Uni Saarland, 4. Oktober 2026: Portugal bleibt in der Nations League auch ohne Cristiano Ronaldo makellos. Der Titelverteidiger gewann in Porto gegen Norwegen 2:1 (1:1) und steht damit vorzeitig im Viertelfinale. Vier Spiele, vier Siege, zwölf Punkte – Portugal führt die Gruppe an.

Norwegen ging in der 36. Minute durch Kristoffer Ajer in Führung. Sein Halbvolley war ein Traumtor. Lange hielt der Vorsprung allerdings nicht: João Cancelo glich zwei Minuten später mit einem Schuss von der Strafraumkante aus. In der 79. Minute traf Gonçalo Ramos erneut zum Sieg. Norwegens Erling Haaland blieb dabei weitgehend unauffällig.

Ronaldo fehlt – und Conceição fliegt

Portugals Rekordspieler und Rekordtorschütze Cristiano Ronaldo fehlte zum zweiten Mal seit seiner Abreise aus dem Trainingslager. Er hatte das Lager am Mittwoch vorzeitig verlassen, nachdem Trainer Jorge Jesus angekündigt hatte, ihn erneut auf die Bank zu setzen. Ronaldo war bereits im Hinspiel gegen Norwegen nicht eingesetzt worden und deutete dabei ein mögliches Ende seiner Karriere in der portugiesischen Nationalmannschaft an.

Ein Privatjet brachte ihn in der Nacht nach Madrid. Portugiesische Medien berichteten unterdessen, Jesus sei zu einem Versöhnungsgespräch bereit. Die Zeitung „A Bola“ nannte ein mögliches Treffen einen „Friedensgipfel“. Auf dem Platz wurde es kurz vor Schluss ebenfalls noch einmal hektisch: Francisco Conceição sah in der 86. Minute die Gelb-Rote Karte. Nach einer ersten Verwarnung hatte er dem Schiedsrichter den Daumen nach oben gezeigt – dafür gab es die zweite Gelbe Karte.

Niederlande setzen sich in deutscher Gruppe an die Spitze

In der deutschen Gruppe gewannen die Niederlande 2:1 (1:1) gegen Serbien und übernahmen die Tabellenführung. Dabei half ihnen das Unentschieden zwischen Deutschland und Griechenland. Teun Koopmeiners brachte Oranje in der 31. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß nach vorn. Mihajlo Cvetkovic köpfte vier Minuten später den Ausgleich.

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Joshua Zirkzee erzielte nach einer Kombination in der 72. Minute den Siegtreffer. Danach gab es auf beiden Seiten weitere Chancen, doch die Niederlande brachten den Vorsprung über die Zeit. Für Virgil van Dijk war die Partie ohnehin ein markanter Abend: Er bestritt sein 100. Länderspiel.

Österreich verteidigte derweil in seiner Nations-League-Gruppe die Tabellenführung. Im Kosovo kam die Mannschaft zu einem 1:1 (0:0). Hoffenheims Fisnik Asllani brachte den Kosovo in der 70. Minute in Führung, Joker Christoph Lang glich für Österreich in der Schlussphase aus – 85. Minute.

Was im Viertelfinale wartet

Die UEFA Nations League ist ein Wettbewerb für europäische Fußball-Nationalmannschaften und findet grundsätzlich im Zweijahresrhythmus statt. Die erste Austragung war die Saison 2018/19. Teilnehmen dürfen die 55 UEFA-Mitgliedsverbände. Eingeteilt werden die Mannschaften nach Leistungsstärke in Ligen; gespielt wird um den Nations-League-Titel, Aufstieg und Klassenerhalt, Abstieg sowie mögliche EM-Playoff-Plätze.

Bisher gab es die Ligen A, B, C und D, wobei Liga A die höchste Spielklasse ist. Die Nations League ist ein eigenständiger Wettbewerb und nicht die EM-Qualifikation. Ihre Ergebnisse können je nach UEFA-Reglement aber einen zusätzlichen Weg über EM-Playoffs eröffnen.

Der Wettbewerb besteht aus Gruppen- beziehungsweise Ligaspielen, Entscheidungs- und Relegationsspielen, Viertelfinale und Final Four. In der Saison 2024/25 umfassten die Ligen A, B und C jeweils 16 Teams, aufgeteilt in vier Vierergruppen. Jede Mannschaft spielte zweimal gegen jeden Gruppengegner, einmal zu Hause und einmal auswärts, also sechs Gruppenspiele. Die Platzierung entschied über K.-o.-Phase, Aufstieg, Klassenerhalt, Abstieg oder Relegationsspiele.

Seit der Saison 2024/25 gibt es in Liga A ein Viertelfinale. Die vier Gruppensieger und vier Gruppenzweiten qualifizieren sich, die Duelle werden mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Die vier Sieger erreichen das Final Four mit zwei Halbfinals, einem Spiel um Platz drei und dem Finale.

Portugal gewann das Finale 2024/25 am 8. Juni 2025 in München gegen Spanien im Elfmeterschießen. Es war nach 2019 der zweite Nations-League-Titel der Portugiesen. Frankreich besiegte Deutschland im Spiel um Platz drei mit 2:0.

Ein Übergangsjahr vor der großen Reform

Für die Saison 2026/27 passte die UEFA das System wegen der geplanten Umstellung auf drei Ligen ab 2028/29 an. In Liga A erreichen die Plätze eins und zwei das Viertelfinale. Die zwei besten Gruppendritten bleiben in Liga A, die zwei schlechtesten Gruppendritten und die zwei besten Gruppenletzten gehen in A/B-Playoffs. Die zwei schlechtesten Gruppenletzten steigen in Liga B ab.

In Liga B steigen die Gruppensieger in Liga A auf, die Gruppenzweiten spielen A/B-Playoffs, die Gruppendritten bleiben in Liga B und die Gruppenletzten treten in B/C-Playoffs an. In Liga C steigen die Gruppensieger in Liga B auf, die Gruppenzweiten erreichen die B/C-Playoffs; die Plätze drei und vier bleiben in Liga C. In Liga D steigen alle Mannschaften in Liga C auf. Diese Relegationsspiele schaffen zusätzliche Duelle zwischen Teams benachbarter Ligen.

Ab der Saison 2028/29 soll die Nations League von vier auf drei Ligen reduziert werden. Das UEFA-Exekutivkomitee genehmigte die Reform im Mai 2026. Liga A, B und C sollen jeweils 18 Mannschaften umfassen, grundsätzlich verteilt auf drei Gruppen mit je sechs Teams. Jede Mannschaft bleibt bei sechs Spielen, trifft aber auf fünf verschiedene Gegner: Gegen Teams aus anderen Lostöpfen gibt es jeweils ein Heim- oder Auswärtsspiel, gegen den Gegner aus demselben Lostopf wird zu Hause und auswärts gespielt. Viertelfinale, Final Four sowie Auf- und Abstiegs-Playoffs bleiben bestehen.

Die Saison 2026/27 dient dabei als Übergang zum Drei-Ligen-System. Ihre Platzierungen bestimmen, in welcher Liga die Mannschaften 2028/29 starten: Die Plätze 1 bis 18 kommen in Liga A, die Plätze 19 bis 36 in Liga B, die übrigen Mannschaften in Liga C. Das aktuelle Rennen entscheidet also nicht nur über die laufende Runde, sondern auch über die spätere Einteilung.

Der Wettbewerb wurde eingeführt, um sportlich wenig bedeutende Freundschaftsspiele zu reduzieren und Nationalmannschaften häufiger gegen Gegner vergleichbarer Stärke antreten zu lassen. Titel, K.-o.-Phase, Aufstieg, Klassenerhalt, Abstieg und mögliche Playoffs hängen damit an einzelnen Abenden. Die Nations League findet nicht jährlich statt; bisherige Ausgaben waren 2018/19, 2020/21, 2022/23 und 2024/25. Eine Ausgabe kann sich über mehrere Kalenderjahre und Länderspielfenster erstrecken.

Mit der Europameisterschaft ist der Wettbewerb trotzdem nicht gleichzusetzen. Die Nations League arbeitet mit einem Ligensystem, die EM ist ein Endturnier zur Ermittlung des Europameisters. In der Nations League sind Auf- und Abstieg möglich, bei der EM nicht. Der Nations-League-Sieger ist außerdem nicht automatisch für die nächste EM qualifiziert; die reguläre EM-Qualifikation bleibt der wichtigste Weg. Nicht direkt qualifizierte Mannschaften können unter bestimmten Voraussetzungen über Nations-League-Playoffs eine zusätzliche EM-Chance erhalten. Welche Teams das betrifft, hängt vom jeweiligen EM-Qualifikationssystem und den bereits qualifizierten Mannschaften ab. Platzierungen können zudem spätere Rankings, Setzlisten und Qualifikationen beeinflussen.

Deutschland spielte 2024/25 in Liga A, Gruppe 3 gegen die Niederlande, Ungarn sowie Bosnien und Herzegowina, gewann die Gruppe und erreichte das Viertelfinale. Gegen Italien setzte sich die deutsche Mannschaft durch und qualifizierte sich erstmals für das Final Four. Dort verlor sie im Halbfinale gegen Portugal mit 2:3. Im Spiel um Platz drei unterlag Deutschland Frankreich 0:2 und belegte den vierten Platz. Portugal, der aktuelle Titelträger, gewann die Nations League 2024/25 gegen Spanien im Elfmeterschießen und damit den zweiten Titel nach 2019. Automatisch für die nächste EM oder WM qualifiziert der Erfolg nicht – Auswirkungen auf Playoffs, Rankings oder Setzlisten kann er je nach UEFA-Reglement trotzdem haben.