Das historische Heimdebüt der Zweitliga-Basketballerinnen des UBC Münster ist gründlich danebengegangen. Gegen den Vizemeister aus Bochum verlor Münster deutlich. Dabei sah es zur Halbzeit noch ordentlich aus: Der UBC hielt gut dagegen und zeigte über weite Strecken eine Leistung, die Hoffnung machte.

UBC-Trainerin Ruzica Dzankic hatte allerdings schon vor dem Sprungball vor einer besonders schwierigen Aufgabe gewarnt. Genau das wurde im weiteren Spielverlauf sichtbar. Bochum zog davon, Münster fand keine ausreichend langen Antworten mehr. Verena Hahn schirmte den Ball zwischenzeitlich gegen Bochums Deka Moore ab, doch am Ende unterlag der UBC klar.

Dzankic fordert längere gute Phasen

Für die kommenden Partien hofft Dzankic auf längere gute Spielphasen. Außerdem soll die Last im Angriff auf mehr Schultern verteilt werden: Nicht nur drei Münsteranerinnen sollen als Scorerinnen zum Erfolg beitragen. Gegen Bochum reichte die zwischenzeitlich gute Vorstellung dafür nicht.

Der Abend zeigte damit beides: Münster kann in dieser Liga mithalten, aber eben noch nicht über die komplette Strecke. Im Basketball kippt ein Spiel manchmal innerhalb weniger Minuten – und dann wird aus einer engen Angelegenheit eine ziemlich klare Sache.

Ein Verein mit langen Basketball-Wellen

Der UBC Münster wurde 1961 als „Universitäts Basketball-Club Münster“ gegründet. 1963 trat die Volleyballabteilung dem Verein bei, der sich daraufhin in USC Münster („Universitäts Sportclub Münster“) umbenannte. 1978 wurden Basketball und Volleyball nach internen Streitigkeiten wieder getrennt: Der Basketball trat fortan als UBC Münster („Universitäts-Basketball-Club“) auf, der Volleyball als USC Münster („Unabhängiger Sport Club“).

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Sportlich ging es früh hinauf und wieder hinunter. In der Saison 1969/70 stieg die Herrenmannschaft in die zweigeteilte Basketball-Bundesliga auf, blieb wegen finanzieller Probleme und des Weggangs mehrerer Spieler aber nur eine Saison dort. 1970/71 folgte die Rückkehr in die Regionalliga West, damals die zweithöchste Spielklasse. Ein Vertrag mit der Firma Medico ermöglichte 1974 die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Nach dem Weggang des Hauptsponsors und wegen niedriger Zuschauerzahlen kam erneut der Abstieg.

Werner Bergmann prägte den UBC lange als Herrentrainer und Vereinspräsident. 2018 wurde er Ehrenmitglied und erhielt die Silberne Ehrennadel des Deutschen Basketball-Bundes. In der ersten Hälfte der 1990er Jahre arbeitete Bruno Socé als Trainer in Münster. 2000 gelang wieder der Aufstieg in die 2. Bundesliga, anschließend ging es erneut nach unten.

Von der Regionalliga bis zum ProA-Aufstieg

2007 übernahm der frühere UBC-Jugendspieler und Bundesligaprofi Götz Rohdewald das Traineramt in der 2. Regionalliga. Die Mannschaft bestand überwiegend aus talentierten deutschen Spielern, viele davon aus der eigenen Jugend. Den direkten Aufstieg in die 1. Regionalliga verpasste der UBC 2008 als Tabellenzweiter nach einer Niederlage gegen BG Dorsten.

In der Saison 2008/09 kamen zu den Spitzenspielen bis zu 720 Zuschauer. Am 14. März 2009 machte Münster mit einem 78:71-Auswärtssieg gegen SV Hagen-Haspe den Aufstieg in die 1. Regionalliga perfekt.

Eine Saison später beendete Leistungsträger Florian Herzog seine Karriere, Andreas Peters wurde Kapitän. Neu im Kader waren der US-Amerikaner Hayden Heiber, Stephan Carduck und Max Schulze-Pals. Stefan Buschmeier verließ die Mannschaft nach wenigen Spieltagen, in der Rückrunde kam der US-Amerikaner Brice Brooks hinzu. Gleichzeitig nahm die U16 erstmals an der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL) teil und schaffte den Klassenerhalt.

Für 2010/11 galt die Mannschaft trotz der Abgänge von Heiber, Brooks und Sprünken als stärker. Nach mehreren Jahren ohne Hauptsponsor wurden die Stadtwerke Münster neuer Geldgeber. Jasper Knoch, Bernd Fährrolfes, Stefan Fürst, Stefan Wess und Timothy J. Smith kamen hinzu. Das Ziel: besser abschneiden als auf Rang zehn in der Vorsaison.

2012 beendete Götz Rohdewald seine Trainertätigkeit. Unter seiner Führung war die Rückkehr in die 1. Regionalliga und die Etablierung dort gelungen. Sein Nachfolger wurde Philipp Kappenstein, unter dem sich der UBC im oberen Drittel der 1. Regionalliga festsetzte. In der Saison 2014/15 wurde Münster Vizemeister.

Im Juni 2015 erfolgte die Umbenennung in „WWU Baskets des UBC Münster“, kurz „WWU Baskets Münster“. Damit sollte die Verbindung mit der Westfälischen Wilhelms-Universität deutlicher werden. In den Saisons 2015/16 und 2016/17 belegte der UBC jeweils den zweiten Platz in der 1. Regionalliga.

2017/18 kehrte Stefan Wess nach Münster zurück; zuvor hatte er es bis in die A2-Nationalmannschaft geschafft. Unter Philipp Kappenstein gewann die Mannschaft die Meisterschaft der Regionalliga West und den WBV-Pokal. Jan König war mit durchschnittlich 16,8 Punkten pro Spiel bester Korbschütze der Liga, Bryce Leavitt kam auf 15,7 Punkte pro Spiel.

Als Aufsteiger schloss Münster die Saison 2018/19 auf Platz eins der Nordstaffel der 2. Bundesliga ProB ab. Die Heimspiele in der Halle Berg Fidel waren mehrfach mit rund 3.000 Zuschauern ausverkauft. Münster besiegte Erfurt und Bayern München II, setzte sich anschließend gegen Schwenningen durch und erreichte das Finale. Sportlich war damit der Aufstieg in die 2. Bundesliga ProA geschafft. Der Verein verzichtete jedoch darauf, weil die Anforderungen der ProA noch nicht erfüllt wurden. In den Finalspielen unterlag Münster Leverkusen mit 86:89 und 60:88 und wurde Vizemeister der ProB.

Der Weg in die heutige Mannschaft

Mitte März 2020 wurde die Saison 2019/20 wegen der Ausbreitung von SARS-CoV-2 vorzeitig beendet. Münster stand zu diesem Zeitpunkt auf Platz drei der ProB-Nordstaffel. 2020/21 wurde der UBC Dritter der Hauptrunde in der ProB Nord und erreichte das Halbfinale. Gegen Bochum folgte auf einen 89:84-Heimsieg eine 84:97-Niederlage im Rückspiel. Das Finale und das Aufstiegsrecht zur ProA waren damit weg.

Im Sommer 2021 trat Philipp Kappenstein als Trainer zurück. Björn Harmsen, zuvor bereits Sportdirektor, übernahm Trainer- und Sportdirektorenamt. In der Saison 2021/22 gewann Münster mit 21 Siegen und einer Niederlage die Hauptrundenmeisterschaft der ProB Nord. Gegen Hanau ging es im Achtelfinale weiter, im Viertelfinale schied die Mannschaft sieglos gegen Ulm aus.

Im Sommer 2022 erhielt Münster im Wildcard-Verfahren zur Aufstockung der ProA den Zuschlag und stieg zur Saison 2022/23 in die zweithöchste deutsche Spielklasse auf. Als ProA-Neuling holte die Mannschaft 14 Siege und kassierte 20 Niederlagen. Platz 14 reichte zum Klassenerhalt. Andreas Seiferth war mit durchschnittlich 15,4 Punkten pro Spiel bester Korbschütze und beendete anschließend seine Leistungssportkarriere.

Björn Harmsen verließ den Verein und kehrte nach Jena zurück. Götz Rohdewald übernahm erneut das Traineramt. Seit dem 1. Juli 2023 heißt die Mannschaft nach der Umbenennung der Westfälischen Wilhelms-Universität in Universität Münster „Uni Baskets Münster“.

Nun also die Frauen, Zweitliga-Basketball und ein Heimdebüt, das nach guter Halbzeit doch deutlich kippte. Dzankic bleibt der Blick nach vorn: längere gute Phasen, mehr Münsteranerinnen auf dem Spielbericht als Scorerinnen. Der Ball ist jedenfalls wieder in der Halle – und die Geschichte des UBC war selten eine gerade Linie.