Heute, am 30. Oktober 2026, beginnt in Thüringen ein dicht gepacktes Kulturwochenende. Von der Uni Erfurt aus ist man schnell mittendrin: Oper in Gera, Lesung in Weimar, Chormusik am Erfurter Dom, Theater in Jena und eine Sonderführung zur Reformationsgeschichte in Gotha. Vieles spielt sich am Freitag und Samstag ab – wer alles mitnehmen will, braucht allerdings gute Nerven und einen ziemlich flotten Kalender.

In Gera feiert Giuseppe Verdis „La Traviata“ am Freitag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr im Großen Haus Premiere. Inszeniert wird die Oper von Elena Maria Artisi, auf der Bühne stehen Julia Gromball, Jongwoo Kim und Johannes Beck. Die musikalische Leitung übernimmt GMD Ruben Gazarian. Gesungen wird auf Italienisch, deutsche Übertitel helfen beim Mitlesen. Die Aufführung dauert inklusive Pause 2 Stunden 20 Minuten. Restkarten gibt es an der Theaterkasse in der Bühne am Park unter 0365 8279105.

Von Bach bis Brecht

Weimar setzt am Freitag um 20 Uhr auf Musik, die sich nicht so recht in eine Schublade stecken lässt. Im neu eröffneten Veranstaltungssaal des Residenzschlosses startet die Konzertreihe „Bach >> Forward“. Der australische Pianist Anthony Romaniuk verbindet alte, neue und improvisierte Musik mit Jazz, Rock, Neoklassik, Ambient und Weltmusik. Auf dem Programm stehen Werke von Bach und John Adams, Improvisationen über Musik von Radiohead und Björk sowie Eigenkompositionen. Der Eintritt funktioniert nach dem Prinzip „Pay what you can“. Informationen gibt es unter www.thueringer-bachwochen.de.

Am Samstag, 31. Oktober, liest und singt Lars Eidinger um 20 Uhr in der Weimarhalle Bertolt Brechts „Hauspostille“. Begleitet wird er von dem Musiker und Komponisten Hans Jörn Brandenburg an Klavier, Cembalo und Harmonium. Karten sind unter www.weimar.de erhältlich.

Zur selben Zeit, um 19.30 Uhr, beginnt in Erfurt das Abschlusskonzert der Kirchenmusiktage mit dem Mädchenchor am Erfurter Dom und dem Erfurter Domchor. Zu hören ist unter anderem Kim André Arnesens „Magnificat“ in der Fassung für Frauenchor, Orchester, Klavier und Orgel. Dazu kommen von Pēteris Vasks vertonte Gebete: „Vater unser“, „Angele Dei“ und „The Fruit of Silence“ nach Worten von Mutter Teresa. Es spielt das Orchester am Erfurter Dom. Der Eintritt ist frei, Spenden am Ausgang sind erbeten.

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Jena feiert sein Theaterhaus

Das Theaterhaus Jena begeht sein 35-jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Am Freitag um 20 Uhr steht das Raumpoem „Wenn das Haus atmet“ von Rainer Frank und Angela Hausheer auf dem Programm. Anschließend werden die Gesellschafter Türk Damer und Matias Mieth verabschiedet. Am Samstag folgt um 19 Uhr erneut „Wenn das Haus atmet“, bevor um 21 Uhr im Malsaal Bernhard Dechants Solo „Braveheart“ beginnt – von und mit Bernhard Dechant.

Karten und weitere Informationen gibt es unter www.theaterhaus-jena.de. Die Festwoche läuft weiter: Am Montag, 2. November, diskutiert Hartmut Rosa um 18.30 Uhr auf dem Podium „Es könnte auch anders sein“, um 21 Uhr folgt „Braveheart“ im Kassablanca. Dienstag und Mittwoch, 3. und 4. November, ist jeweils um 20 Uhr „Die Hundekot-Attacke“ zu sehen. Am Donnerstag, 5. November, stehen um 18 Uhr „Traum und Alltag“ und um 20.30 Uhr „Braveheart“ auf dem Plan. Freitag, 6. November, beginnt ab 19 Uhr der Festakt, um 21 Uhr folgt „Das blaue Haus“.

Jena hat für solche Abende reichlich Auswahl. Zum Kulturangebot gehören unter anderem das Deutsche Optische Museum, das Zeiss-Planetarium Jena, das Theaterhaus Jena, das Kassablanca, die Imaginata und der Circus MoMoLo. Dahinter steht auch JenaKultur, ein städtischer Eigenbetrieb für Kultur, kulturelle Bildung und Stadtmarketing, der 2005 gegründet wurde.

Zu JenaKultur zählen die Jenaer Philharmonie, die Städtischen Museen Jena, die Ernst-Abbe-Bücherei, die Musik- und Kunstschule, die Volkshochschule, Veranstaltungshäuser, Märkte und Stadtfeste sowie das Tourismusmarketing. Auch Sonderprojekte wie die Jenaer Kulturarena gehören dazu. Sie findet seit 1992 jährlich im Sommer statt und zieht jedes Jahr Zehntausende Besucher an. Tagsüber locken Museen, Ausstellungen und Märkte, abends Konzerte und Lesungen; in der Wagnergasse lässt sich danach noch die Kneipenkultur Jenas ausprobieren – je nachdem, wie viel Energie noch übrig ist.

Die Kulturkonzeption der Stadt Jena legt fest, wie sich die Kultur in den kommenden Jahren entwickeln soll und welche Ziele und Maßnahmen dafür vorgesehen sind. Eine Social Wall sammelt Bilder und Hinweise zu kulturellen Orten und Veranstaltungen in Jena. Der städtische Veranstaltungskalender informiert außerdem über Veranstaltungen, Märkte und Stadtfeste, Festivals, Sportveranstaltungen und Philharmoniekonzerte.

Komödie, Puppen und Reformation

Im Landestheater Eisenach läuft am Samstag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr erneut Ray Cooneys Komödie „Funny Money“. Mehrere Beteiligte verfolgen darin einen dubiosen Geldkoffer mit zwei Millionen Pfund. Informationen stehen unter www.landestheater-eisenach.de.

In Greiz lädt die Vogtland Philharmonie am Sonntag, 1. November, um 15 Uhr zum Galakonzert „Operette sich wer kann!“ in die Vogtlandhalle. Chefdirigent Florian Ludwig leitet Werke aus Lortzings „Wildschütz“, Strauß’ „Fledermaus“, Offenbachs „Pariser Leben“ und Lehárs „Lustiger Witwe“. Als Solisten treten Andrea Chudak (Sopran) und Tobias Oliver Hagge (Bariton) auf. Karten gibt es an der Vogtlandhalle, bei Vorverkaufsstellen sowie über Reservix und Eventim.

In Gera zeigt das Stadtmuseum die Ausstellung „Fantastische Welten. Das Puppentheater Gera“. Zu sehen sind Figuren aus vier Jahrzehnten: Handpuppen, Marionetten, Tisch-, Flach-, Klappmaul- und Stabfiguren. Die älteste stammt aus dem Jahr 1983. Vorgestellt werden die Puppenbauer Jan Hofmann, Christian Werdin, Udo Schneeweiß und Beatrice Baumann. Zusätzlich ist das Bühnenbild zu „Jedermann“ zu sehen. Für Kinder gibt es eine Kasperbude und eine Schattenspielwand.

Die Ausstellung läuft bis 29. März 2029 und ist Dienstag bis Sonntag sowie feiertags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro; Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kommen frei hinein.

Auf Schloss Friedenstein in Gotha beginnt am Samstag, 31. Oktober, um 10 Uhr eine Sonderführung der Forschungsbibliothek Gotha zum Reformationstag. Anlass ist der 500. Jahrestag von Martin Luthers 1526 erschienener Schrift „Deudsche Messe und ordnung Gottis diensts“. Gezeigt werden Bücher und Handschriften aus der Reformationszeit, darunter der Erstdruck der „Deutschen Messe“. Treffpunkt ist der Eingang der Forschungsbibliothek im ersten Obergeschoss des Ostflügels. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist unter 0361/737-5530 oder veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de möglich.

Philharmonie zwischen Quartett und KI

In Jena-Winzerla spielen Musiker der Jenaer Philharmonie am Sonntag, 1. November, um 15 Uhr in der Aula der Gemeinschaftsschule Galileo ein Kammerkonzert der Reihe „Planet Dvořák“. Aufgeführt werden Antonín Dvořáks Streichquartett Nr. 13 G-Dur und Joseph Haydns D-Dur-Quartett op. 20 Nr