Die Europa-Universität Viadrina hat einen bedeutenden Menschen verloren: Prof. Dr. Waldemar Pfeiffer, Gründungssenator und renommierter Sprachwissenschaftler, ist am 12. Juni 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben. Als polnischstämmiger Experte für deutsche Sprachdidaktik und Germanistik hat er nicht nur die Universität, sondern auch die deutsch-polnischen Beziehungen nachhaltig geprägt.

Pfeiffer war seit der Gründung der Viadrina im Jahr 1991 Mitglied des Gründungssenates und spielte eine Schlüsselrolle bei der Etablierung der polnisch-deutschen Ausrichtung der Institution. Besonders hervorzuheben ist seine Initiative zur Gründung des Collegium Polonicum, einer gemeinsamen Lehr- und Forschungseinrichtung der Viadrina und der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, die unter seiner Direktion von 1993 bis 1997 weiterentwickelt wurde. Dieses Vorhaben war mehr als nur eine akademische Lösung; es war eine Vision, die viele für die deutsch-polnische Zusammenarbeit begeisterte.

Ein unermüdlicher Organisator

Pfeiffer war nicht nur Akademiker, sondern auch ein unermüdlicher Organisator, dessen Ideen die Beziehungen zwischen der Viadrina und der Adam-Mickiewicz-Universität nachhaltig prägten. Sein ursprünglicher Plan für das Collegium Polonicum war ein kleines Haus mit Vorlesungsraum und Büroräumen, doch diese Idee entwickelte sich zu einer der größten Hochschulinvestitionen in Polen in den 1990er-Jahren. Durch seine Aktivitäten trug er entscheidend zur Institutionalisierung der polnisch-deutschen Beziehungen bei und hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Sein Engagement reichte über die Universitätsmauern hinaus. Dr. Krzysztof Wojciechowski, ehemaliger Leiter des Collegium Polonicum, würdigte seinen Einfluss auf die wissenschaftliche Zusammenarbeit – ein Aspekt, der in der Bildungslandschaft beider Länder von großer Bedeutung ist. „Waldemar Pfeiffer wird als Mensch in Erinnerung behalten, der sich der Förderung von Wissenschaft und Bildung verschrieben hat“, berichtet die Universität und zeigt damit, wie tief sein Wirken auch im menschlichen Umfeld verwurzelt war.

Ein Beitrag zur Wissenschaft

Pfeiffer war darüber hinaus auch in der Wissenschaftscommunity äußerst aktiv und hat zahlreich publiziert. Seine Werke sind unter anderem in den Bereichen Fremdsprachendidaktik und die Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft angesiedelt. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen „Nauka jezykow obcych – od praktyki do praktyki“ sowie verschiedene Forschungsbände, die die Wechselbeziehungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft thematisieren. Diese Veröffentlichungen fanden großen Anklang und tragen bis heute zum Wissenstransfer in der Sprachdidaktik bei, wie die Humboldt-Stiftung berichtet.

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Sein Engagement und seine Visionen zur Förderung der deutsch-polnischen Beziehungen waren nicht nur in akademischen Kreisen bekannt, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit wohlwollend wahrgenommen. Im Juli 2016, anlässlich des 25. Geburtstags der Viadrina, trug er sich mit Stolz in das Gästebuch der Universität ein, was seine enge Verbundenheit mit der Institution unterstreicht.

Die Viadrina und die akademische Welt insgesamt trauert um einen herausragenden Wissenschaftler und Menschen. Prof. Dr. Waldemar Pfeiffer hinterlässt ein Erbe, das in Form von Ideen, Publikationen und einer neuen Generation von Wissenschaftler:innen weiterlebt, und wird immer einen besonderen Platz in der Geschichte der Europa-Universität Viadrina haben.