In der Welt der Literatur und der sozialen Wissenschaften wird plötzlich ein wahres Glanzstück sichtbar. Jana Maria Weiss von der Europa-Universität Viadrina hat für ihre herausragende Forschung zum Thema soziale Ungleichheit den begehrten Postdoc-Preis in Höhe von 20.000 Euro erhalten. Der Preis würdigt ihre umfassende Analyse, die sich mit dem Verhältnis von Emotionen, Klasse und Klang in literarischen Texten auseinandersetzt und unter anderem den Roman „Streulicht“ von Deniz Ohde in den Fokus nimmt. Dies ist nicht nur ein persönlicher Erfolg für Weiss, sondern soll auch eine breitere Diskussion über soziale Ungleichheit und deren Darstellung in der Literatur anstoßen, wie europa-uni.de berichtet.

Weiss’ Forschung ist insbesondere spannend, weil sie Ansätze aus den Sound Studies nutzt, um Klassenunterschiede emotional und akustisch darzustellen. Ein Beispiel veranschaulicht dies eindrucksvoll: In „Streulicht“ beschreibt die Erzählerin eine scheinbar friedliche Betrachtung ihrer Umgebung, die sich jedoch als Industrie-Siedlung entpuppt. Hier werden Geräusche wie das Brummen einer Industrieanlage sowie der Straßenverkehr thematisiert, die für die Protagonistin Teil ihrer Klassenwahrnehmung sind. Diese akustischen Wahrnehmungen führen lebendig zur Erfahrung materieller Ungleichheit, da sie den Leser direkt in die Lebensrealität der Charaktere eintauchen lassen.

Akustische Dimensionen der Ungleichheit

Ein zentrales Anliegen von Weiss ist die Auseinandersetzung mit der Stimmlosigkeit und der Rolle weiblicher Stimmen in der Literatur des 19. Jahrhunderts. Ihre Forschung thematisiert, wie Stimme und gesellschaftliche Teilhabe zusammenhängen. So kämpft die Protagonistin von „Streulicht“ mit dem Gefühl der Zugehörigkeit an der Universität, was eng mit ihrer persönlichen Stimmlautstärke verbunden ist. Dieser Ansatz zu „Class Listening“ verdeutlicht, dass Klänge in literarischen Texten nicht isoliert betrachtet werden können, sondern in einem gesellschaftlichen Kontext stehen.

Die Erkenntnisse sind nicht nur theoretischer Natur, sondern beeinflussen auch Weiss’ Lehrtätigkeit. Der bewusste Bezug von Literatur zu sozialen Fragestellungen zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Schaffen. Um die Diskussion über soziale Ungleichheit weiter zu fördern, plant sie, das Preisgeld in Workshops zu investieren, die sich mit Sound und Literatur befassen. Interdisziplinäre Kooperationen sowie historische Forschungen zu Klasse und Klang sind ebenfalls Teil ihrer Agenda.

Der Blick auf soziale Ungleichheit

Weiss’ Ansatz ist besonders relevant, wenn man sich die aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen in Deutschland und der Welt vor Augen hält. Laut dem Datenreport 2021 der Bundeszentrale für politische Bildung wird soziale Ungleichheit heute wie damals in zahlreichen Erzählungen und Analysen thematisiert. Dabei ist die Auseinandersetzung mit dem Thema sowohl in der akademischen Welt als auch im bildungspolitischen Diskurs von eminenter Bedeutung. Der Austausch über soziale Ungleichheiten und deren Auswirkungen zieht sich durch zahlreiche Publikationen wie „(Un-)Gerechte (Un-)Gleichheiten“ oder die „Theorien der Intersektionalität zur Einführung“ und lädt zur weiterführenden Diskussion ein, wie in bpb.de dargelegt wird.

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Insgesamt ist Jana Maria Weiss’ Forschung ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Literatur und Klang als Medium zur Auseinandersetzung mit sozialen Themen dienen können. Ihre Arbeit inspiriert nicht nur die akademische Gemeinschaft, sondern gibt auch der breiten Öffentlichkeit zusätzliche Perspektiven auf die weitreichenden Themen soziale Ungleichheit und ihre Wahrnehmung in unserer Gesellschaft.