Von der Warteschlange zum Online-Formular: Wie die Uni Münster ihre Immatrikulation digitalisiert hat
Wer heute an der Universität Münster studieren möchte, muss sich nicht mehr mit Formularen auf den Schlossvorplatz stellen. Die Immatrikulation läuft online, ohne Wartezeit und papierlos. Ein paar Klicks, Nachweise hochladen – fertig. Schriftliche Unterlagen fordert das Studierendensekretariat nur noch stichprobenartig an.
Das war nicht immer so. Bis in die 2000er-Jahre mussten sich Studieninteressierte persönlich im Studierendensekretariat einschreiben. Vor dem Schloss bildeten sich regelmäßig lange Schlangen; wer Pech hatte, brachte reichlich Zeit und vermutlich auch etwas Geduld mit. Den kräftigen Digitalisierungsschub gab es während der COVID-19-Pandemie.
Was die Immatrikulation bedeutet
Der Begriff „Immatrikulation“ kommt vom lateinischen „immatriculare“ – eine Person in ein Register eintragen. Mit diesem Schritt nimmt eine Hochschule jemanden offiziell als Studentin oder Studenten auf. An einer deutschen Hochschule braucht es dafür eine Hochschulzugangsberechtigung, etwa das Abitur oder eine vergleichbare Qualifikation. Zusätzlich ist ein Krankenversicherungsnachweis nötig.
Die Einschreibung erfolgt grundsätzlich vor Semesterbeginn und innerhalb festgelegter Fristen. Sie ist der letzte Schritt nach Bewerbung und Zulassung. Danach gibt es eine Matrikelnummer und, sobald der Semesterbeitrag bezahlt ist, einen Studierendenausweis. Vorlesungen und Seminare dürfen besucht, Prüfungen abgelegt werden; außerdem öffnen sich die Türen zu Bibliotheken und Hochschulnetzwerken.
Wie groß die Studierendenschaft in Münster ist, zeigen die Zahlen für das Wintersemester 2025/26: Insgesamt waren 41.217 Studierende immatrikuliert. 8.471 davon befanden sich im ersten Fachsemester, 4.737 im ersten Hochschulsemester. Verteilt waren sie auf 317 Studiengänge – Weiterbildungsstudiengänge eingeschlossen, Promotionsstudiengänge nicht mitgezählt.
Vom Rektor mit Eid und Handschlag zum Online-Formular
Ein Blick in die Geschichte macht den Wandel noch deutlicher. In der Universitätsverfassung von 1960 steht, dass der Rektor die Immatrikulation nach den geltenden Bestimmungen vollzieht. Wann die Zuständigkeit vollständig auf das Studierendensekretariat überging und die Aufnahme nicht mehr per Eid und Handschlag durch den Rektor erfolgte, ist allerdings nicht genau überliefert.
Heute landet der Vorgang also im digitalen Postfach statt im feierlichen Büro des Rektors. Praktisch ist das allemal – auch wenn ein wenig Zeremonie dabei verloren gegangen sein mag.
Der Einstieg bleibt eine heikle Phase
Die Einschreibung selbst ist nur der Anfang. Der Übergang von der Schule zur Hochschule ist häufig von Entscheidungsunsicherheiten geprägt. Orientierung sollen unter anderem Self-Assessments, Beratungsangebote sowie Unterstützungs- und Monitoring-Maßnahmen geben. Die Mehrheit der Hochschulfachbereiche bietet solche Maßnahmen an, um Probleme im Studium frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.
Das geht aus der Veröffentlichung „CHECK – Hochschulzugang und Studieneingang in Deutschland (Stand 2025)” hervor, die am 23. September 2025 erschienen ist. Herausgegeben wurde sie vom CHE Centrum für Hochschulentwicklung; verfasst haben sie Sonja Berghoff und Cort-Denis Hachmeister. Die Untersuchung umfasst 23 Seiten und basiert bei den Angaben zu Self-Assessments und Beratungsangeboten in der Studieneingangsphase auf Befragungen des CHE Hochschulrankings aus den Jahren 2023 bis 2025.
In die Datengrundlage flossen 1.811 Fachbereiche an 228 deutschen Hochschulen ein. Erschienen ist die Publikation in Gütersloh, ihre ISBN lautet 978-3-911128-26-1. Verfügbar ist die Datei „CHECK_Hochschulzugang_und_Studieneingang_in_Deutschland_2025.pdf“ mit einer Dateigröße von 1,02 MB.
Autorin des Beitrags: Julia Harth. Stand: 7.10.2026, Uni Münster.
