Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Unbekannte griffen die IT-Systeme der Universität an. Betroffen sind Daten von mehr als 51.000 Bewerbungen von Studieninteressierten.

Die MLU teilte den Angriff am Freitagnachmittag mit. Der Bericht der Mitteldeutschen Zeitung wurde am 16. Oktober 2026 um 16:23 Uhr aktualisiert.

Welche Bewerbungen betroffen sind

Nach bisherigen Angaben geht es voraussichtlich um rund 51.000 Studienbewerbungen für das Sommersemester 2026 sowie für das Wintersemester 2026/2027. Die Universität erfuhr am 14. Oktober 2026 von dem Vorfall.

Nach aktuellem Kenntnisstand wurden Daten abgerufen. Unbefugte hatten vermutlich Zugriff auf Bewerbernummer, Vor- und Nachname, Adresse, Telefonnummer und private E-Mail-Adresse. Auch Geschlecht, Geburtsdatum und Geburtsort sowie der Zulassungsstatus können betroffen sein.

Darüber hinaus geht es um Angaben zu Studiengang und angestrebtem Abschluss, Fachsemester, Bewerbungssemester, Verfahrensschritt und Quote. Außerdem bestand die Möglichkeit, auf Dokumente zuzugreifen, die im Rahmen der Bewerbungen hochgeladen worden waren.

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Krisenstab und Ermittlungen

Nach Bekanntwerden des Angriffs wurde ein Krisenstab eingerichtet. Geleitet wird er von Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker und Prof. Dr. Stefan Sackmann, dem Prorektor für Digitale Transformation und Transfer.

IT-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter haben Gegenmaßnahmen eingeleitet und untersuchen den Vorfall weiter. Die Betroffenen sollen laufend über die Entwicklung informiert werden. Zuständige Behörden wurden eingeschaltet, außerdem erstattete die Universität Strafanzeige.

Weitere Informationen stellt die MLU unter www.uni-halle.de/datenschutzvorfall bereit.

Warum Hochschulen besonders gefordert sind

Einen hundertprozentigen Schutz vor Cyberangriffen gibt es nicht. Hochschulen stehen dabei wegen ihrer Größe, ihrer heterogenen Strukturen und der vielen Zugänge vor besonderen Herausforderungen. Ein Angriff kann deshalb an Stellen ansetzen, die im Alltag kaum auffallen.

Zum grundlegenden Schutz gehören abschließbare Serverräume, die vor unbefugtem Zugriff geschützt werden, regelmäßige Schwachstellenscans, Zwei- oder Mehr-Faktor-Authentifizierung und ein funktionierendes Patchmanagement.

Auch menschliche Fehler spielen eine Rolle. Mitarbeitende und Studierende sollten für Cybergefahren sensibilisiert und geschult werden. Sinnvoll ist zudem eine zentrale Anlaufstelle für Fragen und Probleme rund um die IT-Sicherheit. Falls externe Dienstleister nicht finanzierbar sind, muss eigenes Personal ausgebildet und Fachwissen intern aufgebaut werden.

Für die gesamte Hochschule empfiehlt sich ein einheitliches IT-Sicherheitskonzept. Netzwerke sollten konsequent segmentiert werden, damit einzelne Bereiche voneinander getrennt und im Angriffsfall gezielt geschützt werden können. Ein Rollenkonzept muss Zugriffsrechte klar verteilen; Administrationsrechte sollten nur die dafür vorgesehenen Personen erhalten.

Zentrale Verwaltungsfunktionen und andere betriebskritische Bereiche gehören besonders geschützt und von den übrigen Netzwerksegmenten isoliert. Und falls es doch kracht, braucht jedes Sicherheitskonzept einen erprobten Notfallplan. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt dafür unter anderem Checklisten mit wichtigen Schritten bereit.