Wer sich in Münster mit digitaler Forschung an Kulturgut beschäftigt, bekommt ab Herbst reichlich Gelegenheit zum Einsteigen und Weiterbohren. Die Veranstaltungsreihe „Doing DH – Kulturgut im digitalen Wandel“ richtet sich an Forschende und Interessierte mit wenig Erfahrung in Digital-Humanities-Methoden ebenso wie an Menschen, die sich in einzelne Themen vertiefen möchten. Auch Studierende sowie Mitarbeitende aus Bibliotheken, Archiven, Museen und Gedenkstätten sind angesprochen.

Organisiert wird die Reihe vom Service Center for Digital Humanities (SCDH) und der ULB Münster. Die sieben Termine finden jeweils dienstags von 18:15 bis 19:45 Uhr in der Galerie der ULB Münster, Krummer Timpen 3, statt. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Programmdetails stehen über den Veranstaltungslink bereit.

Sieben Abende in der ULB

  • Dienstag, 20. Oktober 2026
  • Dienstag, 3. November 2026
  • Dienstag, 17. November 2026
  • Dienstag, 1. Dezember 2026
  • Dienstag, 15. Dezember 2026
  • Dienstag, 12. Januar 2027
  • Dienstag, 26. Januar 2027

Der Auftakt liegt damit am 20. Oktober 2026, die Reihe reicht über den Jahreswechsel bis zum 26. Januar 2027. Gerade für Neugierige, die nicht gleich in ein umfangreiches Digital-Humanities-Projekt springen wollen, klingt das nach einem gut zugänglichen Format. Und wer schon Vorkenntnisse mitbringt, kann sich in spezifische Fragen einklinken.

Kontakt gibt es bei der ULB Münster | Service Center for Digital Humanities, Bispinghof 24, 48143 Münster. Als Ansprechperson ist Dr. Christian Wachter, SCDH Münster, genannt. Erreichbar ist das Team per E-Mail unter scdh@uni-muenster.de oder digitalhumanities@uni-muenster.de sowie telefonisch unter +49 (0)251 83-25999.

Vom Spracharchiv bis zur Datenvisualisierung

Zur digitalen Forschungsumgebung in Münster gehören unter anderem Angebote von CLARIN-D. Die Infrastruktur stellt Sprach- und Sprachressourcen für die Geistes- und Sozialwissenschaften bereit. Studierende und andere Mitglieder der Universität Münster können die CLARIN-D-Dienste direkt mit ihrer Universitätskennung nutzen.

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Zum Angebot zählen Sprachdatenbanken, Werkzeuge für Sprachtechnologie und webbasierte Sprachverarbeitungsdienste, darunter WebAnno. Besonders geeignet ist CLARIN-D für die Sprach- und Literaturforschung, aber auch für andere Bereiche der Textforschung. Für manche Projekte dürfte das eine echte Erleichterung sein: weniger Dateienchaos, mehr Möglichkeiten, Texte systematisch zu bearbeiten.

DARIAH-DE unterstützt die Geistes- und Kulturwissenschaften bei der Arbeit mit digitalen Ressourcen und Methoden in Forschung und Lehre. Die Forschungsinfrastruktur bietet Dienste zur Bearbeitung und Visualisierung von Forschungsdaten sowie Beratung. Das passt unmittelbar zu Fragen, die bei der Arbeit mit digitalem Kulturgut auftauchen: Wie werden Daten aufbereitet? Wie lassen sich Muster sichtbar machen? Und wo bekommt man Hilfe, wenn der Bildschirm irgendwann nur noch Fehlermeldungen ausspuckt?

Ein deutsches Netzwerk mit europäischer Verbindung

DARIAH-DE ist eine Initiative zum Aufbau und zur Weiterentwicklung einer digitalen Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Sie stellt Werkzeuge, Dienste und Austauschformate für digital unterstützte Forschung bereit und unterstützt die wissenschaftliche Community bei der Nutzung digitaler Methoden und Verfahren.

Als Partner von DARIAH-EU trägt DARIAH-DE dazu bei, Aktivitäten der Digital Humanities europaweit zu bündeln und zu vernetzen. Seit 2021 werden die Aktivitäten im Verein Geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsinfrastrukturen e.V. (GKFI) koordiniert und fortgeführt. Der GKFI entstand als Weiterentwicklung des TextGrid e.V.

Teile der DARIAH-DE-Angebote sind in den NFDI-Konsortien Text+, NFDI4Culture, NFDI4Memory und NFDI4Objects verankert. Die SUB Göttingen leitet das DARIAH-DE Coordination Office (DCO). Das DCO vertritt Deutschland in DARIAH-EU und koordiniert die Tätigkeiten von DARIAH-DE. Seit der ersten Projektförderphase DARIAH-DE I ist es an der SUB Göttingen angesiedelt.

Auch im GKFI koordiniert das DCO weiterhin die nationalen Aktivitäten und fungiert als Knoten- und Kontaktpunkt zu DARIAH-EU. Wer in Münster bei „Doing DH – Kulturgut im digitalen Wandel“ in der Galerie der ULB Platz nimmt, landet also nicht nur bei einer lokalen Veranstaltungsreihe, sondern mitten in einem größeren Geflecht aus Forschungsdaten, Werkzeugen, Beratung und wissenschaftlichem Austausch.