Gutenberg-Zukunfts-Award 2026: Sara Schurmann und Ralph Caspers für Klimakommunikation ausgezeichnet
Die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz hat den Gutenberg-Zukunfts-Award 2026 an die Klimajournalistin Sara Schurmann und den Moderator und Autor Ralph Caspers vergeben. Mit dem Preis würdigt die JGU Engagement für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Wissenschaftskommunikation. Das Preisgeld beträgt insgesamt 5.000 Euro.
Die Auszeichnung wurde bei der Auftaktveranstaltung der Vorlesungsreihe „Voices for Climate“ am 26. Oktober überreicht. Caspers ist aus „Wissen macht Ah!“ und den Sachgeschichten der „Sendung mit der Maus“ bekannt. Auf die scherzhafte Frage, ob Maus und Elefant schon gratuliert hätten, sagte er, er habe ihnen noch nichts gesagt – die Überraschung solle schließlich erhalten bleiben.
Wissenschaft, die nicht nach Schulstunde klingt
Im Gespräch mit SWR-Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex erklärte Caspers, warum unterhaltsame Wissenschaftsvermittlung im Fernsehen so gut funktionieren kann: Es werden keine Noten vergeben, Inhalte lassen sich freier und interessanter erzählen. Videos, Ton und Grafiken helfen dabei; Kameras können außerdem Details aus nächster Nähe zeigen, die im Alltag kaum zu erkennen wären.
Schurmann wird für ihre Arbeit zur Verankerung des Klimathemas im Journalismus und für den Aufbau des Netzwerks Klimajournalismus ausgezeichnet. Caspers erhält den Preis für die verständliche Vermittlung wissenschaftlicher Themen sowie sein Engagement für Klima- und Nachhaltigkeitsthemen. Die JGU vergibt den Gutenberg-Zukunfts-Award zum dritten Mal an Personen, die sich in diesem Feld einsetzen.
„Voices for Climate“ geht weiter
Die Vorlesungsreihe „Voices for Climate“ startet im Wintersemester erneut. Die Auftaktveranstaltung am 26. Oktober widmete sich der Wissenschaftskommunikation und begann um 19 Uhr im Ersatzhörsaal RW1 auf dem Campus der Universität. Auftaktgäste waren neben Caspers die Klimajournalistin Sara Schurmann.
Wegen des erwarteten Andrangs galt ein Ticketsystem. Nicht an der JGU Studierende meldeten sich über die Seite des Zukunftsmoduls an, JGU-Studierende nutzten die Plattform JOGU-StINe. Bei der Anmeldung konnte die Teilnahme an der Auftaktveranstaltung angegeben werden; anschließend wurde ein Online-Ticket ausgestellt.
Nach dem Auftakt folgen montags um 18:15 Uhr zwölf weitere Vorträge. Dozierende der JGU und externe Gäste beleuchten die Klimakrise aus unterschiedlichen Perspektiven. Eine Vorlesung aus der Hebammenwissenschaft und eine Konzertvorlesung sind neu im Programm. Die Reihe will zeigen, dass die Klimakrise nicht ausschließlich ein naturwissenschaftliches Problem ist.
Vor Ort, im Livestream und auf dem „Markt der Möglichkeiten“
Die Inhalte werden für ein breites Publikum verständlich aufbereitet und sollen der gesamten Stadtgesellschaft zugänglich sein. Die Vorlesungen sind interaktiv und enthalten jeweils eine Diskussionsrunde. Wer nicht auf den Campus kommen kann, verfolgt die Veranstaltungen im Livestream über YouTube.
Vor der Auftaktvorlesung fand erneut der „Markt der Möglichkeiten“ statt. Dort informierten Initiativen über Engagement- und Mitmachangebote. Organisator Timo Graffe verwies auf die Extremwetterereignisse im Sommer, die die Auswirkungen der Klimakrise gezeigt hätten. Die Reihe soll informieren, angesichts von Klimaangst und Trauer Mut machen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.
Das Interview mit Ralph Caspers führte Ulrike Alex; die Onlinefassung stammt von Alfred Schmit. Veröffentlicht beziehungsweise aktualisiert wurde der SWR-Artikel am 26. Oktober 2026 um 16:01 Uhr. Der Auftakt in Mainz war da noch frisch – und die zwölf nächsten Montagabende standen bereits vor der Tür.
