Am 29. Mai 2026 lädt das Institut für Judaistik der Universität zu Köln Medienvertreter*innen und die Stadtgesellschaft zu einem besonderen Anlass ein. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Martin-Buber-Instituts für Judaistik wird am Montag, dem 08. Juni, von 18:30 bis 20:00 Uhr, ein Festakt in der Aula des Hauptgebäudes am Albertus-Magnus-Platz in Köln stattfinden. Das Institut wurde 1966 als zweite judaistische Einrichtung in Deutschland gegründet und hat sich der akademischen Lehre und Forschung in jüdischer Geschichte, Religion und Kultur verschrieben.

Der Festakt wird mit einem Vortrag von Professor Dr. Michael Brenner, der sowohl an der American University als auch an der LMU München tätig ist, bereichert. Sein Vortrag trägt den Titel: „Ich ohne sie statt Ich und Du: Paula Buber, Edith Rosenzweig und die vergessenen Frauen in der jüdischen Kulturgeschichte der Weimarer Republik“. Zudem wird Dr. Sylvia Löhrmann, die Beauftragte für die Bekämpfung des Antisemitismus, ein Grußwort halten. Für den eventuellen inhaltlichen Austausch steht Professor Dr. Matthias Lehmann vom Martin-Buber-Institut zur Verfügung.

Das Studium der Judaistik

Die Judaistik ist ein interdisziplinäres Studienfeld, das sich mit der Geschichte, Religion, Kultur und den Sprachen des jüdischen Volkes von den Anfängen bis zur Gegenwart beschäftigt. Laut Uni Frankfurt umfasst das Fach eine Vielzahl von wissenschaftlichen Disziplinen, darunter Geschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie, Rechtsgeschichte und Kunst. Diese Vielfalt ermöglicht ein detailliertes Verständnis von Fachgebieten wie der Bibel, dem Talmud und der Soziologie von Diasporagemeinden.

Ein besonderes Merkmal des Studiums ist die Kombination von philologischer Ausbildung mit einer fundierten Kenntnis jüdischer Geschichte und Kultur. Studierende erarbeiten zentrale Texte der jüdischen Tradition und haben die Möglichkeit, sich intensiv mit verschiedenen Aspekten des Judentums auseinanderzusetzen. Kenntnisse des Hebräischen in unterschiedlichen Sprachstufen sind für das Studium unerlässlich, ebenso wie ein Verständnis der spätantiken und frühmittelalterlichen rabbinischen Literatur.

Vielfältige Studienangebote

Das Lehrangebot der jüdischen Studien zielt darauf ab, die Studierenden mit der Kulturgeschichte des europäischen Judentums vom Mittelalter bis zur Neuzeit vertraut zu machen. Es wird ein diversifizierter Zugang zu aktuellen Forschungsthemen geboten, mit großen Wahlmöglichkeiten in zusätzlichen Sprachen des Judentums wie Jiddisch, Jüdisch-Spanisch und Arabisch. Zudem können Studierende Schwerpunkte in jüdischer Religionsphilosophie sowie in der Geschichte und Wirkung des Holocaust setzen, unterstützt durch Kooperationen mit spezialisierten Professuren.

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Eine besondere Bereicherung des Studiums ist die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts, der durch die Verbindungen zu internationalen Kollegen gefördert wird. Die Studierenden haben zudem die Option, ein Pflichtpraktikum in externen Institutionen oder in Forschungsprojekten zu absolvieren, was eine praxisnahe Vertiefung der Studieninhalte bietet. Die Veranstaltungen und Angebote des Martin-Buber-Instituts fördern somit nicht nur die akademische Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, sondern auch das Verständnis für die Vielfalt und die Herausforderungen der jüdischen Kultur in Europa und darüber hinaus.