Petra Günther verabschiedet sich nach 26 Jahren als Leiterin des UDE-International Office
Nach 26 Jahren im Auslandsamt der Universität Duisburg-Essen (UDE) endet für Petra Günther Ende Oktober 2026 ein prägender Abschnitt ihres Berufslebens. Die 66-Jährige beendet ihre Tätigkeit an der UDE und geht in den Ruhestand. Heute, am 30.10.2026, verabschiedet sich die Universität von ihrer langjährigen Leiterin des International Office.
Begonnen hatte Günther im Jahr 2000 mit einer unbefristeten Vollzeitstelle in der UDE-Verwaltung. Zuvor war sie neun Jahre im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der früheren Universität Essen tätig. Danach übernahm sie die Leitung des International Office – damals noch mit zwei Mitarbeitenden, zuletzt mit einem 20-köpfigen Team.
Vom Partnerschaftsaufbau zu Sicherheitsfragen
In diesen 26 Jahren wuchsen nicht nur die Aufgaben, sondern auch das Team. Zugleich veränderte sich die internationale Hochschulzusammenarbeit grundlegend. Früher stand vor allem der Aufbau neuer Partnerschaften im Mittelpunkt. Heute bestimmen zunehmend politische Konflikte und Sicherheitsfragen den Arbeitsalltag.
Nach Beginn des russischen Angriffskriegs wurden 2022 sämtliche Wissenschaftskooperationen mit Russland beendet. Auch die Zusammenarbeit mit China und Iran wurde schwieriger. Zu den neuen Aufgaben des Auslandsamts gehören inzwischen unter anderem Exportkontrolle und der Umgang mit Wissenschaftsspionage. Internationale Hochschularbeit klingt da längst nicht mehr nur nach Koffern, Partneruniversitäten und freundlichen Empfangsrunden.
Privat bereiste Petra Günther vor allem Europa, besonders Polen. Berufliche Fernreisen überließ sie wegen des Jetlags dagegen überwiegend ihren Mitarbeitenden. Ein nachvollziehbarer Tausch: Europa auf eigene Faust, lange Dienstflüge lieber delegieren.
Abschied mit Abstand
Günther zieht sich bewusst aus dem Arbeitsalltag zurück. Ihrem Nachfolger möchte sie ermöglichen, einen eigenen Führungsstil zu entwickeln. Spontane Besuche bei ehemaligen Kolleginnen und Kollegen plant sie deshalb nicht. Der UDE möchte sie aber verbunden bleiben – sofern sie eingeladen wird.
Zum Abschied umarmte eine Mitarbeiterin Petra Günther. Außerdem ist ein Abschiedsvideo angekündigt. Ein kurzer Moment, vermutlich mit etwas Wehmut, vielleicht auch Erleichterung nach so vielen Jahren voller Termine, Krisen und Entscheidungen.
Internationalisierung im Wandel
Günthers beruflicher Abschied fällt in eine Zeit, in der die internationale Ausrichtung deutscher Hochschulen politisch neu justiert wird. Die Wissenschaftsministerkonferenz verabschiedete am 14. Juni 2024 in Saarbrücken eine neue Strategie zur Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland. Getragen wird sie gemeinsam von Bund und Ländern.
Die Strategie soll den Hochschulstandort Deutschland angesichts neuer technologischer und politischer Entwicklungen sowie zunehmender globaler Risiken stärken und resilienter machen. Sie gilt für den Zeitraum von 2024 bis 2034 und umfasst vier zentrale Handlungsfelder:
- Hochschulen als Motoren der internationalen Mobilität
- Verbesserung rechtlicher und struktureller Rahmenbedingungen
- Internationale Zusammenarbeit in einem globalen Kontext
- Nutzung der digitalen Transformation
Bund und Länder setzen die Strategie jeweils in eigener Verantwortung um. Begleitet werden sollen die Fortschritte durch eine indikatorengestützte Berichterstattung. Für Hochschulen wie die UDE bedeutet Internationalisierung damit weiterhin Austausch und Kooperation – aber eben auch Regeln, Risikoabwägungen und viel politische Aufmerksamkeit.
