Bauunfall an der Universität Paderborn: Ursache bleibt ungeklärt
Am späten Dienstagvormittag ist die Feuerwehr Paderborn zu einem Arbeitsunfall an der Universität ausgerückt. Gegen 10:40 Uhr stürzte ein Bauarbeiter aus ungeklärter Ursache auf der Baustelle des Erweiterungsgebäudes Z2 am Mersinweg in einen Schacht.
Nach einem Notruf alarmierte die Leitstelle des Kreises die Feuerwehr um 10:46 Uhr unter dem Stichwort „Hilfe 5, Personen in Höhen/Tiefen“. Zunächst war gemeldet worden, der Mann sei mehrere Stockwerke tief gefallen. Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Süd, der Rettungsdienst und Höhenretter fuhren daraufhin zur Unfallstelle nahe dem Institut für Leichtbau mit Hybridsystemen.
Ein Stockwerk tief gestürzt
Vor Ort stellte sich heraus, dass der Bauarbeiter lediglich ein Stockwerk tief abgestürzt war. Beim Eintreffen der Helfer lag er stabil und konnte direkt vom Rettungsdienst versorgt werden. Die Feuerwehr unterstützte die medizinischen Kräfte und leistete Tragehilfe.
Für Höhenretter und Drehleiterbesatzung war der Einsatz damit nicht mehr erforderlich. Nach der medizinischen Untersuchung wurde der verletzte Bauarbeiter in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei ermittelt zur Unfallursache; das Amt für Arbeitsschutz wurde informiert.
Die Angaben stehen im Zusammenhang mit einem tödlichen Arbeitsunfall auf der Kreishausbaustelle in Paderborn, zu dem die polizeilichen Untersuchungen inzwischen abgeschlossen sind. Bei dem Unfall starb am Dienstag ein 59-jähriger Polier. Eine konkrete Ursache konnte die Polizei nicht ermitteln, Hinweise auf ein Fremdverschulden fanden sich nicht.
Treppenelement stürzte im vierten Stock ab
Der 59-Jährige und weitere Arbeiter montierten im vierten Stock eines Treppenhauses eine vorgefertigte Betontreppe. Das Treppenelement stürzte ab und riss den Mann sowie weitere Bauelemente mit. Die für die Rohbauarbeiten zuständige Firma bezeichnete die Unfallursache ebenfalls als ungeklärt. Nach ihren Angaben war das Element genauso montiert worden wie die sieben zuvor in dem viergeschossigen Rohbau.
Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Gutachter untersuchte die Unglücksstelle am Donnerstag und kam vorläufig zum gleichen Ergebnis wie die Polizei. Die Staatsanwaltschaft betont allerdings, dass es sich nur um eine vorläufige Einschätzung handelt und das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist. Die Behörde hat Vorermittlungen eingeleitet, um ein mögliches Fremdverschulden zu prüfen. Das endgültige Gutachten des Sachverständigen soll abgewartet werden; mit dem Ergebnis wird frühestens in drei Wochen gerechnet.
Die nach dem Unfall zunächst stillgelegte Baustelle wurde inzwischen wieder freigegeben.
Tödliche Arbeitsunfälle: weniger Fälle im Jahr 2025
Die Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zeigen derweil ein breiteres Bild. In der Unfallversicherung der gewerblichen Wirtschaft wurden 2024 insgesamt 319 tödliche Arbeitsunfälle registriert, 2025 waren es 308. Das entspricht einem Rückgang um 3,45 Prozent.
- Die BG Rohstoffe und chemische Industrie verzeichnete 9 Fälle im Jahr 2024 und 14 im Jahr 2025.
- Bei der BG Holz und Metall stieg die Zahl von 32 auf 46 Fälle, ein Plus von 43,75 Prozent.
- Die BG Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse kam von 22 auf 28 Fälle, ein Anstieg um 27,27 Prozent.
- In der BG der Bauwirtschaft sank die Zahl von 78 auf 74 Fälle, also um 5,13 Prozent.
- Die BG Nahrungsmittel und Gastgewerbe meldete 20 statt 10 Fälle, einen Rückgang um 50,00 Prozent.
- Bei der BG Handel und Warenlogistik ging die Zahl von 35 auf 22 Fälle zurück, um 37,14 Prozent.
- Die BG Verkehrswirtschaft, Post-Logistik und Telekommunikation verzeichnete 58 und danach 67 Fälle, ein Anstieg um 15,52 Prozent.
- Die Verwaltungs-BG kam von 53 auf 36 Fälle, ein Rückgang um 32,08 Prozent.
- Bei der BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sank die Zahl von 12 auf 11 Fälle, um 8,33 Prozent.
In der Unfallversicherung der öffentlichen Hand, der Allgemeinen Unfallversicherung, ging die Zahl von 26 auf 20 Fälle zurück. Das sind 23,08 Prozent weniger. Über beide Bereiche hinweg wurden 345 tödliche Arbeitsunfälle im Jahr 2024 und 328 im Jahr 2025 gezählt – ein Rückgang um 4,93 Prozent.
Nordrhein-Westfalen unter dem Vorjahreswert
Nach Bundesländern wurden in Baden-Württemberg 44 Fälle im Jahr 2024 und 56 im Jahr 2025 registriert, ein Anstieg um 27,27 Prozent. Bayern sank von 73 auf 55 Fälle, um 24,66 Prozent. Berlin stieg von 5 auf 6, Brandenburg von 7 auf 13 und Bremen von 1 auf 2 Fälle. Hamburg ging von 14 auf 9 Fälle zurück.
Hessen verzeichnete 28 und danach 15 Fälle, einen Rückgang um 46,43 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern kam von 7 auf 4 Fälle. Niedersachsen stieg von 31 auf 34, um 9,68 Prozent. In Nordrhein-Westfalen wurden 67 Fälle im Jahr 2024 und 59 im Jahr 2025 gezählt, ein Rückgang um 11,94 Prozent.
Rheinland-Pfalz blieb bei 15 Fällen unverändert. Im Saarland sank die Zahl von 5 auf 4, in Sachsen stieg sie von 10 auf 18 Fälle, um 80,00 Prozent. Sachsen-Anhalt ging von 20 auf 8 Fälle zurück. Schleswig-Holstein verzeichnete 6 und danach 14 Fälle, Thüringen 5 und danach 12. Die übrigen Fälle – Ausland, nicht zuzuordnen oder ohne Angabe – sanken von 7 auf 4.
Die prozentualen Veränderungen weist die Statistik nur bei Fallzahlen über 10 aus. Für 2024 nennt sie bundesweit 345 Fälle, für 2025 328, wiederum ein Rückgang um 4,93 Prozent. Auf der Baustelle am Mersinweg bleibt währenddessen die konkrete Ursache des Unfalls offen – und die Ermittlungen laufen weiter.
