In Prenzlau (Uckermark) ist in der Nacht zu Samstag ein Mann durch einen explodierten Böller schwer an der Hand und im Gesicht verletzt worden. Rettungskräfte brachten ihn in eine auf solche Verletzungen spezialisierte Klinik.

Die Männergruppe hatte sich am Freitagabend, 25. September 2026, zu einem geselligen Abend getroffen. Kurz nach Mitternacht warf ein Teilnehmer einen Böller in die Runde. Zunächst zündete er nicht. Als ein anderer Mann ihn aufhob, um ihn zu entfernen, explodierte der Böller plötzlich in seiner Hand.

Ermittlungen gegen den Werfer

Der Verletzte erlitt schwere Verletzungen an der Hand und im Gesicht. Gegen den Werfer wird wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Die Polizei warnt vor unsachgemäßem Umgang mit Böllern und pyrotechnischen Gegenständen. Sie weist auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerkskörpern hin – gerade dann, wenn ein Böller scheinbar nicht funktioniert. Eben schnell aufheben und weg damit: Genau das kann gefährlich werden.

Feuerwerk belastet Kliniken

Wie groß die Verletzungsrisiken durch unsachgemäße Pyrotechnik rund um Silvester sind, zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Danach wurden an Neujahr in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich rund 530 Menschen wegen typischer Feuerwerksverletzungen stationär aufgenommen. Die Fallzahl lag damit etwa 2,6-mal höher als an normalen Wochentagen und 4,4-mal höher als an durchschnittlichen Wochenenden.

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Erfasst wurden stationäre Behandlungen wegen Verletzungen der Hand, Augenverletzungen, Kopf- und Ohrverletzungen sowie Verbrennungen an Kopf und Hals. AOK-Bundesverbandsvorständin Carola Reimann erklärte, Feuerwerksverletzungen belasteten rund um den Jahreswechsel medizinisches Personal und Klinik-Kapazitäten erheblich.

Die Zahlen schwankten während der Corona-Pandemie deutlich: Zum Jahreswechsel 2020/2021 wurden rund 140 stationäre Fälle registriert. In den Folgejahren stiegen die Aufnahmen wieder deutlich und erreichten ein ähnliches Niveau wie vor der Pandemie.

Viele Verletzungen tauchen in der Statistik nicht auf

Die Auswertung erfasst nur einen Teil der tatsächlichen Verletzungen, weil sie auf einer spezifischen Auswahl stationärer Hauptdiagnosen basiert. Es ist davon auszugehen, dass deutlich mehr Menschen wegen Pyrotechnik medizinisch behandelt wurden, insbesondere ambulant in Notaufnahmen.

Ein breiteres Diagnosespektrum würde zwar mehr Fälle erfassen, könnte aber auch Verletzungen einschließen, die beispielsweise durch übermäßigen Alkoholkonsum oder Körperverletzungen verursacht wurden. Grundlage der Auswertung waren AOK-Abrechnungsdaten, die entsprechend dem Versichertenanteil auf die bundesweite Bevölkerung hochgerechnet wurden. Die zugrunde liegende Pressemitteilung wurde am 29. Dezember 2025 veröffentlicht.

Der AOK-Bundesverband appelliert an einen verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik. Böller und andere Feuerwerkskörper sollten nicht Kindern überlassen werden. Jugendliche sollten über die Gefahren aufgeklärt und nicht unbeaufsichtigt mit Feuerwerk hantieren gelassen werden. In Prenzlau hat ein kurzer Moment gereicht – und der Abend endete für einen Mann in der Spezialklinik.