Philipp Poisel bringt „Gute Zeiten“ und alte Lieblingslieder ins Münsteraner Jovel
Philipp Poisel kommt nach Münster: Am 23. April 2027 spielt der Singer-Songwriter im Jovel. Im Gepäck hat er sein fünftes Studioalbum „Gute Zeiten“, das zwölf neue Songs enthält. Tickets kosten ab etwa 63 Euro.
Auf der „Gute Zeiten“-Tour 2027 präsentiert Poisel Stücke wie „Dämonen“, „Gute Zeiten“ und „Schön“, aber auch ältere Titel. „Wie soll ein Mensch das ertragen“ und „Halt mich“ dürften dabei nicht fehlen. Viele der neuen Lieder sind von sizilianischer Sonne und mediterranem Licht inspiriert – klingt nach Wärme, flirrenden Bildern und Musik, die sich nicht ganz in Eile abspielen will.
Große Besetzung, kleine Gesten
Geplant ist ein vollständiger Band-Sound. Zugleich soll die Musik klein und minimalistisch bleiben. Dieser Gegensatz gehört offenbar zum Konzept der Tour: mehr Klang auf der Bühne, ohne dass die Lieder ihre Nähe verlieren. Im Jovel könnte das ein Abend werden, der zwischen kräftigem Bandmoment und leisen, fast privaten Passagen pendelt.
Philipp Poisel, geboren am 18. Juni 1983 in Ludwigsburg, ist deutscher Liedermacher. Aufgewachsen ist er in Markgröningen. Schon als Kind musizierte er, spielte Schlagzeug und Gitarre und nahm eigene Kompositionen mit einem Kassettenrekorder auf. In einem Chor bekam er mehrfach negative Kritik für seinen Gesang und beendete daraufhin den Chorgesang – eine eher ruppige frühe Begegnung mit dem Musikbetrieb.
Vom Kassettenrekorder auf die großen Bühnen
Nach dem Abitur wollte Poisel Realschullehrer für Englisch, Kunst und Musik werden. Weil er die Aufnahmeprüfung im Fach Musik nicht bestand, konnte er das Studium nicht aufnehmen. Nach mehreren Reisen durch Europa lernte er im Sommer 2006 seinen späteren Produzenten Frank Pilsl kennen. Gemeinsam produzierten sie erste Demos.
Poisel gründete das Label Holunder Records, das 2020 als Sublabel von Grönland Records weiterbestand und unter anderem seine Singles veröffentlichte. Herbert Grönemeyer wurde 2007 auf ihn aufmerksam; im Januar 2008 nahm Grönemeyer ihn bei seiner Plattenfirma Grönland unter Vertrag.
Am 29. August 2008 erschien das Debütalbum „Wo fängt dein Himmel an?“. Die gleichnamige erste Single hatte zuvor Platz 77 der deutschen Single-Charts erreicht. Im selben Jahr trat Poisel im Vorprogramm von Ane Brun, Maria Mena, Suzanne Vega und Herbert Grönemeyer auf.
Nach einer Tournee durch den deutschsprachigen Raum arbeitete er an „Bis nach Toulouse“. Das zweite Studioalbum erschien am 27. August 2010, erreichte Platz acht der deutschen Album-Charts und blieb acht Wochen in den Top 50.
Chart-Erfolge und leise Lieder
2011 steuerte Poisel die bis dahin unveröffentlichte Ballade „Eiserner Steg“ zum Soundtrack von Matthias Schweighöfers Film „What a Man“ bei, der am 25. August 2011 in deutschen Kinos startete. Die Single erreichte zunächst Platz 21. Nachdem Benny Fiedler das Lied Anfang Januar 2012 bei „The Voice of Germany“ gesungen hatte, sprang es Mitte Januar von Platz 100 auf Platz 4 der deutschen Single-Charts.
Im August 2012 kam das Livealbum „Projekt Seerosenteich“ heraus. Darauf interpretierte Poisel 19 Lieder neu, begleitet von einem Streicherquartett und Klavier. Das Album stieg auf Platz eins der deutschen Album-Charts ein. Ebenfalls im August veröffentlichte er mit Max Herre die Duett-Single „Wolke 7“, die fünf Wochen in den deutschen Top Ten blieb.
Im September 2012 stieg „Wie soll ein Mensch das ertragen?“ nach einem Auftritt von Jean-Michel Aweh bei „Das Supertalent“ von Platz 59 auf Platz 5 der deutschen Single-Charts. Damit hatte Poisel innerhalb eines Jahres drei Top-Ten-Hits in Deutschland. Auch in Österreich erreichte das Lied nach Awehs Auftritt die Top Ten.
2014 war Poisel an der deutschen Version des Benefizsongs „Do They Know It’s Christmas?“ von Band Aid 30 Germany beteiligt; die Weltpremiere fand am 21. November 2014 statt. Im Februar 2017 erschien sein drittes Studioalbum „Mein Amerika“. Nach Angaben aus diesem Monat wohnte Poisel in Ludwigsburg.
Seine Kindheit und Jugend in Markgröningen und besonders den dortigen Schäferlauf thematisierte er im 2017 veröffentlichten Musikvideo zu „Zum ersten Mal Nintendo“. 2018 engagierte sich Poisel für Herzenssache e. V., eine Kinderhilfsaktion von SWR, SR und Sparda-Bank, die unter anderem Projekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche in seiner Heimatregion unterstützt.
Das vierte Studioalbum „Neon“ erschien im September 2021. Nun folgt mit „Gute Zeiten“ das fünfte – und im Jovel treffen die zwölf neuen Songs auf die Stücke, die viele Hörerinnen und Hörer schon länger begleiten. Münster darf sich den 23. April 2027 also ruhig markieren.
