In einer aufregenden Neuigkeit für die wissenschaftliche Gemeinschaft wurde die Satellitenmission SOVA-S (Satellite Observation of Waves in the Atmosphere – Scout) von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) genehmigt. Dies wurde am 20. Mai 2026 durch das Earth Observation Programme Board der ESA beschlossen. Die Mission, an der die Universität Greifswald unter der Leitung von Prof. Dr. Christian von Savigny beteiligt ist, wird ab 2030 die Dynamik der oberen Atmosphäre erforschen und führt eine grundlegende Untersuchung von atmosphärischen Schwerewellen durch, die durch Gewitter, Gebirge oder Windscherungen entstehen berichtet die Universität Greifswald.
Die Schwerewellen sind in der Forschung noch weitestgehend unzureichend berücksichtigt, obwohl sie eine entscheidende Rolle bei der Zirkulation der Atmosphäre und somit auch im Wetter- und Klimageschehen spielen. Mit einem Gesamtbudget von maximal 35 Millionen Euro wird SOVA-S unter der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) realisiert und soll in einer Höhe von etwa 600 Kilometern auf einem sonnensynchronen polaren Orbit die Erde umkreisen so das DLR.
Forschungsschwerpunkt und Technik
Der Satellit wird eine hochauflösende Infrarotkamera an Bord haben, die auf den Nadir ausgerichtet ist. Diese Kamera misst die Intensität des sogenannten Airglows, dem Eigenleuchten von angeregten Hydroxyl-Molekülen (OH) in einer Höhe von ungefähr 80 bis 100 Kilometern. Dies ermöglicht es den Wissenschaftler*innen, die Schwerewellen präzise zu identifizieren und zu charakterisieren, was letztendlich zu einer besseren Ableitung von globalen Temperaturfeldern in der oberen Mesosphäre beitragen soll erklärt das DLR.
Insgesamt ist SOVA-S die vierte Mission im Scout-Programm der ESA, das auf ein kosteneffizientes und innovatives Satellitenkonzept setzt. Die Mission kombiniert hochaufgelöste Infrarot-Fernerkundung mit modernen Technologien in einem flexiblen Rahmen, was eine wesentliche Stärkung der deutschen Forschung in der europäischen Raumfahrt darstellt. Neben der Universität Greifswald sind auch die Universitäten Augsburg sowie Fachleute des DLR an der Durchführung beteiligt, wobei die wissenschaftliche Gesamtverantwortung bei Prof. Dr. Michael Bittner und PD Dr. Sabine Wüst von der Universität Augsburg liegt.
Ein Blick in die Zukunft
Mit einer Entwicklungszeit von drei Jahren und einem geplanten aktiven Zeitraum des Satelliten von zwei bis fünf Jahren wird SOVA-S eine einzigartige Datengrundlage schaffen, die das Verständnis und die Modellierung von Wetter- und Klimaprozessen entscheidend verbessern soll. Diese Mission ist nicht nur ein weiterer Schritt im Erdbeobachtungsprogramm der ESA, das seit 1977 besteht, sondern auch ein Zeichen für den kontinuierlich wachsenden Bedarf an präzisen Satellitendaten im Kontext des Klimawandels so die ESA.
Eindeutig liegt ein spannendes Forschungskapitel vor uns, das aufkommt, während Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten, um grundlegende Fragen zu klären und neue Beobachtungstechnologien zu entwickeln, die auch in Zukunft für die Menschheit von Bedeutung sein werden.