Heute, am 20.10.2026, ist die Universität Halle mittendrin in einem Monat voller Aktionen gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Hass und Demokratiefeindlichkeit. Bundesweit stehen Menschenketten, Mahnwachen, Kundgebungen, Protestzüge, Treffen sowie Bildungs- und Onlineveranstaltungen auf dem Kalender. Der Überblick wird laut den zugrunde liegenden Veröffentlichungen laufend ergänzt und täglich aktualisiert; alle Angaben sind ohne Gewähr, kurzfristige Änderungen möglich.

Ein Schwerpunkt lag auf dem 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Unter dem Motto „Es brennt“ waren um 12 Uhr Menschenketten geplant – von Karlsruhe bis Berlin und an vielen weiteren Orten. Mehr als 25 Organisationen riefen dazu auf, darunter die Deutsche Umwelthilfe, Extinction Rebellion, Fridays for Future und die Omas gegen Rechts München. Anlass waren Hitzerekorde, Flächenbrände und Wasserkrisen. Gefordert wurden die konsequente Einhaltung des Grundgesetzes, der Erhalt der Lebensgrundlagen, der Vorrang erneuerbarer Energien, Veränderungen bei Mobilität, Ernährung und Wohnen sowie Politik für das Gemeinwohl statt für wenige Profiteure.

Menschenketten, Papierblätter und ein heißer Oktober

Laut Tagesschau bildeten sich an diesem Tag in rund 100 Städten Menschenketten. In Kassel zählte die Polizei rund 500 Teilnehmende, in Frankfurt rund 150, in Darmstadt und Marburg jeweils etwa 100. Für Friedberg nannten die Veranstalter etwa 300 Menschen, während die Polizei zunächst 40 angab. In Homberg/Ohm waren es mehr als 30; weitere Aktionen gab es in Fulda, Friedrichsdorf, Gelnhausen und Bebra-Imshausen.

Nach zehn Minuten Schweigen hielten die Teilnehmenden weiße Papierblätter hoch – für die Organisatoren ein Zeichen des Neuanfangs. Die Aktion sollte auf etwa 15.000 Hitzetote im Sommer, anhaltende Brände, die Erwärmung der Erde und soziale Ungleichheit aufmerksam machen. In Hessen starben dem Bericht zufolge rund 2.200 Menschen an den Folgen der Hitze. Nach Angaben des Bündnisses stieg das globale Vermögen von Milliardären seit 2020 um 80 Prozent, während weltweit alle 13 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt. Wer sich friedlich für den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzen wollte, war eingeladen; ein Aktionsvideo sollte in sozialen Medien verbreitet werden. Organisationen konnten sich über info@esbrennt.com beteiligen, weitere Informationen standen in einem FAQ.

Auch an der Uni Halle laufen vom 5. bis 23. Oktober kritische Einführungswochen. In Sachsen-Anhalt folgen unter anderem regelmäßige Kundgebungen „Kein Recht auf Nazi-Propaganda“ in Lutherstadt Eisleben, am 19. Oktober ein offenes Plenum für ein AfD-Verbot in Halle, am 22. Oktober ein offenes antifaschistisches Plenum in Bernburg, am 27. Oktober ein offenes Treffen der Seebrücke in Magdeburg, am 28. Oktober ein Vielfaltcafé in Merseburg und am 29. Oktober ein offenes queeres Treffen in Köthen.

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Was im Bundeslandkalender steht

In Baden-Württemberg laufen vom 1. bis 31. Oktober die Antifa-Orientierungswochen in Heidelberg. Am 2. Oktober gibt es die Lange Nacht der Demokratie unter anderem in Freiburg, Esslingen, Tübingen, Müllheim und Mannheim. Am 3. Oktober stehen Menschenketten „Es brennt“ in Karlsruhe, Ludwigsburg, Stuttgart, Esslingen, Freiburg, Offenburg, Konstanz, Ulm, Mannheim, Tübingen, Ravensburg und weiteren Orten auf dem Plan; in Mannheim heißt es außerdem „Mannheim läuft für Vielfalt“, in Ravensburg gibt es ein antifaschistisches Treffen. Jeweils um 11:55 Uhr folgt am 5., 12., 19. und 26. Oktober in Karlsruhe „5 vor 12! AfD-Verbot jetzt prüfen!“ am Bundesverfassungsgericht. Vom 9. bis 11. Oktober findet in Heidelberg der Antifaschistische Schülerinnenkongress statt. Am 10. Oktober folgen Antifa-Aktionstag, PRÜF Baden-Württemberg und eine Stadtrallye in Heidelberg, am 17. Oktober eine Mahnwache, „Kicken gegen Rechts“, eine Kundgebung gegen Sozialabbau und weitere Veranstaltungen. Am 20. Oktober ist in Mannheim der Trans Day of Remembrance, am 24. Oktober in Kraichtal ein Seminar zum Umgang mit rechten und rassistischen Parolen.

Bayern beginnt den Monat mit Veranstaltungen in Deggendorf, Augsburg und München. In Passau laufen vom 2. bis 31. Oktober die „Wochen zur Demokratie“, am 2. Oktober findet in mehreren Städten die Lange Nacht der Demokratie statt. Für den 3. Oktober sind Aktionen in Töpen/Mödlareuth, München und Aschaffenburg genannt, am 4. Oktober ein Protest gegen den 1000-Kreuze-Marsch in München. Antifa-Treffen gibt es am 8. Oktober in München, Lindau und Kempten. Die Omas gegen Rechts halten am 9., 16., 23. und 30. Oktober in Erlangen Mahnwachen ab. Weitere Termine: PRÜF Bayern am 10. Oktober in München, „AfD-Verbot jetzt!“ am 12. Oktober in Würzburg, eine Veranstaltung zur Verfassungswidrigkeit der AfD am 13. Oktober in Erlangen, am 17. Oktober der CSD Fürstenfeldbruck und „Kempten singt für Demokratie!“, am 24. Oktober der Protest gegen Abschiebungen am Münchner Flughafen, am 30. Oktober Argumentationsstrategien gegen Stammtischparolen in Ebersberg und am 31. Oktober ein Seminar gegen rechte Parolen in München. Regelmäßige Mahnwachen der Omas gegen Rechts gibt es außerdem in München.

Berlin setzt am 3. Oktober um 11:45 Uhr auf eine Menschenkette an der Glienicker Brücke, um 12 Uhr auf eine weitere am Platz der Republik. Vom 5. bis 28. Oktober laufen in Tempelhof-Schöneberg Aktionswochen gegen Antisemitismus; genannt sind Termine am 5., 13., 18. und 28. Oktober. „Blankenburg für Demokratie und Menschlichkeit“ findet am 4., 11., 18. und 25. Oktober statt. Offene Plena der Studis gegen Rechts sind für den 7., 14., 21. und 28. Oktober angekündigt, mehrere offene Plena und antifaschistische Treffen begleiten den Monat. Am 8. Oktober erinnert eine Kundgebung am Oranienplatz an den Jahrestag des rechtsextremistischen Anschlags von Halle, am 9. Oktober heißt es „Bass gegen Hass“. PRÜF Berlin und „10 Jahre zusammen – gegen rechts!“ folgen am 10. Oktober, die Kundgebung für ein AfD-Verbotsverfahren am 11. Oktober. Am 13. und 20. Oktober treffen sich feministische Antifa-Gruppen offen. Für den 14. Oktober sind die Kundgebung zum Prozessende am Kriminalgericht Moabit, ein Vernetzungstreffen gegen Rechts und ein Antifa-Treffen angekündigt. Am 16. Oktober wird am Leipziger Platz der Appell „AfD-Verbot jetzt“ übergeben. Am 18. Oktober gibt es das „Antifaschistische Seepferdchen“ und eine Konferenz gegen sexistische Polizeigewalt. Am 24. Oktober richten sich Proteste am Flughafen BER gegen Abschiebung und Abschiebehaft.

In Brandenburg stehen am 1. Oktober ein buntes Stammtischtreffen in Panketal, am 3. Oktober Veranstaltungen und Menschenketten im Mühlenbecker Land, in Wandlitz und Strausberg sowie ein Festival für Vielfalt und Solidarität in Fürstenwalde auf dem Programm. Antifaschistische Treffen in Strausberg sind für den 7. und 21. Oktober vorgesehen. Am 10. Oktober findet PRÜF Brandenburg in Potsdam statt, am 13. Oktober das Bündnistreffen „Schule für mehr Demokratie“ in Cottbus. Am 15. Oktober folgen die Stolpersteinverlegung in Spremberg, der Appell „AfD-Verbot jetzt“ in Potsdam und eine weitere Veranstaltung in Zeuthen. Veranstaltungen auf dem Alten Markt in Potsdam sind für den 10. und 24. Oktober genannt; am 22. Oktober gibt es einen offenen Stammtisch in Frankfurt (Oder), am 24. Oktober die Fahrrad Pride in Potsdam und am 29. Oktober den solidarischen Stammtisch in Jüterbog.

In Bremen ist der Ort der Menschenkette am 3. Oktober noch nicht bekannt gegeben. PRÜF Bremen findet am 10. Oktober am Hillmannplatz statt. Die Studierenden gegen Rechts laden am 6., 13., 20. und 27. Oktober zu offenen Plena, am 7. Oktober gibt es ein offenes Antifa-Treffen. Eine Veranstaltung gegen antif