BONA-Inklusionslauf in Dillingen: Gemeinsam starten, unterschiedliche Distanzen wählen
Am 18. Oktober 2026 wird in Dillingen wieder gemeinsam gelaufen: Beim 11. BONA-Inklusionslauf können Menschen mit Handicap frei zwischen Strecken von 500 Metern bis zehn Kilometern wählen. Veranstaltet wird der Lauf vom St.-Bonaventura-Gymnasium, dem TV Dillingen und der Stadt Dillingen.
Für Erwachsene ohne Handicap kostet die Teilnahme 18 Euro. Menschen mit Handicap starten kostenlos. Das macht den Lauf zu einem Beispiel für barrierearme Breitensportveranstaltungen, die Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen ansprechen – ohne dass alle dieselbe Strecke bewältigen müssen.
Freie Streckenwahl statt Einheitsmaß
500 Meter oder zehn Kilometer: Dazwischen liegt viel Spielraum für unterschiedliche Fitness, Erfahrungen und Tagesformen. Gerade diese freie Wahl kann Druck herausnehmen. Wer an einem Tag weniger schafft, läuft eben kürzer; wer mehr möchte, nimmt die längere Distanz. Der gemeinsame Start bleibt trotzdem bestehen.
Von der Universität Münster aus betrachtet, also mit dem Blick auf Sport, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe, ist der Termin ein greifbares Beispiel dafür, wie Inklusion im Alltag aussehen kann. Nicht als Sonderprogramm neben dem eigentlichen Sport, sondern mittendrin – mit verschiedenen Voraussetzungen und demselben Ziel: dabei zu sein.
Barrierefreiheit beginnt nicht erst an der Laufstrecke
Der Deutsche Behindertensportverband beschreibt Barrierefreiheit als Voraussetzung für die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Sport. Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention gehören dazu bauliche, digitale, kommunikative und soziale Aspekte.
Das betrifft also nicht nur Wege, Eingänge oder Sportflächen. Menschen mit Behinderung sollen vollständig barrierefreien Zugang zu Sportstätten und Sportveranstaltungen erhalten, ebenso zu Informationen über Sportangebote sowie zu Aus- und Fortbildungen im Sport. Ein Lauf kann noch so offen ausgeschrieben sein: Wenn Informationen nicht zugänglich sind oder vor Ort Hindernisse warten, wird aus der guten Idee schnell eine unnötige Hürde.
Der DBS und der organisierte Sport sollen bestehende Barrieren erkennen und abbauen. Dafür braucht es eine verstärkte Initiative aller Sportvereine und -verbände. Und zwar nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg: Menschen mit Behinderung sollen als Expertinnen und Experten in eigener Sache aktiv beteiligt werden – „Nicht ohne uns, über uns!“.
Gemeinsam unterwegs
Begegnungen zwischen Sportlerinnen und Sportlern mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe können helfen, Barrieren in den Köpfen abzubauen und Inklusion zu fördern. Berührungsängste und Hemmungen werden dabei ebenso angesprochen wie Kommunikations- und Verständigungsprobleme. Manchmal braucht es dafür keinen großen Kongress, sondern eine Startnummer, ein bisschen Nervosität und den Moment, in dem alle loslaufen.
Beim BONA-Inklusionslauf in Dillingen wird diese Idee am 18. Oktober 2026 auf verschiedenen Distanzen sichtbar. Die Strecke kann unterschiedlich lang sein. Der gemeinsame Sport bleibt derselbe.
