Von der Uni Greifswald aus betrachtet klingt der Plan erst einmal nach einem ziemlich großen Schritt: Mecklenburg-Vorpommern soll eine sechste Hochschule bekommen. SPD, Linke und Grüne haben das im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlungen vereinbart. Heute ist der 3.11.2026 – einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.

Dafür ist der Rahmen schon abgesteckt. Die Verwaltungs-Fachhochschule Güstrow soll zur Hochschule hochgestuft werden und künftig zwei Standorte haben: Güstrow und Schwerin. Nachwuchs für den höheren Verwaltungsdienst wird bislang überwiegend in den alten Bundesländern ausgebildet. Das soll sich ändern. Mecklenburg-Vorpommern will Fachkräfte für die Steuerverwaltung und den höheren Dienst künftig selbst ausbilden.

Güstrow bleibt der Campusstandort

Die bestehende Hochschule liegt als Campus-Hochschule in der Güstrower Südstadt. Lehrgebäude, Spezialbibliothek, Sportplatz, Sporthalle, Outdoor-Fitnesspark und die Trainingsstätten der Polizei liegen dort dicht beieinander auf einem grünen Campus. Für Studierende gibt es Wohnheime mit 450 Plätzen, eine Mensa und einen Studentenclub. Bis zur Güstrower Altstadt sind es ungefähr zehn Minuten zu Fuß – nah genug für den schnellen Weg in die Stadt, aber offenbar weit genug, dass der Campus seinen eigenen Rhythmus behält.

Auch abseits von Seminaren und Dienstrecht soll das Hochschulleben nicht auf dem Campuszaun enden. In der Reihe „Güstrow Insights“ werden Hochschulangehörige regelmäßig über Freizeitmöglichkeiten in Güstrow informiert. Genannt werden unter anderem der Güstrower Inselsee und das Freizeitbad „Oase“. Gerade bei grauem Novemberwetter klingt ein Ausflug ins Wasserbad vielleicht reizvoller als die nächste Verwaltungsrechtslektüre.

Schwerin bekommt den zweiten Standort

In Schwerin soll die neue Hochschule im Gebäude der alten Hauptpost im Stadtzentrum eingerichtet werden. Das Haus wird derzeit saniert. Ursprünglich war vorgesehen, dort ein Büro- und Veranstaltungszentrum der Landesverwaltung unterzubringen. Nun könnte es stattdessen zum Hochschulstandort werden – mitten in der Stadt und damit deutlich anders als der grüne Campus in Güstrow.

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Wann dort tatsächlich Lehrveranstaltungen beginnen, ist offen. Einen konkreten Zeitplan für die neue Hochschule gibt es noch nicht. Der Beschluss markiert also zunächst die Richtung, nicht den fertigen Stundenplan.

150 Millionen Euro für Hochschulen

Parallel plant das Land, 150 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes in Hochschulen zu investieren. Das Geld soll unter anderem in die Mensa Süd in Rostock und in die Pflegeschule der Universitätsmedizin Greifswald fließen. Für Studierende sind das weniger spektakuläre Schlagzeilen als ein neuer Hochschulname, im Alltag aber oft die Dinge, die man sofort merkt: Räume, Essen, Ausbildung, funktionierende Infrastruktur.

Mit der Aufwertung der Güstrower Verwaltungs-Fachhochschule würde Mecklenburg-Vorpommern seine Ausbildung für zentrale Bereiche der Landesverwaltung stärker im eigenen Land bündeln. Der neue Standort in Schwerin könnte dabei die Nähe zur Landesverwaltung herstellen, während Güstrow seine Campus-Strukturen, Wohnheime und Trainingsangebote einbringt. Noch ist vieles Planung – und bis aus der alten Hauptpost tatsächlich Hochschulbetrieb wird, dürfte in den Fluren wohl noch einiges an Staub aufgewirbelt werden.