Heute, am 27.10.2026, wirkt der Oktober auf dem Papier fast übervoll: In ganz Deutschland stehen Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen, Treffen und Online-Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus, Hass, Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit auf dem Kalender. Auch von der Uni Münster aus lässt sich kaum übersehen, wie dicht die Termine liegen. Die Übersicht wird laufend ergänzt und aktualisiert; alle Angaben sind ohne Gewähr, kurzfristige Änderungen möglich.

Parallel laufen digitale Angebote: Am 08.10. um 17 Uhr geht es bei „Stammtischparolen im Sportverein“ um Parolen im Vereinsalltag, am 09.10. um 13 Uhr bei „Ein Blick in den Abgrund und nach vorn“ um Analyse und Perspektiven. Das deutschlandweite Neuentreffen „AfD Verbot Jetzt“ ist für den 13.10. um 19 Uhr angekündigt, „Rassistisch? Ich doch nicht!“ für den 14.10. um 17 Uhr. Hinzu kommen die Wahljahranalyse 2026 am 20.10. um 18.30 Uhr, der zweite Mega-Zoom von „Wissenschaft gegen Faschismus“ am 21.10. um 18 Uhr, „Digitale Kommunikation“ am 26.10. um 18 Uhr sowie Veranstaltungen zum „Anti-NGO-Narrativ“ am 27.10. und 28.10., jeweils um 18 Uhr.

Von Menschenketten bis Generation Z

In Baden-Württemberg reichen die Termine vom 01. bis 31.10. Los geht es am 01.10. mit Antifa-Orientierungswochen in Heidelberg und offenen antifaschistischen Treffen in Stuttgart, Ravensburg, Karlsruhe und Heidelberg. Am 02.10. folgt die Lange Nacht der Demokratie mit Veranstaltungen in Freiburg, Esslingen, Tübingen, Müllheim und Mannheim. Einen Tag später sind Menschenketten der Aktion „Es brennt!“ unter anderem in Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg, Mannheim, Ulm, Konstanz, Tübingen und Ravensburg geplant. Vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe heißt es am 05.10., 12.10., 19.10. und 26.10., jeweils um 11.55 Uhr, „5 vor 12! AfD-Verbot jetzt prüfen!“.

Am 10.10. stehen der Antifa-Aktionstag und PRÜF Baden-Württemberg in Stuttgart an. „Kicken gegen Rechts“ in Stuttgart, eine Mahnwache in Bühl sowie weitere Demokratieveranstaltungen in Heidelberg und Pfullendorf folgen am 17.10. Für den 23.10. sind ein Bürgerfest in Birkenfeld und die Kundgebung „Kein Platz für rechte Hetze!“ in Rheinfelden angekündigt. Am 31.10. zieht der bundesweite Generation-Z-Protest durch Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe und Ulm.

Auch Bayern hat vom 01. bis 31.10. einiges vor: Die Lange Nacht der Demokratie findet am 02.10. mit Veranstaltungen in Erlangen und Traunstein statt. Am 03.10. werden Menschenketten in Würzburg, Nürnberg, München, Bayreuth, Bamberg, Kempten, Forchheim, Starnberg, Pfaffenhofen, Murnau und weiteren Orten gebildet; in Aschaffenburg ist eine Demokratiemeile geplant. PRÜF Bayern und weitere Demokratieaktionen folgen am 10.10. in München, „AfD-Verbot jetzt!“ am 12.10. in Würzburg. Am 17.10. gibt es das „Fest der Demokratie“ in Wiesentheid, Protest gegen einen rechten Aufmarsch in München und weitere Veranstaltungen. Proteste gegen Abschiebungen am Münchner Flughafen sowie Kundgebungen in Freising, Cadolzburg und Rosenheim stehen am 24.10. auf dem Plan. Am 26.10. heißt es in Obernburg „Demokratie sichern. AfD-Verbot jetzt!“, am 31.10. gibt es Generation-Z-Proteste in München, Nürnberg, Ulm und Würzburg.

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In Berlin beginnen die Termine am 03.10. mit Menschenketten an der Glienicker Brücke und am Platz der Republik. Aktionswochen gegen Antisemitismus in Tempelhof-Schöneberg sind für den 05.10., 13.10., 18.10. und 28.10. angesetzt. Am 08.10. erinnert eine Kundgebung am Oranienplatz an den Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlags von Halle. PRÜF Berlin am Brandenburger Tor und „10 Jahre zusammen – gegen rechts“ folgen am 10.10., eine Kundgebung für ein AfD-Verbotsverfahren am Matthäikirchplatz am 11.10. Am 14.10. gibt es eine Kundgebung zum Prozessende am Kriminalgericht Moabit und weitere antifaschistische Treffen. Der Appell „AfD-Verbot jetzt“ soll am 16.10. am Leipziger Platz übergeben werden. Am 24.10. sind Proteste gegen Abschiebung am Flughafen BER und die Kundgebung „Hände weg von Trans Leben!“ angekündigt. Am 29.10. geht es um Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten und Solidarität, am 31.10. um den Generation-Z-Protest am Brandenburger Tor.

Brandenburg listet Termine vom 01. bis 29.10. Am 03.10. gibt es Veranstaltungen für Vielfalt, Menschenketten in Wandlitz und Strausberg sowie ein Festival für Vielfalt in Fürstenwalde. PRÜF Brandenburg findet am 10.10. in Potsdam statt. Am 15.10. folgen eine Stolpersteinverlegung in Spremberg und eine Veranstaltung zum AfD-Verbotsappell in Potsdam, am 16.10. „Faschismus Wahlen“ in Brandenburg an der Havel. Die Fahrrad Pride rollt am 24.10. durch Potsdam. Für den 25.10. sind ein Antirassismus-Workshop in Potsdam und eine Veranstaltung zu einer extrem rechten Regierung in Cottbus vorgesehen. Ein solidarischer Stammtisch in Jüterbog beschließt die genannte Reihe am 29.10.

In Bremen steht am 03.10. eine Menschenkette an, am 10.10. PRÜF Bremen am Hillmannplatz. „Brieftauben der Demokratie“ und ein öffentliches Plenum folgen am 11.10. Offene Plena der Studierenden gegen Rechts finden am 06., 13., 20. und 27.10. statt. Am 31.10. zieht der Generation-Z-Protest über den Bremer Marktplatz.

Hamburg plant am 03.10. eine Menschenkette am Jungfernstieg und am 10.10. PRÜF Hamburg. Am 17.10. ist eine gemeinsame Anreise nach Neumünster zu einer Demonstration gegen einen AfD-Aufmarsch vorgesehen, am 18.10. ein antifaschistischer Sonntagsspaziergang. Gegen die Burschenschaft Germania wird am 21.10. protestiert. Vom 23.–31.10. laufen die Wochen des Gedenkens in Bergedorf, am 31.10. der Generation-Z-Protest am Jungfernstieg.

Der zweite Samstag ist PRÜF-Tag

Wie groß solche Termine werden können, zeigte sich in Düsseldorf. Am Samstag, 10. Oktober, nahmen rund 2.500 Menschen an der PRÜF-Demonstration teil. Der Zug startete am Gustaf-Gründgens-Platz vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus und führte durch die Innenstadt bis zum Ehrenhof. PRÜF steht für „Prüfung Rettet Übrigens Freiheit“.

Die Initiative fordert, dass Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder als gesichert rechtsextrem eingestuft wurden, vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden. Die Demonstrationen finden regelmäßig am zweiten Samstag jedes Monats statt. Am Ehrenhof lief am selben Wochenende die re:publica Düsseldorf. Viele Teilnehmende hatten selbst gemachte Plakate dabei – politisch, humorvoll oder als Wortspiele gestaltet. Zu ihnen gehörte Hamed Shahi, Vorstand von MUSIC DÜSSELDORF.

Die erste Düsseldorfer PRÜF-Demonstration fand am 10. Januar 2026 vor dem NRW-Landtag statt; damals wurden rund 3.000 Teilnehmende angegeben. Im April nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 2.800 Menschen teil. PRÜF kündigte weitere Demonstrationen jeweils für den zweiten Samstag des Monats an.

Die Termine im Westen und Norden

In Hessen stehen vom 01. bis 31.10. unter anderem am 03.10. Menschenketten in Frankfurt, Kassel, Kaufungen, Marburg, Fulda, Darmstadt, Gelnhausen, Friedberg, Homberg, Lorsch und Friedrichsdorf an. Am 09.10. heißt es „Fulda steht zusammen“, am 10.10. gibt es einen Lesemarathon in Bad