In der ehemaligen Kommissbrotbäckerei an der Rheinallee hat am Freitag die KULTURBÄCKEREI eröffnet. Das neue Zentrum für Kunst, Kultur und Begegnung liegt in der Mainzer Neustadt – genauer gesagt in den oberen zwei Etagen des Hauses hundert11 an der Rheinallee 111A. Auch der parteilose Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase nahm an den Feierlichkeiten teil.

Nach jahrelanger Planung sollen die Räume künftig von Kulturschaffenden, Vereinen und Initiativen genutzt werden. Die KULTURBÄCKEREI versteht sich als soziokulturelles Zentrum für Mainz und die Umgebung, als offener Ort für alle Bewohner:innen der Stadt und der Region. Es geht um Kreativität, Gemeinschaft und gemeinsames Gestalten – und um die etwas praktische Frage, wo solche Ideen eigentlich stattfinden können.

Mehr als 1.400 Quadratmeter für Kunst und Begegnung

Auf drei Ebenen stehen mehr als 20 Räume mit insgesamt über 1.400 Quadratmetern zur Verfügung. Helle Wände, hohe Decken, viele Fenster und neue Holzfußböden prägen das Gebäude. Manche Räume sind bereits mit Tischen und Stühlen eingerichtet, andere lassen sich flexibel gestalten. Neben großen offenen Flächen gibt es kleinere Zimmer für Besprechungen, Workshops und konzentriertes Arbeiten.

Zur Ausstattung gehören ein Musik-Kreativraum mit guter Akustik, eine Studiobühne mit Möglichkeiten für Bühnenbeleuchtung und eine Galerie mit Ausstellungsschienen. Das klingt zunächst nach Raumplanung, wird aber schnell konkret: Bei der Eröffnung wurden Konzerte, Theateraufführungen und Performances ebenso vorgestellt wie Workshops zur historischen kroatischen Schrift Glagoljica, Collagen-Workshops, Salsa-Tanz und digitales Licht-Graffiti.

Einige Räume werden dauerhaft von Kulturakteuren genutzt, darunter das LiteraturBüro Mainz e.V. und der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Rheinland-Pfalz im Bundesverband e.V. Weitere Räume bleiben für Projekte und Veranstaltungen verfügbar, können flexibel genutzt und gemietet werden.

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Treffpunkt für Stadtgesellschaft und freie Szene

Gedacht ist die KULTURBÄCKEREI als Treffpunkt für Vereine und Initiativen, als Arbeits- und Produktionsort für die freie Kunst- und Kulturszene sowie als Plattform für Inklusion, Austausch und gesellschaftliche Beteiligung. Auch kulturelle und politische Bildung sowie neue Ideen und Projekte aus der Zivilgesellschaft sollen hier Platz finden.

Das Zentrum stellt bezahlbare Räume zur Verfügung, entwickelt ein eigenes Programm und vernetzt Menschen und Initiativen. Im Mittelpunkt stehen kulturelle Teilhabe, demokratisches Miteinander und solidarisches Handeln. Besucher:innen sollen Veranstaltungen besuchen, eigene Ideen entwickeln, kreativ arbeiten und miteinander ins Gespräch kommen können. Nicht alles muss dabei geschniegelt und fertig daherkommen; manchmal beginnt ein Projekt eben an einem Tisch, zwischen zwei Stühlen und mit einer noch ziemlich vagen Idee.

Das Eröffnungsprogramm vom 23. bis 25. Oktober umfasste mehr als 50 Veranstaltungen. Auf dem Plan standen Konzerte, Theater, Tanz, Performances, Ausstellungen und Workshops. Für Mainz’ freie Szene war das damit nicht bloß ein Rundgang durch frisch renovierte Räume, sondern gleich ein ziemlich dichtes erstes Lebenszeichen.

Vom Garnisonsbackofen zum Kulturort

Das Gebäude wurde 1902 als Garnisonsbäckerei errichtet. Nach der Renovierung soll es langfristig als Kulturort genutzt werden. Wo einst Brot für die Garnison hergestellt wurde, sollen nun unterschiedliche Sparten der Kunst, Bildungsangebote, politische Diskussionen und zivilgesellschaftliche Projekte nebeneinander Platz finden.

Informationen zum Programm und zur Raumnutzung gibt es auf der Website der KULTURBÄCKEREI: kulturbaeckerei-mainz.de.