Fabrice Mamert Mbena Onana erhält den DAAD-Preis 2026 der Universität Vechta
Fabrice Mamert Mbena Onana kam 2023 nach Vechta. Heute, am 22. Oktober 2026, steht fest: Die Universität Vechta verleiht dem 24-jährigen Masterstudenten den DAAD-Preis 2026. Gewürdigt werden seine herausragenden akademischen Leistungen und sein Engagement für das Miteinander auf dem Campus.
Die Preisverleihung findet am 29. Oktober 2026 bei der Eröffnung des akademischen Jahres 2026/27 statt. Die Festrede hält Professorin Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D. Wer dabei sein möchte, kann sich bis zum 16. Oktober anmelden.
Von Yaoundé nach Vechta
Sein Weg nach Niedersachsen begann mit einem Erasmus+-Stipendium. Grundlage war eine Partnerschaft zwischen der Universität Yaoundé in Kamerun und der Universität Vechta. 2024 entschied sich Mbena, in Deutschland zu bleiben, und nahm in Vechta ein reguläres Studium auf. Ausschlaggebend war für ihn die Integrationskultur der Universität.
Derzeit studiert er im Masterstudiengang Kulturwissenschaften. Als Vorteil Vechta gegenüber seiner Heimat nennt er die kulturelle und ethnische Vielfalt in den Lehrveranstaltungen. Der Austausch mit Menschen unterschiedlicher Herkunft sei gerade im Kulturstudium bereichernd. Auch die Studienweise erlebt er anders als in Kamerun: In Deutschland gibt es nach seiner Einschätzung weniger Frontalunterricht, dafür spielt die Selbstorganisation eine größere Rolle.
Für den DAAD-Preis nominierten ihn gemeinsam Prof. Dr. Gabriele Dürbeck, Prof. Dr. Lina Franken, Prof. Dr. Claudia Garnier und Prof. Dr. Christine Vogel. Die vier Professorinnen heben hervor, dass Mbena komplexe kulturwissenschaftliche Theorien kritisch hinterfragen und auf aktuelle gesellschaftliche Fragen anwenden kann.
Verschwörungsmythen, Alltagskultur und Mentoring
In seinen Arbeiten beschäftigt sich Mbena unter anderem mit modernen Verschwörungsmythen und der regionalen Alltagskultur in Niedersachsen. Seine Beiträge, so die Professorinnen, bereichern das wissenschaftliche Niveau der Seminare. Sie beschreiben ihn als hochtalentiert und engagiert, sprachlich sehr versiert, analytisch differenziert, urteilsfähig und sozial kompetent.
Sein Engagement endet nicht an der Seminartür. Regelmäßig übernimmt Mbena freiwillig eine Mentorenfunktion für Kommilitoninnen und Kommilitonen. Im internationalen Mentoring-Programm „VIP“ des International Office unterstützt er neue internationale Studierende beim Studienstart in Vechta – beim Ankommen, bei Fragen und bei der Orientierung im Studienalltag.
Nach dem Masterabschluss strebt er eine Promotion mit literatur- oder geschichtswissenschaftlichem Schwerpunkt an. Die nominierenden Professorinnen sehen in ihm eine Bereicherung für die Universität und einen künftigen Botschafter sowie ein Vorbild für Absolventinnen, Absolventen und Studieninteressierte.
Vechta und die weltweiten Hochschulkontakte
Passend zu Mbenas eigener Geschichte erhält die Universität Vechta 2026 insgesamt 902.442 Euro aus dem Erasmus+-Programm, Förderlinie „Mobilität mit Partnerländern“. Nach Angaben der Universität belegt Vechta damit bundesweit den zweiten Platz. Die Mittel finanzieren Auslandsaufenthalte von Studierenden sowie wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeitenden an Partnerhochschulen weltweit. Es geht um neue wissenschaftliche Perspektiven, persönliche Erfahrungen und langfristige Kooperationen.
Bestehende Partnerschaften gibt es mit Hochschulen in Albanien, Kosovo, Georgien, der Ukraine, dem Libanon, Marokko, Kamerun, Äthiopien, Burundi, Kenia, Tansania, Uganda, den USA und Kanada. Neu hinzu kommen Partnerländer in Argentinien, Costa Rica, Japan und Uruguay. Die Förderung soll bestehende Partnerschaften stärken und neue Kooperationen ermöglichen.
Der DAAD-Preis wird gemeinsam von der Universität Vechta und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst vergeben. Er ist mit 1.000 Euro dotiert und richtet sich an ausländische Studierende mit besonderen akademischen Leistungen sowie bemerkenswertem gesellschaftlichem oder interkulturellem Engagement. Seit mehr als zehn Jahren wird die Auszeichnung vergeben, pro Hochschule beträgt das Preisgeld 1.000 Euro. Die Preisträgerinnen und Preisträger stehen stellvertretend für internationale Studierende aus aller Welt. Der DAAD betrachtet sie als künftige Partner Deutschlands in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.
Ein Baustein im Erasmus+-Netz
Wie groß der europäische und weltweite Rahmen hinter solchen Wegen ist, zeigte der DAAD bereits am 5. Juni 2024: Deutsche Hochschulen erhalten aus dem EU-Programm Erasmus+ in den folgenden zwei Jahren insgesamt rund 220 Millionen Euro für internationale Mobilität.
Für die Förderlinie „Mobilität von Einzelpersonen“ sind rund 186 Millionen Euro vorgesehen. Damit werden Auslandsaufenthalte deutscher Studierender und Hochschulbeschäftigter unterstützt – rund 20 Millionen Euro mehr als 2023. Die Mittel fließen vor allem in Aufenthalte in den 33 Erasmus+-Programmländern; bis zu 20 Prozent können für weltweite Mobilität außerhalb dieser Länder eingesetzt werden. Voraussichtlich rund 58.000 Personen werden bei Auslandssemestern sowie Lehr- und Weiterbildungsaufenthalten gefördert.
Die EU-Fördermittel stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund zwölf Prozent, alle Hochschultypen in Deutschland profitieren von den bewilligten Förderungen. Für die Förderlinie „Mobilität mit Partnerländern“ stehen zusätzlich rund 31 Millionen Euro bereit. Damit sollen weltweit voraussichtlich knapp 7.000 Aufenthalte internationaler Studierender und Hochschulbeschäftigter in Deutschland ermöglicht werden.
In den „Cooperation Partnerships“ standen deutschen Hochschulen und anderen Organisationen 2024 rund 11 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden bildungsbereichsübergreifende Internationalisierungsvorhaben, mit einem Schwerpunkt auf Zusammenarbeit und dem Austausch guter Praxis. Die endgültigen Förderentscheidungen für diese beiden zuletzt genannten Programmlinien sollten nach Abschluss der Auswahlverfahren voraussichtlich im August 2024 erfolgen.
Auch im Wahl-O-Mat zur Europawahl war das Erasmus-Programm Thema. In These 30 von insgesamt 38 Thesen konnten Nutzerinnen und Nutzer dafür oder dagegen Stellung beziehen, das Erasmus-Stipendium für finanziell benachteiligte Studierende zu erhöhen. Laut einer NA-DAAD-Umfrage unter 19.000 ehemaligen Erasmus-Geförderten wollten 85 Prozent an der Europawahl 2024 teilnehmen.
