Selbstvertrauen gewinnen.
Für Personal bedeutet Mobilität, Fachwissen weiterzugeben, neue Lehrumgebungen kennenzulernen, innovative pädagogische, lehrplanbezogene und digitale Fähigkeiten auszubauen, internationale Fachkontakte zu knüpfen, gute Verfahren zu teilen und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen zu verbessern. Im besten Fall kommen Studierende dadurch auch besser auf die Arbeitswelt vorbereitet zurück. Erasmus+ unterstützt zudem transnationale und interdisziplinäre Lehrpläne sowie Methoden wie Online-Zusammenarbeit, forschungsbasiertes und herausforderungsorientiertes Lernen.
Antragstellende Organisationen müssen in einem EU-Mitgliedstaat oder einem mit Erasmus+ assoziierten Drittland ansässig sein und über eine entsprechende Hochschulakkreditierung verfügen. Möglich ist ein Antrag als einzelne Hochschule mit Erasmus-Charta für die Hochschulbildung, kurz ECHE, oder im Namen eines Mobilitätskonsortiums mit Erasmus-Akkreditierung für Mobilitätskonsortien. Studierende und Hochschulpersonal beantragen die Förderung nicht direkt; ihre Hochschule legt Auswahl und Teilnahmebedingungen fest.
Hochschulen aus EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Drittländern müssen vor der Antragstellung eine ECHE besitzen. Sie verpflichtet unter anderem zur Unterstützung der Teilnehmenden einschließlich sprachlicher Vorbereitung, zu fairen, transparenten und dokumentierten Auswahlverfahren, einer fairen Vergabe von Mobilitätsstipendien und transparenten Beschwerdeverfahren. Incoming-Studierende sollen gebührenfrei Zugang zu Studium, Einschreibung, Prüfungen, Laboren und Bibliotheken erhalten; Lernergebnisse müssen vollständig und automatisch anerkannt werden. Für Sprachkenntnisse kann der Erasmus+-Online-Sprachunterstützungsdienst OLS genutzt werden.
Hochschulen aus nicht assoziierten Drittländern können die ECHE nicht unterzeichnen. Ihre interinstitutionellen Vereinbarungen müssen die Grundsätze der Charta aber umsetzen. Ein Mobilitätskonsortium besteht aus mindestens drei förderfähigen Organisationen, darunter mindestens zwei Hochschulen. Beteiligen können sich Hochschulen mit gültiger ECHE sowie öffentliche oder private Organisationen aus Arbeitsmarkt, Bildung, Forschung oder Jugend. Alle Mitglieder müssen im selben EU-Mitgliedstaat oder assoziierten Drittland ansässig sein.
Der Koordinator beantragt Akkreditierung und Finanzhilfe im Namen des Konsortiums. Die Akkreditierung gilt grundsätzlich für den gesamten Programmplanungszeitraum; bei wesentlichen Änderungen der Zusammensetzung ist ein neuer Antrag nötig. Eingereicht wird bei der nationalen Agentur im Land des Koordinators. Für Projekte ab 1. Juni gilt als Frist der 19. Februar, 12:00 Uhr Brüsseler Zeit. Ein Konsortium braucht mindestens 60 von 100 Punkten und mindestens 50 Prozent in jeder Bewertungskategorie. Bewertet werden Relevanz des Konsortiums mit maximal 30 Punkten, Zusammensetzung und Kooperationsvereinbarungen mit maximal
