Technologie trifft Chemie: An der Universität des Saarlandes wird es spannend. Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Werkzeuge gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Chemieforschung und -industrie. Zwei Professorinnen der Universität, Tanja Gulder (Chemie) und Andrea Volkamer (Informatik), haben ein innovatives Lehrkonzept entwickelt, das den Studierenden bereits frühzeitig die Grundlagen von datenbasierten Verfahren näherbringt. Dieses Projekt wird mit 80.000 Euro vom Fonds der Chemischen Industrie (FCI) gefördert, der insgesamt 1,6 Millionen Euro in die Data Science innerhalb des Chemie-Studiums investiert, um die zukünftigen Anforderungen der Wissenschaft und Industrie zu berücksichtigen.

Das Lehrkonzept zielt darauf ab, den Studierenden nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern sie auch praktisch auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten. Im Bachelor-Grundpraktikum werden die wichtigsten Kenntnisse über Datenmanagement und maschinelles Lernen eingeführt. Ein wichtiger Bestandteil dieses Ansatzes sind die FAIR-Prinzipien des Forschungsdatenmanagements, die sicherstellen, dass Daten auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar sind.

Von der Theorie zur Praxis

Im Fortgeschrittenen-Praktikum dürfen die Studierenden in die spannende Welt von Datenbanken, KI und Programmierung eintauchen. Hier liegt der Fokus darauf, große Datenmengen auszuwerten und komplexe Muster zu erkennen. Dieses praktische Wissen wird durch eine zusätzliche Förderung von 20% der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät der Universität unterstützt.

Doch die Zusammenarbeit beschränkt sich nicht nur auf die eigene Hochschule. Gulder und Volkamer arbeiten auch an einem weiteren Forschungsprojekt zur digitalen Chemie in Kooperation mit der Universität Leipzig. Solche Initiativen sind besonders wichtig in einem Zeitgeist, in dem die klassischen Ausbildungsansätze nicht mehr ausreichen.

Daten als Schlüssel zur Zukunft

Die Integration computergestützter und KI-basierter Ansätze geht über die Chemie hinaus. So befasst sich etwa das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit der Entwicklung einer berufsbildungsbezogenen Datenwissenschaft. Angesichts der rasant sich ändernden Ausbildungs- und Arbeitsmarktbedingungen sind neue Datenanalysemethoden vonnöten. Alte sozialwissenschaftliche Ansätze stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Daher wird der Fokus auf die Analyse unstrukturierter Datenquellen wie Stellenanzeigen und Social-Media-Daten gelegt, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Das BIBB erkennt die Notwendigkeit für interdisziplinären Dialog zwischen Sozialwissenschaften und Informatik. Hierbei spielen die kontinuierliche Weiterentwicklung von Verfahren zur Datenanalyse, Datenmodellierung und Datenvisualisierung eine Schlüsselrolle. Aktuelle Schwerpunkte sind der Aufbau einer geeigneten Infrastruktur und die kritische Reflexion von Künstlicher Intelligenz sowie von Large Language Models (LLMs) als Forschungsmethoden. Die Bereitstellung neuer Datensätze erfolgt gemäß den F.A.I.R.-Prinzipien, wodurch die Grundlage für eine datengestützte Zukunft gelegt wird.

Diese Initiativen verdeutlichen, wie wichtig es ist, den jungen Chemiker*innen und den Fachkräften von morgen die benötigten Werkzeuge an die Hand zu geben. Wenn es darum geht, aktuelle Herausforderungen im Beruf und auf dem Arbeitsmarkt zu meistern, sind digitale Kompetenzen unentbehrlich.

Mehr Informationen zu den Initiativen finden Sie unter Universität des Saarlandes und BIBB.