Zwischen Winnenden und Nellmersbach schwanken die Züge. Für Thomas Pfeiffer aus Hertmannsweiler ist das kein kleines Ärgernis, sondern eine Sicherheitsfrage. Er befürchtet ein Unglück, falls sich an der Situation nichts ändert. Pfeiffer arbeitete bis zu seinem Ruhestand in der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart und beschreibt sich selbst als sicherheitsbewusste Person.

Nun räumt die Deutsche Bahn einen Schaden am Gleis ein. Was genau die Reisenden im Zug spüren, hat damit also einen konkreten Hintergrund. Für Fahrgäste bleibt vorerst vor allem das ungute Gefühl: Ein kurzer Ruck, ein Schwanken – und sofort schaut man auf.

Störungsmeldungen auf einen Blick

Wer derzeit mit der Bahn unterwegs ist, kann sich über „bahn.de aktuell“ über den Bahnverkehr in Deutschland informieren. Die zentrale Anlaufstelle der Deutschen Bahn bündelt Verspätungen, Zugausfälle, Baustellen, Umleitungen und Streckensperrungen. Die Meldungen wurden zuletzt am 19. Mai 2025 aktualisiert.

Zur Verfügung stehen unter anderem eine interaktive Störungskarte mit aktuellen Zugausfällen und Streckenunterbrechungen, ein Zugradar mit Echtzeit-Positionen von Zügen sowie Abfahrtstafeln für einzelne Bahnhöfe. Auch ein Verspätungsalarm per E-Mail oder App ist möglich. Wer eine bestimmte Verbindung im Blick behalten will, kann sich automatisch darüber informieren lassen.

Ergänzend gibt es einen Baustellenplaner zur Reiseplanung. Verlinkt sind außerdem die digitale Reiseauskunft, aktuelle Streckeninformationen, die Baustellenübersicht der Deutschen Bahn und regionale Meldungen der DB Regio. Die Störungskarte zeigt dabei aktuelle Verkehrsbehinderungen im gesamten DB-Netz – praktisch, wenn eine Fahrt nicht nur zwischen Winnenden und Nellmersbach ins Stocken gerät.

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Das Netz bleibt eine Baustelle

Der Blick auf das größere Bild fällt ebenfalls gemischt aus. Der neue Netzzustandsbericht der Deutschen Bahn bewertet das Schienennetz erneut mit der Schulnote 3,0. Trotz Milliardeninvestitionen hat sich der Zustand im vergangenen Jahr weder verbessert noch verschlechtert. Bahnchefin Evelyn Palla sagte, die Trendwende sei noch nicht erreicht; viele Anlagen und Bahnhöfe seien weiterhin in schlechtem Zustand.

Immerhin scheint die Phase der ungebremsten Alterung der Schieneninfrastruktur beendet zu sein. Die Allianz pro Schiene bezeichnete diese Stabilisierung als Hoffnungsschimmer. Der Investitionsstau sank von 130 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 124 Milliarden Euro. Die Organisation fordert vom Bund dennoch einen langfristigen Plan, um diesen Rückstand abzubauen.

Bei den Bahnhöfen ging es leicht aufwärts: Die Bewertung verbesserte sich von 3,03 auf 2,96. 2025 wurden 124 Bahnhöfe nach umfassender Erneuerung fertiggestellt. Brücken erhielten die Note 2,64 und schnitten damit ebenfalls etwas besser ab.

Problematisch bleiben die Stellwerke. Sie steuern Weichen und Signale und sind für den sicheren Bahnbetrieb zentral, erreichen aber nur die Gesamtnote 4,02 – immerhin rund 0,1 Punkte besser als im Vorjahr. Etwa die Hälfte der rund 4.000 Stellwerke gilt als erneuerungsbedürftig. Da wird aus einem kleinen Wackler schnell eine große Sorge.

Mehr Geld, mehr Baustellen

Evelyn Palla erklärte, der Weg zu einem modernen Schienennetz sei noch lang. Die öffentliche Hand müsse weiterhin ausreichend Geld bereitstellen. Rund 28.000 Baustellen beeinträchtigten laut Palla im vergangenen Jahr den Bahnbetrieb. Gleichzeitig waren nur etwa 60 Prozent der Fernverkehrszüge pünktlich. Zunächst soll die Pünktlichkeit stabilisiert und der seit 2020 anhaltende Abwärtstrend gestoppt werden.

2025 investierte die Bahn rund 19,9 Milliarden Euro in die Sanierung des Schienennetzes. Nach Angaben von DB-InfraGo-Chef Philipp Nagl war diese Summe notwendig, damit der Sanierungsstau nicht weiter anwächst. Erneuert wurden rund 1.900 Kilometer Gleise und 1.900 Weichen.

Für das laufende Jahr sind Investitionen von 23 Milliarden Euro und rund 28.000 Baustellen geplant. Die Bahn erwartet dadurch zumindest eine leichte Verbesserung des Netzzustands. Außerdem sollen in diesem Jahr vier Generalsanierungen besonders wichtiger Strecken abgeschlossen werden.

Für die Strecke bei Winnenden hilft das zunächst nur bedingt. Der Schaden am Gleis ist eingeräumt, die Sorge von Thomas Pfeiffer bleibt bestehen. Wer im Zug sitzt, hört vielleicht wieder dieses dumpfe Geräusch unter den Rädern – und wartet unwillkürlich auf den nächsten Ruck.