An der Universität Erfurt steht ein Wechsel an der Spitze bevor: André Brodocz ist zum neuen Präsidenten gewählt worden. Die Hochschulversammlung stimmte mit großer Mehrheit für den Politikwissenschaftler. Wann genau er sein Amt antritt, ist allerdings noch offen.

Brodocz kennt die Hochschule seit vielen Jahren aus nächster Nähe. Seit 2009 ist er Professor für Politische Theorie an der Universität Erfurt, seit Anfang 2024 außerdem Vizepräsident für Forschung und akademische Karriere. Zuvor war er unter anderem Senator, Mitglied des Universitätsrats und Dekan.

Ein Präsident aus den eigenen Reihen

Mit seiner Wahl übernimmt erstmals jemand das Präsidentenamt, der aus den eigenen Reihen der Universität Erfurt kommt. Brodocz erklärte, er freue sich außerordentlich über die Wahl. Viel Zeit zum Zurücklehnen dürfte ihm dennoch nicht bleiben.

Auf die Universität warten schwierige Entscheidungen. Brodocz verwies insbesondere auf geplante Personaleinsparungen infolge der Finanzierungs-Rahmenvereinbarung der Landesregierung. Dabei solle vermieden werden, dass vor allem Stellen junger wissenschaftlicher Mitarbeiter betroffen seien. Für Nachwuchskräfte geht es damit um mehr als eine Randnotiz in einer Haushaltsplanung.

Ungeklärter Übergang an der Spitze

Der Weg zur Neubesetzung war zuletzt holprig. Im November des Vorjahres war zunächst eine andere Kandidatin gewählt worden. Mit ihr kam laut Hochschule bei den Verhandlungen jedoch keine Einigung zustande; dies wurde Mitte Juli mitgeteilt.

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Bis zum Amtsantritt von Brodocz führt der bisherige Präsident Walter Bauer-Wabnegg die Universität als Interimspräsident weiter. Der Wechsel bleibt damit vorerst ein Vorgang mit offenem Datum – gewählt ist der neue Präsident, im Amt ist er noch nicht.

Für die Universität Erfurt verbindet sich mit der Entscheidung also ein vertrautes Gesicht mit einer ziemlich großen Baustelle: Forschung, akademische Karriere und die Frage, wo angesichts knapper Mittel gespart werden kann. Gerade bei jungen wissenschaftlichen Mitarbeitern dürfte man in den kommenden Monaten sehr genau hinschauen.