Mit einem Paukenschlag begann die Amtszeit von Prof. Dr. Sonja Rückert als Präsidentin der International Society of Protistologists (ISOP) am 1. Juni 2026. Rückert, die an der Universität Duisburg-Essen als Protistologin und Parasitologin tätig ist, bringt umfangreiche Erfahrungen in der Erforschung von parasitischen und symbiotischen einzelligen eukaryotischen Organismen – den Protisten – in aquatischen Ökosystemen mit. Diese lebendigen Mikroorganismen spielen eine bedeutende Rolle in unseren Ökosystemen, auch wenn sie oft im Schatten von Pflanzen und Tieren stehen.

Die ISOP, die 1947 gegründet wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Forschung an einzelligen Eukaryoten zu fördern. Zu ihren Projekten gehören die Herausgabe der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Journal of Eukaryotic Microbiology sowie die Vergabe von Stipendien und Auszeichnungen für Nachwuchsforschende. Rückert plant die Einführung eines formalisierten Mentoring-Programms, um junge Wissenschaftler:innen bei ihren Forschungen zu unterstützen und ihnen den Einstieg in diese faszinierende Disziplin zu erleichtern, wie uni-due.de berichtet.

Die Welt der Protisten

Doch was sind Protisten eigentlich? Der Begriff bezeichnet eine Gruppe von meist mikroskopisch kleinen, zellkernhaltigen, in der Regel einzelligen Organismen. Sie wurden erstmals 1675 von Antoni van Leeuwenhoek beobachtet und von Ernst Haeckel im Jahr 1866 als eigenes Reich innerhalb der Eukaryoten klassifiziert. Historisch gesehen wurde Protista oft als das Reich der „wenigzelligen“ Wesen betrachtet und von den Reichen Plantae, Animalia und Fungi abgehoben. Dabei sind Protisten nicht die einzige genealogische Gruppe; sie sind vielmehr eine paraphyletische Gruppe, die eine Vielzahl von Organismen umfasst, die sich in verschiedenen Evolutionslinien entwickelt haben, so wikipedia.org.

Heutzutage verstehen wir unter Protisten viele eukaryotische Mikroorganismen, darunter Algen, Protozoen und einige Pilze. Diese kleineren Lebewesen sind oft entscheidend für die Biodiversität und die funktionalen Abläufe in ihren Lebensräumen, da sie Nahrungsnetze aufbauen und durch ihre Interaktionen mit anderen Organismen, wie Pflanzen und Tieren, wiederrum die gesamte Ökologie beeinflussen.

Ein starkes Netzwerk

Die Deutsche Gesellschaft für Protozoologie, die sich 2024 in Gesellschaft für Eukaryotische Mikrobiologie umbenannte, hat seit ihrer Gründung im Jahr 1981 durch Prof. Karl G. Grell und Prof. Klaus Heckmann eine dynamische Entwicklung durchgemacht. Die Gesellschaft vereint Forscher aus verschiedenen Disziplinen, von Phylogenie bis Bioinformatik, und legt großen Wert auf Networking und den Austausch von Ideen und Forschungen. Über die Jahre ist die Mitgliederzahl stetig gewachsen und umfasst heute auch zahlreiche internationale Wissenschaftler, unterstreicht protozoologie.de.

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Die bevorstehende 44. Jahrestagung der Gesellschaft, die vom 12. bis 14. Februar 2025 in Neuchâtel, Schweiz, stattfinden wird, bietet eine Gelegenheit für Wissenschaftler:innen, ihre neuesten Ergebnisse zu präsentieren und aktuelle Herausforderungen zu diskutieren. Rückert und die ISOP werden in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle dabei spielen, den Austausch und das Verständnis in der Protistologie zu fördern.