Die Universität Potsdam erhielt gleich zweimal Grund zur Freude: Dr. Jaya Bharti und Prof. Dr. Thomas Siedler wurden mit hoch angesehenen Preisen ausgezeichnet. Dr. Bharti, die als Postdoktorandin im Bereich Sustainable Materials Design forscht, erhält den Postdoc-Preis in Höhe von 20.000 Euro. Sie wurde für ihre innovativen Arbeiten zur solarbetriebenen Herstellung von Wasserstoffperoxid ausgezeichnet, die am 9. Mai 2026 im Rahmen des Potsdamer Tags der Wissenschaften verliehen werden. Prof. Dr. Siedler wiederum darf sich über den Landeslehrpreis freuen, der mit 10.000 Euro dotiert ist, für seine außergewöhnliche Hochschullehre.
Dr. Bharti hat in ihrer Forschung metallfreie Photokatalysatoren auf Basis von ionischem Kohlenstoffnitrid entwickelt. Diese Katalysatoren ermöglichen es, Wasserstoffperoxid effizienter und umweltfreundlicher zu produzieren, was zu einem großen Schritt in der chemischen Industrie führt. Wasserstoffperoxid ist eine essenzielle Chemikalie, die in vielen Bereichen Anwendung findet, von der Desinfektion bis hin zu industriellen Prozessen – doch die herkömmlichen Produktionsmethoden sind derzeit energieintensiv und mit hohen CO₂-Emissionen verbunden.
Ein Blick auf innovative Katalysatoren
Die Forschung zur nachhaltigen Herstellung von Wasserstoffperoxid gewinnt an Fahrt. Ein neues Verfahren wurde von einem Team südkoreanischer Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Jong Min Kim entwickelt, das die elektrochemische Reduktion von Sauerstoff nutzt. Dadurch wird nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern auch die Umweltverträglichkeit des gesamten Prozesses verbessert. Der neuartige mesoporöse Kohlenstoffkatalysator hat durch seine spezielle Struktur eine große aktive Oberfläche, die die Sauerstoffaufnahme optimiert. Dies fällt in eine Zeit, in der alternative Herstellungsmethoden immer wichtiger werden.
In einer weiteren Studie, die in der Zeitschrift ACS Applied Materials & Interfaces veröffentlicht wurde, wird ein Verfahren beschrieben, das Wasserstoffperoxid ohne CO₂-Emissionen produziert. Hierbei wird die photokatalytische Aktivierung durch sichtbares Licht genutzt, anstatt auf hohe Temperaturen oder Druck zurückzugreifen. Diese Herangehensweise könnte die Industrie revolutionieren, da sie nicht nur kosteneffizient ist, sondern auch die ökologische Bilanz erheblich verbessert.
Ein multimediales Lehrangebot
Zurück an der Universität Potsdam macht das Forschungs- und Lehrumfeld durch Prof. Dr. Siedlers Seminar auf sich aufmerksam, in dem Studierende spannende Konzepte rund um Kinderbücher zu ökonomischen Themen entwickeln. Dabei werden hochaktuelle Aspekte wie Ungleichheit und soziale Themen behandelt. Prof. Siedler fördert den kreativen Austausch, indem er Experten einlädt, um den Studierenden wertvolles Feedback zu geben.
Die Vizepräsidentin der Universität, Prof. Dr. Barbara Höhle, sowie Dr. Britta van Kempen hoben die herausragenden Leistungen der ausgezeichneten Wissenschaftler hervor und feierten die Qualität der Lehre an der Universität Potsdam. Diese Auszeichnungen bringen nicht nur individuelles Lob, sondern stellen auch einen bedeutenden Beitrag zur Wissenschaftslandschaft der Region dar.
Insgesamt zeigt sich, dass die Universität Potsdam und ihre Forschenden sowohl auf bildungspolitischer als auch auf wissenschaftlicher Ebene einen bleibenden Einfluss ausüben. Der Fortschritt in der nachhaltigen Chemie und die innovative Lehransätze machen die Universität zu einem dynamischen Ort des Wissens.