In der Welt der Quantenmaterialien tut sich einiges! Olena Fedchenko, Physikerin an der Goethe-Universität, hat die Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur für Experimentalphysik übernommen, die durch eine großzügige Unterstützung von zwei Millionen Euro der VolkswagenStiftung im Rahmen des Lichtenberg-Programms ermöglicht wurde. Ziel dieser Professur ist es, die Forschung im Bereich der Quantenmaterialien voranzutreiben, die als Schlüsseltechnologie für zukünftige Anwendungen, wie Computerhardware, Quantensensoren und hocheffiziente Solarzellen, gelten.
Fedchenko erforscht im Sonderforschungsbereich/Transregio ElastoQMat, der Teil der Rhein-Main-Universitäten ist. Sie nutzt verschiedene Photonenquellen, darunter Laser und Röntgenstrahlen, um die elektronische Struktur von Quantenmaterialien zu untersuchen. Diese Materialien zeigen faszinierende Phänomene wie Supraleitung und spontane magnetische Ordnung. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der winkelaufgelösten Photoemissionsspektroskopie, bei der mithilfe eines Time-of-Flight-Detektionsschemas Photoelektronen gemessen werden. Ihr Ziel? Die Zusammenhänge zwischen der elektronischen Struktur und den makroskopischen Eigenschaften dieser innovativen Materialien zu entschlüsseln.
Die Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur
Die Geschichte der Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur beginnt mit Gisela Eckhardt, die in der Nachkriegszeit an der Goethe-Universität Physik studierte. Während ihrer Studienzeit war sie die einzige Frau an ihrem Institut und sah sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Trotz dieser Hürden entdeckte sie später den Raman-Laser, eine Innovation, die sie international anerkannt machte. Nach ihrem Tod im Jahr 2020 hinterließ Eckhardt ein Vermögen von ca. 11,5 Millionen Euro, um die Forschung an ihrer Alma Mater zu fördern. Ihre Entscheidung, die Professur zu stiften, spiegelt ihren tiefen Wunsch wider, Frauen in der Physik zu ermutigen und zu unterstützen.
Die Professur wurde schließlich 2024 ausgeschrieben und 2025 von Olena Fedchenko besetzt. Jetzt hat sie die Möglichkeit, die experimentelle Kompetenz des Fachbereichs zu stärken und die Forschung auf ein neues Niveau zu heben. Prof. Enrico Schleiff, Präsident der Goethe-Universität, hebt hervor, wie wichtig diese Förderung für die Fortführung der Forschung ist. Prof. Jens Müller, Direktor des Physikalischen Instituts, sieht in Fedchenkos Arbeit ein entscheidendes Bindeglied zwischen theoretischen Grundlagen und praktischer Umsetzung.
Ein Blick in die Zukunft der Quantenforschung
Die Forschung an Quantenmaterialien ist nicht nur auf die Goethe-Universität beschränkt; weltweit gibt es zahlreiche junge Physikerinnen und Physiker, die in diesem innovativen Bereich tätig sind. Doch während einige ihren Weg in der akademischen Welt fortsetzen, müssen andere Hochschulen verlassen, da oft keine Stellen angeboten werden. Trotz dieser Herausforderungen wachsen das Interesse und die Bedeutung der Quantenphysik weiter.
Olena Fedchenkos Arbeit und die Initiativen, die durch die Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur gefördert werden, bieten einen vielversprechenden Ausblick auf die Zukunft der Quantenforschung, in der auch Frauen zunehmend eine tragende Rolle spielen. Diese Entwicklungen könnten die Grundlage für neue Technologien legen und damit das tägliche Leben revolutionieren.
Weitere Informationen über diese spannende Entwicklung in der Quantenforschung und die Geschichte der Gisela-und-Wilfried-Eckhardt-Stiftungsprofessur finden Sie auf den folgenden Seiten: Puk-Universität, Aktuelles der Universität Frankfurt und DPG Physik.