Kasseler Absolvent überzeugt: Forschung verbessert Fußverkehrssicherheit!
In der heutigen Verkehrswelt nimmt der Fußverkehr eine immer wichtigere Rolle ein. Im Jahr 2022 wurde über ein Viertel aller Wege in Deutschland zu Fuß zurückgelegt, was den Fußverkehr zur zweitwichtigsten Mobilitätsform nach dem motorisierten Individualverkehr macht. Dies stellt auch die Kommunen vor große Herausforderungen, denn vielerorts gibt es erhebliche infrastrukturelle Defizite in der Fußverkehrsplanung. Ein Lichtblick in diesem Bereich ist die Auszeichnung von Jerome Busch, einem Absolventen der Universität Kassel, der für seine herausragende Masterarbeit mit dem dritten Platz des DVR-Förderpreises 2026 geehrt wurde. Diese Auszeichnung wird in der Regel für innovative Ansätze zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vergeben. Uni Kassel berichtet, dass Busch in seiner Arbeit Hindernisse und Erfolgsfaktoren in der Fußverkehrsplanung untersucht hat.
Die sorgfältige Analyse umfasste eine Literaturanalyse und Experteninterviews, aus denen zentrale Barrieren für eine fußverkehrsfreundliche Planung hervorgingen. Dazu gehören die traditionelle Priorisierung des Kfz-Verkehrs sowie mangelndes persönliches Engagement seitens der Politik. Auch unzureichende Kommunikation und finanzielle Engpässe wurden als Hemmnisse identifiziert. Um dem entgegenzuwirken, benennt Busch verschiedene Erfolgsfaktoren, wie stärkere Kommunikation und die Einbindung von externer Expertise. Zudem sollen temporäre Maßnahmen und Pilotprojekte verstärkt zum Einsatz kommen.
Strategische Entwicklungen und Ziele
Die Förderung des Fußverkehrs wird nicht nur durch Einzelprojekte vorangetrieben. Das Mobilitätsforum des Bundes hebt hervor, dass über 80 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren gerne zu Fuß gehen, insbesondere Frauen, Kinder und ältere Menschen, für die der Fußverkehr von besonders hohem Stellenwert ist. In diesem Zusammenhang wurde am 12. Februar 2025 die Fußverkehrsstrategie des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) beschlossen, die das Ziel hat, den Fußverkehr als gleichwertigen Bestandteil in der modernen Mobilität zu stärken. Die Strategie fördert nicht nur die Sicherheit und Attraktivität des Fußverkehrs, sondern setzt auch einen klaren Fokus auf die Barrierefreiheit.
Ein zentrales Ziel der Fußverkehrsstrategie ist die Anerkennung des Fußverkehrs als gleichwertige Verkehrsart, ein Aspekt, der in der Planung oftmals vernachlässigt wird. Darüber hinaus strebt die Strategie an, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Für die Umsetzung hat das BMV diverse Handlungsfelder definiert, darunter gesetzliche Rahmenbedingungen und kommunale Planung. Besonders wichtig ist die Berücksichtigung der Anforderungen vulnerabler Gruppen wie Senioren, Kinder und mobilitätseingeschränkte Personen.
Vielfältige Maßnahmen zur Fußverkehrsförderung
Um diese Ziele zu verwirklichen, unterstützt das BMV sowohl investive als auch nicht-investive Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs mit finanziellen Mitteln. Im Rahmen der Förderinitiative Fußverkehr wurden bereits sieben nicht-investive Modellvorhaben mit einem Betrag von über 2,8 Millionen Euro ins Leben gerufen. Der Bundesanteil für Fußverkehrsförderung zeigt, dass der Drang nach sicheren und attraktiven Fußwegen in vielen Städten wächst. Das Bundesministerium für Verkehr hat zudem die Novellierung der Straßenverkehrs-Ordnung angekündigt, welche Maßnahmen wie zusätzliche Fußgängerüberwege und Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen favorisiert.
Durch innovative Ansätze und konkrete Strategien wird der Fußverkehr als zentrale Mobilitätsart gestärkt. Jerome Buschs Arbeit stellt einen bedeutenden Beitrag zu diesem Thema dar und wird in der digitalen Bibliothek für verkehrsbezogenes Wissen WISOM veröffentlicht. Mit einem Preisgeld von 1.500 Euro für seine wertvolle Forschung leistet er einen wichtigen Impuls für die fortdauernde Diskussion über die Sicherheit im Fußverkehr.
