Rostocker Forscher ausgezeichnet: Preis für wegweisende Migrationsforschung!
In einer der interessantesten Veranstaltungen des Jahres, fand auf der European Population Conference (EPC) 2026 in Bologna die Verleihung des EAPS Open Science and Outreach Award for Population Studies statt. Aliakbar Akbaritabar von der Universität Rostock und Tom Theile vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) wurden für ihre herausragenden Beiträge zur Forschung über nationale und internationale Migration gewürdigt. Die Universität Rostock berichtet, dass die beiden Wissenschaftler insbesondere für ihre Arbeit an der Scholarly Migration Database (SMD) ausgezeichnet wurden.
Die SMD, die eine Neuauflage in Form von SMD 2.0 im Juni 2026 erfahren hat, spielt eine zentrale Rolle in der Analyse der wissenschaftlichen Mobilität weltweit. Diese frei zugängliche Forschungsinfrastruktur ermöglicht die Nachverfolgung und Rekonstruktion von Wanderungsbewegungen von Wissenschaftlern mithilfe umfangreicher globaler Publikationsdaten. Das neue Update beinhaltet nun Informationen über rund 2.080 Regionen und erlaubt Auswertungen nach Geschlecht sowie wissenschaftlicher Disziplin. Scholarly Migration beschreibt, wie die Datenbank die Bewegungen von Wissenschaftlern detailgenau erfasst und damit nicht nur für die Forschung, sondern auch für Journalisten und Politikanalysten wertvolle Erkenntnisse bereitstellt.
Wertvolle Erkenntnisse über Migration
Die European Association for Population Studies (EAPS) lobte die SMD für ihre Transparenz und Offenheit und hob hervor, dass die Daten den FAIR-Prinzipien entsprechen, was bedeutet, dass sie für die wissenschaftliche Gemeinschaft leicht zugänglich sind. Diese Initiative sorgt nicht nur für Sichtbarkeit in der Mikrodatenforschung, sondern fördert auch den Austausch unter Forschenden. Akbaritabar und Theile setzen sich über die SMD hinaus auch für die Nachwuchsförderung ein, indem sie internationale Weiterbildungskurse im Bereich Datenwissenschaft und Demografie organisieren und junge Forschende in europäischen Programmen unterstützen.
Der Fokus der Migrationsforschung hat sich in den letzten Jahren gewandelt, deutlich wird dies auch im aktuellen Tätigkeitsfeld des MPIDR. Die Forschung thematisiert unter anderem die Ursachen und Motive für Wandermuster, die durch Globalisierung und individuelle Lebensverläufe geprägt sind. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung erweitert diesen Diskurs durch Analysen zu interkontinentalen Migrationströmen und den Einfluss von Binnenwanderung auf die soziale Struktur in Deutschland.
Ein aktuelles Projekt des MPIDR untersucht beispielsweise die Lebensumstände von ukrainischen Geflüchteten in Deutschland und deren Integrationssituationen. Solche Studien sind essenziell, um die Auswirkungen von Migration auf individueller und gesellschaftlicher Ebene nachvollziehen zu können. Das Engagement von Akbaritabar und Theile ist demnach Teil eines größeren Bildes, das die Wichtigkeit von Forschung in diesem dynamischen Bereich unterstreicht.
- An der SMD können folgende Auswertungen vorgenommen werden:
- Geschlecht
- Wissenschaftsbereich
- Subnationale Standorte
Die SMD 2.0 basiert auf aktuellen Datenquellen wie OpenAlex und Scopus, was die Qualität und Konsistenz der Informationen weiter erhöht. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Migrationsforschung auf einem hohen Niveau weiter vorangetrieben wird, und dass die Arbeiten von Akbaritabar und Theile nicht nur lokal, sondern auch international Anerkennung finden.
