TU Hamburg begrüßt 1.200 neue Bachelor-Studierende und startet mit neuen CampusLabs ins Wintersemester
In der Uni Halle in Harburg war am 9. Oktober 2026 ordentlich Bewegung: Zum Wintersemester 2026/27 haben sich an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) knapp 1.200 neue Bachelor-Studierende eingeschrieben. Mehr als 100 von ihnen kommen aus Nicht-EU-Ländern. Rund 900 Erstsemester nahmen an der Begrüßungsveranstaltung in der Friedrich-Ebert-Halle teil.
Eröffnet wurde der Nachmittag vom Uni-Chor „SingING“ mit „You’re the Voice“. Durch das Programm führten AStA-Vorsitzende Miora Gerull und Prof. Marcus Rutner, Leiter des Instituts für Metall- und Verbundbau. Das Grußwort hielt Prof. Thorsten Kern, Vizepräsident für Lehre. Im Foyer informierten zahlreiche Stände über Angebote der TUHH – vom Studienalltag bis zu Möglichkeiten, auf dem Campus Anschluss zu finden.
Willkommenstaschen und volle Hörsäle
Am Dienstag, 13. Oktober, sollen auf dem Harburger Wochenmarkt Willkommenstaschen an die neuen Studierenden verteilt werden. Die Aktion gibt es seit 2006. Organisiert wird sie von Harburg Marketing e.V. und der TUHH gemeinsam mit mehreren Sponsoren. Die Taschen enthalten praktische und informative Materialien für den Studienstart. Unterstützt wird die Ausgabe unter anderem von Tempowerk, ContiTech, der Sparkasse Harburg-Buxtehude, dem TUHH-Alumni-Verein und der TUHH-Stiftung.
Die meisten Erstsemester beginnen Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Logistik und Mobilität. Danach folgen Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Maschinenbau. Im Campus-Shop startet außerdem der Verkauf von TU-Hamburg-Merchandisingartikeln.
Die ersten Vorlesungen des Wintersemesters 2026/27 beginnen in einer Woche. Die Zahl der Bachelor-Erstsemester liegt diesmal zwar unter den mehr als 1.300 Studienanfängerinnen, die im Wintersemester 2025/26 an der TU Hamburg gestartet waren. Damals begannen außerdem mehr als 100 Studierende ein Orientierungsstudium – so viele wie nie zuvor. Innerhalb von fünf Jahren war die Zahl der Studienanfängerinnen um rund 35 Prozent gestiegen.
Lehre, Labore und neue Studiengänge
Prof. Dr. Thorsten A. Kern hat sein Amt als Vizepräsident für Lehre am 1. Oktober 2025 von Prof. Dr. Dr. Wolfgang Kersten übernommen. Kern will die Studierendenorientierung stärken und möglichst viele Studienanfänger*innen bis zum Abschluss begleiten. Die TUHH setzt dabei auf eine lebendige und praxisnahe Lehre.
Dazu gehören zwei neue CampusLabs. „Global Soil Health, Water and Climate“ beschäftigt sich mit Bodenforschung, Wasser und Klima, „Circular Economy“ mit Fragen der Kreislaufwirtschaft. In den Reallaboren können Studierende gemeinsam und praxisnah forschen; zugleich sollen die Räume der Gesellschaft offenstehen. Forschung und Lehre sollen so nach dem Humboldt’schen Bildungsideal enger verbunden und das Interesse an MINT-Fächern gefördert werden.
Zum Wintersemester 2026/27 startet außerdem der englischsprachige internationale Masterstudiengang „Computational Methods and Machine Learning in Engineering“. Der multidisziplinäre Studiengang verbindet Ingenieurwesen, Informatik und angewandte Mathematik. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Simulationstechniken, numerische Modellierung und Algorithmenentwicklung. Bewerbungen waren ab dem 1. Dezember 2025 möglich.
Der gemeinsam mit dem Northern Institute of Technology Management (NIT) entwickelte Weiterbildungs-Master „Business Analytics und Artificial Intelligence“ soll voraussichtlich zum Sommersemester 2026 starten. Er kombiniert theoretische Kurse mit praktischen Projekten zur KI-gestützten Datenanalyse und zur Lösung von Geschäftsproblemen. Die Bewerbungsfrist endete am 15. Januar 2026. Die Förderung des europäischen Erasmus-Mundus-Masterstudiengangs „Interdisciplinary Mathematics“ wurde um weitere fünf Jahre verlängert.
Auch aus der Gründerszene gibt es Neuigkeiten: Das TUHH-Startup traceless materials GmbH ist für den Deutschen Zukunftspreis 2025 nominiert. Das Unternehmen entwickelt ein Material, das Kunststoff in großem Maßstab ersetzen kann. Die Preisentscheidung fällt am 19. November.
Campus zwischen Park, Mensa und „Tortenstück“
Die Technische Universität Hamburg – kurz TUHH oder TU Hamburg, bis 2018 Technische Universität Hamburg-Harburg – ist eine staatliche Universität in Hamburg-Harburg. Gegründet wurde sie 1978 und zählt damit zu den jüngsten technischen Universitäten Deutschlands. Rund 100 Professoren unterrichten etwa 7.400 Studierende in 35 Bachelor- und Masterstudiengängen.
Anders als viele Hochschulen ist die TUHH nicht in Fakultäten, sondern in Forschungsfelder und Studiendekanate gegliedert. Die Denickestraße teilt den überwiegend zusammenhängenden Campus in einen nördlichen und einen südlichen Bereich. Im Süden liegt ein Park mit drei Teichen, während der Norden weitgehend gepflastert ist. Die meisten Gebäude befinden sich zwischen Eißendorfer Straße und „Am Schwarzenberg-Campus“. Außenstellen gibt es unter anderem in der Harburger Schloßstraße, der Blohmstraße, am Schloßmühlendamm und im Technologiezentrum Hamburg-Finkenwerder. Seit November 2019 nutzt die Universität zusätzlich Flächen im „HIP ONE“ im Harburger Binnenhafen.
Auf dem Gelände liegt die Veloroute 11; die Denickestraße ist als Fahrradstraße ausgebaut. Einige Gebäude haben im Alltag längst eigene Namen bekommen: „Lindwurm“ am Schwarzenberg-Campus 3, „Tortenstück“ für das Audimax I, „Wache“ für Gebäude G, „Badewanne“ für Gebäude N und die „Baracke“. Das frühere Sofa-Café aus der Baracke zog in das A-Gebäude um.
Die ehemalige Pionierkaserne neben dem Campus wurde grundsaniert und als Hauptgebäude der TU genutzt. Der Entwurf stammt vom Architektenbüro Meinhard von Gerkan; das denkmalgeschützte Gebäude blieb weitgehend erhalten und wurde durch Glashöfe ergänzt. Die Sanierung kostete 26,6 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln und weitere 5 Millionen Euro aus Studiengebühren. Grundsteinlegung war am 17. September 2010, eröffnet wurde das Gebäude am 24. August 2012. Das ehemalige Gesundheitsamt wurde im März 2015 als Gebäude Q eröffnet, der sanierte Ostflügel folgte im April 2015.
Im Hauptgebäude befindet sich ein vom AStA verwaltetes Lern- und Kommunikationszentrum mit 1.000 Quadratmetern zusätzlicher Lernfläche. Mit dem Gebäude B kam 2020 weitere Campuskapazität hinzu. Dort gibt es Räume für Juniorprofessuren, die Graduiertenakademie, das TU-Exzellenzkolleg und studentische Arbeitsgruppen mit etwa 70 Arbeitsplätzen. Insgesamt umfasst Gebäude B knapp 2.000 Quadratmeter.
Gegenüber der Mensa liegen die Universitätsbibliothek, die seit 1991 im Zentrum des Campus untergebracht ist, der Campusshop und ein Service Point der Haspa. Das Studierendenwerk Hamburg betreibt außerdem die Mensa an der Denickestraße, das Café „insgrüne“ und seit November 2021 die Cafeteria „ZessP“. Im Gebäude F sitzen das NIT, ein Café und ein Fitnessstudio.
Die Mensa wurde 1992 mit 120 Plätzen eröffnet. Nach einem Wintergartenanbau 1998 waren es 420 Plätze; heute werden dort täglich etwa 2.200 bis 2.400 Mittagessen verkauft. Weil das nicht immer reicht, wurde die Mensa ab 2011 durch einen Weihnachtsmarkt auf dem Campus ergänzt. Ein bisschen improvisiert, aber offenbar mit Appetit.
Forschung mit Blick auf Klima und Gesellschaft
Die TU Hamburg gliedert ihre Lehre in sechs Studiendekanate und einen Studienbereich: Bau- und Umweltingenieurwesen, Elektrotechnik, Informatik und Mathematik, Technologie und Innovation in der Bildung, Management-Wissenschaften und Technologie, Maschinenbau sowie Verfahrenstechnik. Hinzu kommen die fachverbindenden Ingenieurwissenschaften und Technologien.
Das Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL) berät Lehrende, bietet Weiterbildungen an und koordiniert Maßnahmen zur Verbesserung von Lehre und Lernen. Dazu gehören unter anderem das „LearnING Center“ und das Studieneinstiegsprojekt „Bachelor-Projekt“. In zwei Förderperioden wurde das ZLL aus Mitteln des Qualitätspakts Lehre unterstützt. Der Wissenschaftsrat bewertete es 2015 als hervorragende und vorbildliche Einrichtung zur Qualitätssicherung. Eine angegliederte Abteilung für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften untersucht, wie Studierende grundlegende Begriffe und Zusammenhänge in technischen Fächern verstehen – etwa in Mechanik, Elektrotechnik, Regelungstechnik und Informat
