Rund 2.800 Besuchende kamen zum Erstsemestertag ins Europa-Park-Stadion des SC Freiburg. Bei sonnigem Wetter konnten die neuen Studierenden erste Kontakte knüpfen und Angebote der Universität sowie ihres Umfelds kennenlernen. Zwischen Tribünen, Infoständen und vielen neuen Gesichtern lag dieses eigentümliche Gefühl aus Vorfreude und leichtem Lampenfieber in der Luft.

Prorektor Prof. Dr. Michael Schwarze begrüßte die Studierenden und bezeichnete den Tag als Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Er wünschte ihnen, an der Universität viel zu lernen, unterstützende Kontakte zu finden, eigene Ideen zu entwickeln und den Mut aufzubringen, selbst etwas zu bewegen. Schwarze ermutigte sie außerdem, eigene Wege zu gehen, neue Kompetenzen zu erwerben und sich während des Studiums zu engagieren. Für studienbezogene und persönliche Anliegen verwies er auf die Hilfs- und Unterstützungsangebote der Universität Freiburg.

Zwischen Glücksrädern und Stimmengewirr

Die Universität Freiburg hatte die neuen Studierenden am 11. Oktober 2024 im Europa-Park-Stadion empfangen. Rund 2.800 Besucherinnen nahmen am Erstsemestertag teil. Im Stadion herrschten dichtes Gedränge und lautes Stimmengewirr – an ruhige Orientierung war zunächst eher nicht zu denken.

Beim „Markt der Möglichkeiten“ präsentierten sich 73 Aussteller beziehungsweise fast 80 Initiativen. Die Stände lockten mit Goodies, Glücksrädern, bunten und bebilderten Informationsständen sowie persönlicher Ansprache und Kommunikation. Arthur und Clara von uniTV fragten Standbetreiberinnen nach ihren Strategien, um Erstsemester auf ihre Angebote aufmerksam zu machen.

Auch uniCROSS war mittendrin. Die Redaktion berichtete mit einer Bildergalerie und führte Gespräche mit Studienanfängerinnen. Maren und Loredana wollten wissen, worauf sich die Erstsemester in ihrem neuen Lebensabschnitt an der Universität besonders freuen, wie sie sich fühlen und was ihnen für einen guten Start und zum Einleben an der Universität noch fehlt.

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Uhi, das uniCROSS-Maskottchen, war ebenfalls vor Ort. Interessierte Erstsemester konnten sich am uniCROSS-Stand über die journalistische Ausbildungsredaktion informieren. Maren, Loredana, Lorena und Jurij kamen dort mit neuen Interessentinnen ins Gespräch, während sich auch Tutorinnen mit den Erstis austauschten. Uhi soll künftig weitere neue Gesichter in der Redaktion begrüßen – eine Aufgabe, bei der ein Maskottchen vermutlich weniger nervös wird als die Menschen am ersten Unitag.

Ein Studienstart, der mehr sein soll als Orientierung

Hinter dem Empfang im Stadion steht ein größerer Rahmen: Das „Freiburger Modell zum erfolgreichen Studienstart“ bündelt im Bereich Lehrstrategie und Digitalisierung Maßnahmen zur Verbesserung der Studieneingangsphase. Die zuständige Abteilung koordiniert die Teilmaßnahmen, vernetzt Beteiligte innerhalb der Universität und entwickelt fächerübergreifende Strategien, um den Studienstart flexibler und besser zu machen.

Gefördert wurde das Modell vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) von 2016 bis 2021 in zwei Projektphasen. Seit Anfang 2021 werden die etablierten Maßnahmen mit verstetigten Mitteln im Rahmen von FESt-BW II „Studienstart / Studienerfolg“ dauerhaft an der Universität Freiburg fortgeführt. Die früheren Maßnahmen der Förderlinie „Studienstart“ sind eng mit dem Programm „Service Learning Universität Freiburg (SELF)“ verbunden. Die Leitlinien heißen: Orientieren, Ankommen, Innovieren und Optimieren.

Zur digitalen interaktiven Studienorientierung gehören die Freiburger Online-Studienwahl-Assistenten (OSAs). Sie geben Studieninteressierten einen ersten Überblick über zahlreiche Studienfächer und helfen dabei, die eigene Passung zu einem Studiengang einzuschätzen. Falsche Erwartungen an Studium und Fachrichtungen sollen dadurch reduziert werden. In Kooperation mit „Fokus erstes Studienjahr“ wurde außerdem die „myUFR“-App für den Einstieg in Universität und Studium entwickelt.

„Fokus erstes Studienjahr“ bietet Informations- und Beratungsangebote für Studienanfängerinnen. Im Mittelpunkt steht die erfolgreiche akademische Integration in der Studieneingangsphase. Die Angebote unterstützen Studierende individuell und sollen den Studienstart erleichtern. Dafür sollen sowohl die Universität als auch die Studierenden flexibel auf die Anforderungen dieser ersten Phase reagieren können.

Was hinter den Angeboten steckt

Auch die Curricula werden unter die Lupe genommen. Das Projekt zur Optimierung der Studieneingangsphase durch Curriculumentwicklung ist in der Abteilung Hochschuldidaktik angesiedelt und analysierte Studienabbrüche in der Studieneingangsphase. Fakultäten wurden beraten, unter anderem durch Coachings für Tutorinnen, und erhielten Anregungen für flexiblere Curricula.

In der laufenden Förderphase werden Institute und Fakultäten bei einer lernförderlichen Weiterentwicklung ihrer Curricula begleitet. Dafür gibt es zielgruppenspezifische Workshops, Beratungsangebote und eine Curriculumswerkstatt. Nicht ganz so sichtbar wie ein Glücksrad im Stadion, aber für den Studienalltag womöglich ebenso wichtig.

Seit 2021 wird das Projekt „Service Learning Universität Freiburg (SELF)“ im Kontext des Freiburger Modells in der Abteilung Lehrentwicklung koordiniert. Es ist am Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) angesiedelt. Im Mittelpunkt steht Lernen durch gesellschaftliches Engagement: Studierende engagieren sich ehrenamtlich in Initiativen oder Projekten, sammeln neue Erfahrungen, erhalten Einblicke in gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten und übernehmen Verantwortung.

Begleitende Workshops helfen dabei, die Erfahrungen zu reflektieren und Strategien zur Bewältigung von Herausforderungen im jeweiligen Einsatzfeld zu entwickeln. Aus einem Engagement wird so nicht bloß ein Eintrag im Kalender, sondern auch ein Lernprozess – manchmal mit Umwegen, eh klar.

Ein weiteres Instrument war der Instructional Development Award (IDA) für die Studieneingangsphase. Der IDA wurde an der Universität Freiburg von 2009 bis 2019 vergeben und diente der kontinuierlichen Innovation und Weiterentwicklung der Lehre. Im Rahmen des Freiburger Modells wurden zusätzlich jeweils zwei IDAs mit Schwerpunkt Studieneingangsphase ausgeschrieben. Gefördert wurden innovative Initiativen zugunsten von Studienanfängerinnen.

Ab 2022 werden im Projekt „4D – 4 Dimensions of Digital and Didactic Development“ E-IDAs mit Schwerpunkt Digitalisierung vergeben. Die E-IDAs orientieren sich an den von 2010 bis 2019 in Freiburg vergebenen Preisen.

Ansprechpartner für Studienstart und Studieneingangsphase ist Dr. Moritz Heck, Projektkoordinator des Freiburger Modells. Er ist unter 0049 761 203 54307 und über moritz.heck@zv.uni-freiburg.de erreichbar. Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert.