Freiburg erobert die Tabellenspitze, während Pyrotechnik das Fußballproblem verschärft
Ein Fußballabend mit zwei Gesichtern: Der SC Freiburg hat den FC Schalke 04 mit 2:1 besiegt und damit die Tabellenführung der Fußball-Bundesliga übernommen. Maximilian Eggestein brachte Freiburg in der 10. Minute in Führung. Schalke glich zwischenzeitlich aus, konnte den Vorteil der Überzahl aber nicht nutzen.
Ab der 64. Minute spielte Freiburg in Unterzahl. Trotzdem gelang Keisuke Goto in der 85. Minute der Siegtreffer. In einer Woche trifft Freiburg auswärts auf Bayer Leverkusen. Für die Breisgauer geht es dann also gleich mit einer anspruchsvollen Aufgabe weiter.
Freiburg jubelt, Köln gewinnt das Derby
Zuvor hatte der 1. FC Köln das rheinische Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 gewonnen. Isak Johannesson brachte Köln in der 26. Minute in Führung, Joe Scally erzielte in der 39. Minute den Ausgleich für Mönchengladbach. Saïd El Mala traf in der 67. Minute zum Kölner Sieg.
Durch den Heimsieg steht Köln auf Tabellenplatz zehn. Borussia Mönchengladbach bleibt dagegen auch unter Trainer Alexander Blessin punktlos Tabellenletzter. Für die Gäste wurde der Abend zusätzlich bitter: Nach El Malas Treffer schossen einige Gladbacher Fans Leuchtraketen in die Kölner Zuschauerränge. Die Polizei schritt ein, das Spiel wurde für einige Minuten unterbrochen.
Vertreter beider Vereine verurteilten die Ausschreitungen. Gladbachs Sportchef Rouven Schröder erklärte, eine Spielunterbrechung geschehe nicht ohne Grund und derartige Vorfälle gehörten nicht ins Stadion. In der Meldung des Bayerischen Rundfunks wurden die Leuchtraketen ebenfalls als Schüsse auf Kölner Fans beschrieben.
Pyrotechnik bleibt ein Dauerproblem
Wie groß das Spannungsfeld rund um Fußballspiele ist, zeigt der Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), der am 23. Oktober 2025 zur Fußballsaison 2024/25 veröffentlicht wurde. In den Spielen der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga wurden 1.107 Menschen verletzt. In der Saison 2023/24 waren es 1.338 Verletzte – ein Rückgang um mehr als 17 Prozent.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Stadionbesucher in diesen drei Ligen um 3,87 Prozent auf 25,26 Millionen. In der Saison 2022/23 waren es 22,8 Millionen, in der Saison 2023/24 24,32 Millionen. Einschließlich DFB-Pokal, Regionalligen, Länderspielen und Europapokalpartien besuchten fast 33 Millionen Menschen Fußballspiele; das entsprach einem Zuwachs von rund 15 Prozent.
Die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren sank auf 4.700. In der Saison 2023/24 waren es 6.179, in der Saison 2022/23 5.498. Knapp die Hälfte der registrierten Straftaten entfiel auf Körperverletzung, Widerstand, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Einzelereignisse können solche Jahreszahlen deutlich beeinflussen, etwa die Auseinandersetzung zwischen Polizeikräften und Frankfurter Fans im November 2023.
Beim Thema Pyrotechnik zeigt die Kurve allerdings in die andere Richtung: Verstöße im Zusammenhang mit missbräuchlich eingesetzter Pyrotechnik stiegen um 73 Prozent auf 4.783. In der Saison 2023/24 waren 2.749 Fälle registriert worden. ZIS-Leiter Michael Madre forderte Veranstalter auf, konsequenter gegen den missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik vorzugehen.
Die Polizei leistete im Zusammenhang mit Fußballspielen rund 2,6 Millionen Arbeitsstunden, fast neun Prozent weniger als in der Vorsaison. Die ZIS bewertete die Arbeitsbelastung dennoch weiterhin als hoch. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) bezeichnete mehr als 1.000 Verletzte pro Saison als inakzeptabel. Gewalt, Randale und Pyrotechnikmissbrauch gehörten nicht zu einer echten Fankultur, erklärte Reul; Vereine und Stadionbetreiber müssten stärker eingreifen.
Der Dachverband der Fanhilfen bezeichnete Darstellungen von ausufernder Gewalt dagegen als verzerrt und faktisch falsch. Nach seiner Darstellung lägen Strafanzeigen und Verletzte seit Jahren im Promillebereich; andere Großveranstaltungen wie das Oktoberfest böten mehr Anlass zur Sorge. Zwischen Stadion, Polizeibericht und Fanperspektive bleibt damit ordentlich Reibung – und in Köln roch es an diesem Abend nicht nur nach Fußball.
Was sonst noch gemeldet wird
- Schweitzer soll nach dem Rücktritt von Bas das Arbeits- und Sozialministerium übernehmen.
- Der SPD-Parteitag soll nach Bas’ Rücktritt über die gesamte Parteiführung abstimmen.
- Das Briefporto könnte so stark steigen wie noch nie.
- Die EU verhängte Rekordsanktionen gegen russische Kriegshelfer.
- Der Flughafen Riad bleibt unter Beschuss.
- Der Wirtschaftsnobelpreis würdigt Forschung zur Marktstabilisierung.
- Die EU halbiert die Einfuhren von Hybridautos aus China.
- Audi und VW meldeten Quartalseinbrüche.
- Das Münchner Erzbistum zahlt Missbrauchsopfern Schmerzensgeld.
- Aiwanger will den Waldumbau vorantreiben.
- Die Suche nach einem Puma im Raum Erding blieb erfolglos.
Für Bayern wird häufig freundliches Wetter erwartet, bei Höchsttemperaturen von 10 bis 16 Grad.
Quelle 1: Deutschlandfunk
Quelle 2: Bayerischer Rundfunk
Quelle 3: Sportschau
