xenko: Ulmer Startup bringt Bewegung mit XR in den Arbeitsalltag
Ein Startup der Universität Ulm bekommt Rückenwind für eine ziemlich zeitgemäße Idee: xenko erhält ein EXIST-Gründungsstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) in Höhe von insgesamt 143.500 Euro. Die Förderung läuft vom 1. September 2026 bis zum 31. August 2027.
Das Team entwickelt eine digitale Gesundheitsplattform, die Menschen im Arbeitsalltag zu mehr Bewegung bringen soll – mit Extended Reality (XR) und VR-Brillen. Gesundheitsangebote sollen digital, flexibel und unabhängig davon verfügbar sein, wo und wann gearbeitet wird. Zunächst richtet sich xenko an Unternehmen mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM). Später ist auch ein Einsatz in der Physiotherapie vorgesehen.
Bewegung mit virtuellem Trainer
Auf der Plattform sind unter anderem Mobilitätsübungen, Pilates, Yoga, Meditation und Regenerationseinheiten geplant. Trainingsplan, virtuelle Umgebung und Avatar lassen sich an die jeweiligen Nutzenden anpassen. Wer also lieber ruhig einsteigt oder gezielt an bestimmten Übungen arbeitet, soll nicht in ein starres Programm gepresst werden.
Eine zentrale Funktion ist das Echtzeit-Ganzkörperfeedback: Die Bewegungen der Nutzenden werden in eine virtuelle Umgebung übertragen und mit den Bewegungen eines Traineravatars verknüpft. Zusätzlich kann ein digitales Muskelmodell anzeigen, welche Muskelgruppen an einer einzelnen Bewegung beteiligt sind. Das klingt nach viel Technik – am Ende soll es aber um etwas sehr Bodenständiges gehen: weniger Sitzen, mehr Bewegung, vielleicht auch eine kurze Pause zwischen zwei Videokonferenzen.
Geschäftsführerin Dr. Jana Funke kennt das Thema aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Sie promovierte bei Professor Enrico Rukzio am Institut für Medieninformatik der Universität Ulm. Dabei untersuchte sie, wie Bewegungsübungen für XR gestaltet werden können und welche Auswirkungen sie auf Trainingserfolg, Akzeptanz, Motion Sickness und emotionale Zustände haben.
Vom Forschungsthema zum Gründungsvorhaben
Die Idee zu xenko entstand 2024. Zum Gründerteam gehören Dr. Jana Funke in der Geschäftsführung, Nadja Pirchheim für Marketing und Produktdesign, Benjamin Bayer für die XR-Entwicklung sowie Dr. Jessica Seyfried im Bereich Content Development.
Die Gründerinnen wurden zuvor über ein Woman-EXIST-Stipendium des Entrepreneurs Campus der Universität Ulm gefördert. Über das Gründungsnetzwerk wurde nun ein EXIST-Gründungsstipendium für drei Vollzeitstellen eingeworben. Ziel des Teams ist die Gründung eines Unternehmens.
Die Förderung besteht aus 143.500 Euro für drei Vollzeitstipendien von Funke, Pirchheim und Bayer, 30.000 Euro Sachmitteln sowie 5.000 Euro für Coaching-Ausgaben. Der Entrepreneurs Campus berät das Team und unterstützt gründungsinteressierte Universitätsangehörige mit Qualifizierung, Netzwerk und Begleitung. Gerade bei einem Vorhaben, das Forschung, Softwareentwicklung und Gesundheitsangebote zusammenbringen will, dürfte diese Mischung aus Beratung und Kontakten einiges auffangen, was sonst schnell zwischen den Stühlen landet.
Für wissenschaftliche Fragen ist Dr. Jana Funke unter info@xenko.de erreichbar. Die Startup-Begleitung übernimmt Melanie Kamrath vom Entrepreneurs Campus der Uni Ulm: melanie.kamrath@uni-ulm.de, Telefon 0170 3313654. Weitere Informationen gibt es unter www.xenko.de.
Ein Zuschuss mit engem Zeitfenster
Das EXIST-Stipendium läuft bis zum 31. August 2027 und schafft damit einen klar begrenzten Zeitraum für die nächsten Entwicklungsschritte. In dieser Phase kann xenko die Plattform weiter ausarbeiten, die geplanten Bewegungs- und Entspannungsangebote vorbereiten und die Nutzung in Unternehmen mit BGM konkretisieren. Die spätere Perspektive Physiotherapie bleibt dabei ebenfalls im Blick.
Der zugrunde liegende Inhalt der zusätzlich genannten Springer-Quelle besteht aus unlesbaren PDF-Rohdaten und enthält keinen auswertbaren Nachrichtenartikel. Für die Einordnung des Ulmer Vorhabens lassen sich daraus daher keine weiteren belastbaren Angaben ableiten.
