Der September 2026 war in Westeuropa so warm wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht mehr. Das meldet der EU-Klimadienst Copernicus. Am 13. Oktober 2026 wurde der Bericht im Deutschlandfunk ausgestrahlt.

Auch weltweit fällt die Bilanz aus dem Rahmen: Der September war der zweitwärmste jemals gemessene September. Die globale Durchschnittstemperatur lag bei etwa 16,3 Grad Celsius – 1,63 Grad über dem geschätzten vorindustriellen Niveau. Schon der August hatte mehr als 1,5 Grad über diesem Referenzwert gelegen. Im Pariser Klimaabkommen gilt diese Marke als langfristig angestrebte Obergrenze der Erderwärmung.

Trockenheit setzt Flüssen und Feldern zu

In weiten Teilen West- und Mitteleuropas hielt die Trockenheit an. Die Dürre beeinträchtigte vielerorts die Schifffahrt, die Wasserversorgung und die Landwirtschaft. Niedrige Flusspegel, staubige Böden und ausgetrocknete Ufer sind dabei nicht bloß lästige Begleiterscheinungen: Für Betriebe, Gemeinden und den Transport wird es schnell praktisch schwierig.

In Westeuropa lag die Septembertemperatur im Durchschnitt 2,5 Grad über dem üblichen Wert. Gleichzeitig erreichte die durchschnittliche Temperatur der flüssigen Meeresoberflächen einen Höchstwert für diesen Monat. Polarmeere wurden bei dieser Berechnung allerdings nicht berücksichtigt.

Ein Kontinent mit immer mehr Extremen

Der Copernicus-Klimabericht 2025 zeichnet für Europa ein Jahr voller Negativrekorde bei Temperatur und Extremwetter. In 95 Prozent der Regionen lag die Jahrestemperatur über dem Durchschnitt. Hitzewellen, extreme Stürme und Hochwasser nehmen laut Bericht zu und belasten Gesellschaft und Wirtschaft.

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Auch das Meer blieb nicht außen vor: Die Meeresoberflächentemperatur in Europa erreichte den höchsten jemals gemessenen Wert. 96 Prozent der europäischen Region waren von mindestens starken marinen Hitzewellen betroffen. An Land zerstörten Waldbrände europaweit mehr als eine Million Hektar – die bislang größte erfasste Fläche. Während fast des gesamten Jahres lagen die Flusspegel unter dem Durchschnitt.

Europa erwärmt sich laut Bericht schneller als jeder andere Kontinent. Er bündelt die Arbeit von rund 100 Mitwirkenden und soll politische Entscheidungen unterstützen. Ein Gegenpol zeigt sich beim Strom: Erneuerbare Energien deckten im vergangenen Jahr gut 46 Prozent des europäischen Strombedarfs. Die Solarenergie kam mit 12,5 Prozent auf einen neuen Rekordanteil.

Für Uni Europa heißt das: Selbst wenn draußen noch spätsommerliche Wärme in den Innenhof zieht, laufen im Hintergrund längst die Fragen nach Wasser, Energie und belastbaren Infrastrukturen. Und irgendwo rauscht wahrscheinlich gerade der nächste trockene Flussabschnitt vorbei.

Quelle: Deutschlandfunk, https://www.deutschlandfunk.de/eu-klimadienst-copernicus-meldet-waermsten-jemals-gemessenen-september-in-westeuropa-104.html
Weiterführende Quelle: Tagesschau, https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klima-copernicus-bericht-100.html