Was verbindet Wissenschaft und Sicherheit? Diese Frage steht im Mittelpunkt des diesjährigen „March for Science“, der am 29. Mai in Münster stattfinden wird. Unter dem Motto „Wissenschaft und Sicherheit“ ruft die Universität Münster, unterstützt vom AStA, der Stadt Münster und der FH Münster, dazu auf, sich mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, die geopolitische Veränderungen und technologische Entwicklungen mit sich bringen. Der Demonstrationszug startet um 12 Uhr am Schlossplatz, nachdem sich die Teilnehmer um 11:45 Uhr zwischen den beiden Kavaliershäuschen versammelt haben.

In Anbetracht der jüngsten globalen Entwicklungen betont Prof. Dr. Michael Quante, dass Wissenschaft nicht nur einen Beitrag zur Sicherheit leisten kann, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit Risiken und Missbrauchspotenzialen notwendig ist. Dies verdeutlicht, wie stark die Rolle der Wissenschaft in heutigen sicherheitspolitischen Diskussionen ist.

Herausforderungen für das Wissenschaftssystem

Das Positionspapier „Wissenschaft und Sicherheit in Zeiten weltpolitischer Umbrüche“ des Wissenschaftsrats (WR) legt nahe, dass das deutsche Wissenschaftssystem nicht adäquat auf die veränderte Sicherheitslage vorbereitet ist. Der WR-Vorsitzende Wolfgang Wick äußert, dass insbesondere Cyberattacken und Einflussnahmen ernstzunehmende Herausforderungen darstellen, die es zu adressieren gilt. „Wissenschaftler, wissenschaftliche Einrichtungen und die Politik müssen gemeinsam Verantwortung für die Stärkung der Wissenssicherheit übernehmen“, so Wick.

Ein zentrales Element, das im WR-Papier hervorgehoben wird, ist die Notwendigkeit, Strukturen zur Risikobetrachtung zu entwickeln. Diese sollen dazu dienen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen. Hierfür plant der Wissenschaftsrat die Schaffung einer „Nationalen Plattform für Wissenssicherheit“, die als zentrale Anlaufstelle für Wissenschaftler zur Einschätzung und zum Umgang mit Sicherheitsrisiken dienen soll. Die Herausforderungen sind vielfältig, und die Forschung muss innovative Lösungen für die Stärkung der Sicherheit und Resilienz von Wissenschaft und Gesellschaft entwickeln.

Wissenschaft für die Gesellschaft

Wissenschaftliche Institutionen sollen auch durch unternehmerisch gemanagte „Innovation Hubs“ besser integriert und gefördert werden, um das Forschungspotenzial optimal zu nutzen. Die Ergebnisse des Positionspapiers aus dem Jahr 2025 zeigen, dass der Wissenschaftsrat Empfehlungen formuliert hat, um das fragmentierte Feld der sicherheitsrelevanten Forschung zu bündeln und effektiv zu gestalten. Das Ziel ist es, die positiven Beiträge der Wissenschaft zum Schutz und zur Stärkung des demokratischen Gemeinwesens sichtbarer zu machen.

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Die bevorstehende Veranstaltung in Münster trifft also auf den Nerv der Zeit. Sie bietet nicht nur Raum für den Austausch von Ideen, sondern auch für die kritische Reflexion über die Rolle der Wissenschaft in einer von Unsicherheiten geprägten Welt. Interessierte sind eingeladen, sich einzubringen und die Stimme der Wissenschaft lautstark zu vertreten.

Für weitere Informationen können die vollständigen Positionen und Empfehlungen des Wissenschaftsrats auf deren Homepage nachgelesen werden: Wissenschaftsrat und Wissenschaftsrat – Positionspapier.