Ein Feuer hat am 4.10.2026 auf dem Campingplatz „Bella Italia“ in Peschiera del Garda am Südufer des Gardasees mehr als 20 Menschen verletzt. Mindestens 24 Urlauber mussten nach Angaben der Behörden ins Krankenhaus gebracht werden. Eine verletzte Person soll laut italienischen Medien in kritischem Zustand sein, sieben weitere erlitten mittelschwere Verletzungen.

Der Brand brach kurz nach 6 Uhr morgens bei Dunkelheit aus. Feuerwehr und zahlreiche Rettungswagen waren im Einsatz, während explodierende Gasflaschen die Löscharbeiten erschwerten. Inzwischen ist das Feuer unter Kontrolle. Zur Brandursache gab es zunächst keine näheren Informationen; auch die Identität der Verletzten wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Nach ersten Angaben zerstörten die Flammen etwa 20 Strukturen.

Ferienanlage direkt am See

„Bella Italia“ liegt direkt am Ufer des Gardasees und wird als Fünf-Sterne-Anlage betrieben. Zum Platz gehören Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte sowie zahlreiche Apartments. Für Familien gibt es unter anderem Mobilheime und Luxuszelt-Unterkünfte.

Normalerweise klingt das Angebot nach ziemlich viel Ferien auf engem Raum: fünf Poolbereiche, ein Kinderbecken mit Wasserrutsche und Pilzbrunnen beziehungsweise Sprudelpilz, Kinderanimation, verschiedene Kurse und einen Spielplatz mit großer Hüpfburg und Trampolin. Dazu kommen Kochkurse, Drachenkurse, eine Fußballschule und ein Kinderclub.

Auch kulinarisch ist die Anlage breit aufgestellt – mit zwei Gaststätten, einem Panorama-Restaurant mit Blick auf den Gardasee, einer Pizzeria, einer Eisdiele und einer Snackbar. Zeitungskiosk, Basar, Gemüsehändler, Supermarkt und Souvenirladen gehören ebenfalls zum Campingplatz. Als Ausflugsziel wird die nahe gelegene Stadt Peschiera genannt.

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Sportlich reicht die Palette von Fußball, Tennis, Beachvolleyball und Boule beziehungsweise italienischem Pétanque bis zu Bogenschießen. Fahrräder können gegen Gebühr ausgeliehen werden, ein Golfplatz mit 18 Löchern liegt in der Nähe. Auf dem Platz gibt es einen Kanuverleih; am Gardasee sind Windsurfen, Schwimmen und Schnorcheln möglich. Im Animationsprogramm werden außerdem Aquagymnastikkurse angeboten. Das auch außerhalb der Hochsaison milde Klima eignet sich laut dem Angebot für Campingreisen zu Pfingsten.

In der Umgebung liegen der Freizeitpark Gardaland und der Wasserpark Canevaworld. Der Gardasee ist ohnehin ein beliebtes Urlaubsziel, gerade auch für Touristen aus Deutschland und Österreich. Rund um den See reihen sich neben Orten am Ufer zahlreiche Campingplätze, Ferienanlagen und Freizeitparks – im Sommer wird es dort schnell voll, laut und lebhaft.

Warum sich Feuer auf Campingplätzen schnell ausbreiten kann

Campingurlaub steht für Freiheit und Unabhängigkeit, hat aber seine eigenen Brandrisiken. Mehrere solcher Brände ereigneten sich bereits im Frühjahr 2026: Im Februar und April rückte die Feuerwehr zu Feuern auf Campingplätzen in Mülheim an der Ruhr und Olpe-Sonder mit Großaufgeboten aus. Am Pfingstsonntag brannten auf dem Campingplatz Bankenhof in Hinterzarten das Hauptgebäude und mehrere Ferienwohnungen ab.

Anfang Juni zerstörte ein Brand in Niederkrüchten fünf Wohnwagen; eine Person wurde verletzt, außerdem entstand weiterer Sachschaden. Mitte Juni brannte auf dem FKK-Campingplatz in Steinenstadt eine Gartenlaube.

Als häufige Ursachen gelten der unsachgemäße Umgang mit offenem Feuer, Fehler beim Anschluss oder Einbau von Gas- und Elektrogeräten sowie defekte Verkabelungen beim Anschluss an das Stromnetz. Auch interne Batteriesysteme können fehlerhaft sein. Dazu kommen unsachgemäß genutzte Koch- und Heizgeräte – gerade dort, wo Kocher, Grills und Heizstrahler dicht beieinanderstehen.

Die enge Bebauung und viele brennbare Materialien erhöhen das Risiko, dass sich Flammen ausbreiten. Wohnwagen und Fahrzeuge enthalten häufig leicht brennbare Textilien. Eine zugestellte Batterie kann einen Schwelbrand auslösen, Styroporverkleidungen können wie Brandbeschleuniger wirken, Aluminiumverkleidungen die Hitzestrahlung verstärken. Gelagerte Grillkohle und Feueranzünder können einen Brand zusätzlich begünstigen und die Flammen auf benachbarte Wohnwagen und Fahrzeuge überspringen lassen. Gefährlich sind außerdem giftige Dämpfe.

Vorgaben für Plätze und Urlauber

Die Brandschutzvorschriften werden durch Landesverordnungen für Camping- und Wochenendplätze geregelt und unterscheiden sich zwischen den Bundesländern. In Bayern ist die Campingplatzverordnung außer Kraft; dort werden Campingplätze bauaufsichtlich behandelt. Die grundlegenden Sicherheitsanforderungen sind laut dem Informationsportal dennoch identisch.

Campingplätze müssen durch mindestens fünf Meter breite, freigehaltene Brandstreifen oder -gassen in Abschnitte geteilt werden. Diese Abschnitte dürfen nur eine begrenzte Zahl an Parzellen und Standplätzen umfassen. Feuerlöscher müssen in ausreichender Zahl vorhanden und von jedem Punkt aus höchstens 40 Meter entfernt erreichbar sein. Hydranten oder ein nahe gelegenes Gewässer sollen die Löschwasserversorgung sicherstellen.

Für Urlauber empfiehlt sich ein Feuerlöscher an Bord – besonders, wenn Kocher, Grills oder Heizstrahler in der Nähe stehen. Mobile Gas- und Rauchwarnmelder können Brände früh erkennen und Menschenleben schützen, die im Schlaf besonders gefährdet sind. Gasflaschen sollten außerhalb von Wohnwagen und anderen Aufenthaltsbereichen gelagert werden. Gerade bei Dunkelheit und explosionsartigen Geräuschen bleibt dann oft nur sehr wenig Zeit.

Die Redaktion des Studenten- und Wissenschafts-Magazins an der Uni Würzburg beobachtet die weiteren Angaben zum Brand in Peschiera del Garda.