Greifswald plant eine umfassende Verbesserung des Radverkehrs in der Stadt. Unter dem Projekt „GEKLIB – Gesundheit und Klima in Bewegung“ wollen die Universitäts- und Hansestadt Greifswald, die Universität Greifswald und die Universitätsmedizin Greifswald bis Ende 2029 den Fahrradverkehr sicherer und komfortabler gestalten. Unterstützt wird das Projekt von rund 3,5 Millionen Euro aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Ziel ist es, mehr Menschen dazu zu bewegen, das Fahrrad im Alltag zu nutzen.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrradachse zwischen Innenstadt, Wohngebieten und dem beliebten Elisenhain umfassen unter anderem die Umgestaltung von Knotenpunkten, die Verbreiterung und Beleuchtung von Wegen sowie die Erneuerung von Fahrbahndecken. Außerdem werden digitale Fahrradzählsysteme angeschafft, um den Verkehr besser überwachen und steuern zu können.

Zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen

Die Investitionen an Standorten von Universität und Universitätsmedizin beinhalten den Bau zusätzlicher sicherer Fahrradabstellanlagen und abschließbarer Fahrradboxen. Ein weiteres Highlight sind die geplanten E-Bike-Ladestationen, die durch Photovoltaik unterstützt werden. Zudem werden Fahrrad-Erste-Hilfe-Stationen eingerichtet, um kleinere Reparaturen vornehmen zu können.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts sind die Informations- und Beteiligungsangebote. Geplant sind Mobilitätsaktionstage, Reparaturworkshops und gemeinsame Fahrradtouren. Auch Kommunikationskampagnen zu Gesundheit, Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität sind vorgesehen. Diese Aktivitäten sollen dazu beitragen, optimale Verhältnisse zur Prävention von Krankheiten zu schaffen und das Bewusstsein für die Vorteile des Radfahrens zu schärfen.

Das Nachhaltigkeitsbündnis Greifswalds

Bereits im November 2023 fand die Gründung eines Nachhaltigkeitsbündnisses in Greifswald statt. In diesem Bündnis arbeiten sieben große lokale Einrichtungen wie Stadtverwaltung, Stadtwerke und die Hochschule gemeinsam an der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Ein zentrales Ziel ist die Klimaneutralität bis 2035 auf lokaler Ebene. Der Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder hebt die Vorteile der Zusammenarbeit hervor, insbesondere im Hinblick auf Klimaschutz und nachhaltige Mobilität.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Stadt Greifswald kann bereits auf eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie zurückblicken und wird zudem mit 100 % Ökostrom versorgt. In Verbindung mit dem Projekt „GEKLIB“ werden neue Radwege und mehr Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität etabliert.

Herausforderungen im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor in Deutschland hat mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen. Im Jahr 2019 stieß dieser Sektor 165 Millionen Tonnen CO2 aus. Trotz eines Rückgangs auf 145 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2020, sind die Emissionen bis 2022 wieder leicht gestiegen. Um das Klimaziel von 85 Millionen Tonnen CO2 bis 2030 zu erreichen, ist eine drastische Reduzierung notwendig. Der motorisierte Individualverkehr macht dabei rund 75 % der Personenkilometer aus, was eine Verkehrswende unausweichlich macht.

Strategien zur Verkehrswende setzen auf Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und Effizienzsteigerung. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Förderung des Radverkehrs sind dafür essenziell. Ein effektives Mobilitätskonzept, wie es in Greifswald angestrebt wird, könnte hier auch auf regionaler Ebene einen bedeutenden Beitrag leisten.

Für Interessierte wird am 8. Juli 2026 um 18:00 Uhr eine öffentliche Auftaktveranstaltung im Bürgerschaftssaal des Greifswalder Rathauses stattfinden. Ansprechpersonen für mehr Informationen sind Christian Arns von der Universitätsmedizin Greifswald sowie Andrea Reimann und Anne Junia Ziemann von der Stadt und der Universität Greifswald.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Greifswald mit seinen Projekten und Initiativen auf einem vielversprechenden Weg ist, um die Herausforderungen der nachhaltigen Mobilität und des Klimaschutzes aktiv anzugehen.