Auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist bald Schluss mit Sand unter den Füßen: Der „Campus Beach“ wird nach rund eineinhalb Jahren dauerhaft geschlossen. Betreiber Enrico Fischer teilte die Entscheidung auf Anfrage von Merkurist mit.

Fischer hatte das Projekt mit seiner Gruppe „Wild Boyz“ gegründet und seit April 2025 gemeinsam mit einem Partner betrieben. Die Idee dahinter: das studentische Sport- und Freizeitangebot erweitern. Zum Gelände gehörten eine Bar, zwei Beachvolleyballfelder und regelmäßige Partys. Für viele Studierende war das eine unkomplizierte Möglichkeit, nach Seminaren noch ein paar Bälle zu schlagen, etwas zu trinken oder den Abend im Sand ausklingen zu lassen.

Volle Fläche, leere Kasse

Der Grund für das Aus ist wirtschaftlicher Natur. Die Kosten für Pacht, Versicherungen, Personal und Logistik hätten die Einnahmen deutlich überstiegen, erklärt Fischer. Zwar sei die Fläche häufig voll gewesen und das Angebot von den Studierenden gut angenommen worden – an der Kasse habe sich das aber nicht gezeigt.

Viele Gäste hätten überwiegend mitgebrachte Getränke und Speisen konsumiert. Fischer hat dafür Verständnis: Die Budgets von Studierenden seien nun einmal begrenzt. Ein privatwirtschaftliches Projekt lasse sich damit allerdings nicht finanzieren. Zwischen guter Stimmung, vollen Feldern und roten Zahlen klaffte offenbar eine ziemlich breite Lücke.

Das Feedback der Studierenden sei laut Fischer durchweg positiv gewesen. Gerade deshalb fällt die Schließung wohl nicht leicht. Ein voller Beachbereich klingt schließlich nach Erfolg – wirtschaftlich kann das trotzdem danebenliegen.

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Streitpunkt Zusammenarbeit

Kritisch blickt Fischer auch auf die Zusammenarbeit mit der Universität zurück. Strukturelle Vorgaben und Einschränkungen bei Veranstaltungen hätten den Betrieb stark begrenzt. Für eine Fortführung wäre aus seiner Sicht deutlich mehr Unterstützung durch die Universität nötig gewesen.

Weitere Projekte mit der JGU will Fischer künftig nicht umsetzen. Seine Gruppe „Wild Boyz“ konzentriert sich wieder auf andere Vorhaben, darunter Food-Trucks in Bad Kreuznach und Bingen. Der Campus Beach bleibt damit ein vergleichsweise kurzes Kapitel: gegründet als Ergänzung zum Uni-Alltag, beendet wegen anhaltender Verluste.

Andere Wege für studentisches Engagement

Dass studentisches Leben nicht nur auf Sportflächen oder hinter einer Bar stattfindet, zeigt der Blick zur Goethe-Universität. Dort gibt es mehr als 30 studentische Gruppen. Ihre Themen reichen von Nachhaltigkeit und Naturschutz über Kultur, Kunst und Musik bis zu Kommunikation und Medien, Wirtschaft und Soziales.

Auch Sport und E-Sport, Coaching und Spiele sowie studentische Rechtsberatung gehören dazu. Die Gruppen stehen allen Studierenden der Goethe-Universität offen; die meisten organisieren regelmäßig Aktivitäten und Veranstaltungen. Wer sich einmischen, mitmachen oder selbst etwas auf die Beine stellen möchte, findet auf dem Online-Portal eine Übersicht und Kontaktmöglichkeiten.

Dort gibt es außerdem Informationen zur Gründung einer eigenen Gruppe. Unter bestimmten Voraussetzungen können studentische Gruppen offiziell anerkannt werden und sich auf dem Portal vorstellen. Die Regeln für die Anerkennung und Hinweise zu den zuständigen Ansprechpersonen sind ebenfalls online abrufbar. Weitere Informationen zum Anerkennungsverfahren gibt es per E-Mail an engagement@uni-frankfurt.de.

Quelle: Merkurist
Kontext: Goethe-Universität Frankfurt