Sebastian Luke übernimmt die Leitung des Südsauerlandmuseums und der Wendener Hütte
Am 2. Oktober 2026 beginnt für Sebastian Luke ein neuer Abschnitt: Der gebürtige Attendorner wird Leiter des Südsauerlandmuseums in Attendorn und des Museums Wendener Hütte. Seinen Dienst tritt er Anfang Oktober an. Bis zum Jahreswechsel arbeitet er sich in die neuen Aufgaben ein; dann übernimmt er die Leitung vollständig von Monika Löcken, die in den Ruhestand geht.
Luke studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Archäologie, Volkskunde und Geschichte. Nach dem Studium übernahm er Lehraufträge an der Universität Münster. Als Archäologe betreute er Teile der Innenstadtsanierung in Attendorn technisch und wissenschaftlich. Von 2023 bis 2026 war er in Olpe mit dem Aufbau und der Konzeption des ursprünglich geplanten Stadtmuseums beauftragt. Ein Wechsel mit Ortskenntnis also – und mit reichlich Museumserfahrung im Gepäck.
Wechsel nach mehr als zwei Jahrzehnten
Beide Museen standen seit 2003 unter der Leitung von Monika Löcken. Auf der Website des Südsauerlandmuseums ist Löcken, M.A., bislang als Museumsleiterin aufgeführt. Dort findet sich auch das Team, das den Museumsbetrieb trägt: Marcel Gaertner als Museumstechniker sowie Anne Höffer in der Museumsreinigung. Im Museumsservice arbeiten Claudia Offermann, Janin Engert, Norbert Siebert, Susanne Wacker, Sonja Ax und Ralf Gosebruch.
Zum erweiterten Kreis gehören Andrea Arens, M.A., als Kunsthistorikerin und Freelancerin sowie Dorothea Klimczuk, B.A., als Kulturwissenschaftlerin und Freelancerin. Und dann ist da noch Kaspar: der Museumskater und Museumsführer für Kinder. Für alle genannten Teammitglieder ist die Telefonnummer 02722-3711 angegeben. Monika Löcken ist unter m.loecken@attendorn.org erreichbar, Marcel Gaertner unter m.gaertner@attendorn.org, Andrea Arens unter andrea.arens@gmx.de und Dorothea Klimczuk unter jdjja@gmx.de. Für Anne Höffer, Claudia Offermann, Janin Engert, Sonja Ax und Ralf Gosebruch lautet die E-Mail-Adresse suedsauerlandmuseum@kreis-olpe.de; bei Norbert Siebert und Susanne Wacker ist suedsauerlanmuseum@kreis-olpe.de angegeben. Auch Kaspar wird über suedsauerlandmuseum@kreis-olpe.de geführt – zumindest auf dem Papier.
Ein Museum mit langer Geschichte
Das Südsauerlandmuseum widmet sich der Kunst- und Kulturgeschichte des Kreises Olpe. Gegründet wurde es 1898 als erstes Museum im Kreis Olpe; heute zählt es zu den ältesten Museen Westfalens. Seit 1909 ist es im Alten Rathaus in der Attendorner Altstadt untergebracht. Seine Wurzeln liegen in der Sammlungstätigkeit des heutigen Vereins für Orts- und Heimatkunde Attendorn.
Die erste Sammlung umfasste Funde aus Höhlenforschung und Archäologie, volkskundliche und berufsständische Exponate sowie kirchliche Kunst. Im Zweiten Weltkrieg gingen große Teile verloren oder wurden zerstört. Ab den 1950er-Jahren planten Vertreter des Heimatvereins den Wiederaufbau. Nach umfassenden Renovierungen stand das Alte Rathaus ab 1967 vollständig für Ausstellungen zur Verfügung.
Von 2006 bis 2008 wurde das Museum umgebaut. Am 22. Juni 2008 öffnete es mit einer neuen Ausstellungskonzeption wieder. Die Dauerausstellung zur Kultur und Geschichte der Region ist in elf Themenbereiche gegliedert: „Marktgeschrei“ erzählt von Stadtgeschichte und Brauchtum in Attendorn, „Schatzmeister“ von der Entwicklung der Sammlung und des Museums. „Kampfgeist“ führt in die Geschichte des Herzogtums Westfalen und zeigt eine umfangreiche historische Kartensammlung.
„Blaublüter“ widmet sich Adel und Jagd im Gebiet des heutigen Kreises Olpe. Zu sehen ist unter anderem eine besonders umfangreiche und unberührt erhaltene Jagdtapete aus der Manufaktur Rixheim. In „Bettgeschichten“ geht es um ländliches Leben und Lieben am Beispiel des Guts Vasbach im Hundemtal. Das Museum besitzt dessen Bibliothek mit mehr als 170 Bänden aus den Jahren 1540 bis 1855, darunter juristische, religiöse und antike Literatur.
Die weiteren Bereiche heißen „Schutzgeister“ – Volksfrömmigkeit im südlichen Sauerland –, „Exportschlager“ zu den Handelsbeziehungen der heutigen Hansestadt Attendorn, „Abtzeichen“ über das klösterliche Leben im Gebiet des heutigen Kreises Olpe und „Beichtgeheimnis“ zur kirchlichen Kunst. „Altlasten“ erklärt Vorgeschichte und Geologie, besonders die Entstehung regionaler Tropfsteinhöhlen wie der Atta-Höhle. Den Abschluss bildet „Kultfiguren“ mit dem Westfälischen Zinnfigurenkabinett.
Zusammengestellt wurde dieses Kabinett von Pfarrer Adrian Wilfried Müller aus Neu-Listernohl. Ab 1977 war es in einem Zinnfiguren-Museum im Pfarrhaus ausgestellt, 1984 kam es ins Südsauerlandmuseum. Zusätzlich gibt es regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen.
Altes Rathaus, neue Leitung
Das Alte Rathaus liegt zusammen mit der Pfarrkirche St. Johannes im Stadtzentrum an der Südseite des Marktplatzes. Das etwa 1350 errichtete Gebäude hatte ursprünglich eine offene Kaufhalle im Erdgeschoss und einen Saal im Obergeschoss für Gerichts-, Rats- und Festveranstaltungen. Spitzbogige Arkaden gliedern Markt- und Giebelseiten, beide Giebel tragen repräsentative Stufengiebel. Wegen der hervorgehobenen mittleren Giebelarkade wird vermutet, dass dort einst der Haupteingang lag.
Mehrere Stadtbrände veränderten das Gebäude stark. Im 19. Jahrhundert unterschied sich das Alte Rathaus, das zeitweise auch als Amtsgericht diente, äußerlich kaum von den umliegenden Bürgerhäusern. Auffällig waren vor allem seine Lage und Größe. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde sogar ein Abriss erwogen. Erst durch die grundlegende Sanierung konnten 1967 die historischen architektonischen Elemente und das aufwendige Bauprogramm wieder freigelegt werden.
Wer das Gebäude auf der Karte sucht: Die Koordinaten lauten 51° 7′ 33,2″ N, 7° 54′ 13,1″ O. Für Sebastian Luke beginnt dort Anfang Oktober die Einarbeitung – zwischen Stadtgeschichte, Museumsalltag, Sonderausstellungen und vermutlich auch Kaspar, der seinen Rundgang für Kinder nicht einfach ausfallen lassen wird.
