Was bedeutet es im Forschungsumfeld, „das Patriarchat zu zerschlagen“? Mit dieser Frage befasst sich eine Podiumsdiskussion an der Uni Kiel. Autorin Marta Breen, bekannt für ihr Buch „Smash the Patriarchy“, spricht dort mit Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen aus verschiedenen Bereichen.

Im Zentrum stehen Ungleichheiten, die nicht erst am Ende eines Forschungsprojekts auftauchen. Sie beginnen bereits bei der Erstellung von Forschungsergebnissen, prägen die alltägliche akademische Praxis und beeinflussen, wessen Wissen überhaupt berücksichtigt wird. Auch die Auswahl dessen, was gemessen wird, ist nicht neutral – ebenso wenig die Repräsentation verschiedener Körper und Erfahrungen in Forschung und Institutionen.

Wer kommt vor, wer wird übersehen?

Auf dem Podium treffen Perspektiven aus der Gleichstellungsarbeit in den MINT-Fächern, der geschlechtersensiblen Medizin und der angewandten Praxis aufeinander. Gerade dieser Mix verspricht Reibung: Zwischen Labor, Klinik, Hochschulalltag und praktischer Arbeit liegen manchmal Welten, die sich in einer Diskussion erst mühsam aufeinander zubewegen müssen.

Gesprochen wird auch darüber, wie Forschungsfragen entstehen und welche Folgen es hat, wenn bestimmte Körper oder Erfahrungen in Studien kaum vorkommen. Die Frage, was als relevantes Wissen gilt, hängt schließlich eng damit zusammen, wer forscht, wer befragt wird und welche Perspektiven in Institutionen Gehör finden.

Veränderung beginnt nicht erst bei den Ergebnissen

Als mögliche Ansatzpunkte nennt die Veranstaltung das Forschungsdesign ebenso wie die Verantwortung von Führungskräften. Dazu kommen faire Bewertungskulturen und sichere Umgebungen, in denen Menschen ihre eigenen Meinungen äußern können, ohne dafür Nachteile befürchten zu müssen.

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Die Podiumsdiskussion ist Teil der wissenschaftlichen Konferenz „Sprache, Ausdruck und materielle Kultur und deren Grenzen im Genderkontext“. Sie findet an der Uni Kiel statt und richtet den Blick auf jene Strukturen, die im Forschungsbetrieb leicht unsichtbar bleiben – bis jemand sie anspricht.