Vor wenigen Tagen fand in Vechta ein spannendes Treffen statt, das Studierende und Dozierende von drei Partnerhochschulen zusammenbrachte. Der Anlass war ein betreutes europäisches Austauschformat, das durch die EU-Initiative Erasmus+ gefördert wurde. Teilnehmende Hochschulen waren die Thomas More Hochschule aus Belgien, die Universität Stavanger aus Norwegen und die Hochschule VAMK aus Finnland. Hier haben die Teilnehmenden ihre Perspektiven und Methoden im Bereich der Sozialen Dienstleistungen verglichen und sich über die gemeinsamen Werte der Sozialen Arbeit unterhalten: Menschenrechte und Soziale Gerechtigkeit.
Ein zentraler Bestandteil des Programms war der Austausch über die Systeme der Kinder- und Jugendhilfe der involvierten Länder. Im Rahmen von Besuchen in verschiedenen Einrichtungen in Vechta erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, internationale „Best Practice“-Erfahrungen zu sammeln. So wurde unter anderem im Johannesstift Vechta das deutsche Fremdunterbringungssystem näher beleuchtet. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch im Mutter-Kind-Haus der JVA für Frauen, bei dem die Förderung der Mutter-Kind-Beziehung in Haftverhältnissen thematisiert wurde.
Praxiseinblicke und Workshops
Die Teilnehmenden profitierten zudem von einer Vielzahl an Workshops, die sich mit den deutschen Ansätzen in der Familienarbeit beschäftigten. Professor Dr. Oliver Schöndube spannte den Bogen zur Musiktherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, während Traugott Haas und Svenja Wetzenstein kreative biografische Ansätze für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vorstellten. Die Tree of Life-Methode aus Simbabwe, präsentiert von Jurgen Basstanie, erntete ebenfalls großes Interesse.
Die Rückmeldungen der Studierenden waren überwältigend positiv: Viele zeigten sich begeistert von der Möglichkeit, ihren fachlichen Horizont deutlich zu erweitern und die Wertigkeit des Programms hervorzuheben. Die fachliche Koordination des Blended Intensive Programmes (BIP) lag in den Händen von Magnus Frampton von der Universität Vechta, welcher die Bedeutung solcher Austauschformate für die Studierenden unterstrich.
Chancen durch Erasmus+
Erasmus+ hat das Ziel, die Chancen und Möglichkeiten für Studierende und Bildungseinrichtungen verständlich und serviceorientiert zugänglich zu machen. In Deutschland setzen vier Nationale Agenturen dieses EU-Programm um und bieten umfangreiche Unterstützung bei der Projektberatung und Antragstellung für europäische Bildungsprojekte. Durch die langjährige Kompetenz in der Bildungszusammenarbeit wird dafür gesorgt, dass die Kontinuität und das Know-how in den relevanten Bildungsbereichen gewährleistet sind. Im Netzwerk von Nationale Agenturen für Erasmus+ findet ein reger Austausch und eine enge Zusammenarbeit rund um europäische Projekte statt erasmusplus.de.
Die Universität Vechta plant bereits, weiteres Schwung in die internationale Zusammenarbeit zu bringen. Ein neues BIP in Schweden ist bereits in Planung, und die Hoffnung ist, dass möglichst viele Studierende an diesen bereichernden Erfahrungen teilnehmen können. Eine aufregende Zeit liegt also vor den Beteiligten, und die Vorfreude auf die zukünftigen Austauschformate ist groß.