Auf dem Universitätsplatz in Halle beginnt heute ein neues Studienjahr: Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) begrüßt ihre neuen Studierenden bei der Immatrikulationsfeier bis 16 Uhr. Zum Studienjahr 2026/27 haben sich 4.004 Erstsemester eingeschrieben. Damit bleibt die Zahl der Studienanfänger im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Insgesamt sind 18.467 Studierende an der MLU eingeschrieben. Zuvor war die Gesamtzahl mit rund 18.500 angegeben worden. Im Bereich Lehramt beginnen bislang 760 Erstsemester ihr Studium. Der Anteil ausländischer Studierender liegt bei 9,6 Prozent.

Psychologie bleibt besonders gefragt

Die Zahlen sind noch vorläufig. Die endgültigen Angaben werden nach dem amtlichen Stichtag für die Hochschulen in Sachsen-Anhalt am 31. Oktober 2026 erwartet.

Unter den 41 grundständigen Studiengängen mit universitärem Numerus clausus war erneut der Bachelorstudiengang Psychologie mit 180 Leistungspunkten am gefragtesten: Mehr als 1.200 Bewerbungen gingen für 91 Studienplätze ein. Auch auf Masterebene war die Nachfrage groß. Bei den 21 Masterprogrammen mit universitärem Numerus clausus entfielen 1.764 Bewerbungen auf 25 Plätze im Master Klinische Psychologie und Psychotherapie.

Zum Psychologie-Bachelor gehören drei berufspraktische Einsätze: das Forschungsorientierte Praktikum I, auch Experimentalpsychologisches Praktikum genannt, das Orientierungspraktikum und die Berufsqualifizierende Tätigkeit I.

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Das Forschungsorientierte Praktikum I umfasst 6 Leistungspunkte und 180 Stunden. Es vermittelt grundlegende Erfahrungen im wissenschaftlichen Bereich, findet an Forschungseinrichtungen der Hochschule statt und wird in Kleingruppen unter qualifizierter Anleitung durchgeführt.

Beim 5 Leistungspunkte und 150 Stunden umfassenden Orientierungspraktikum lernen die Studierenden psychologische Berufsfelder kennen. Außerdem erhalten sie erste Einblicke in berufsethische Prinzipien sowie in institutionelle, rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen psychologischer Einrichtungen.

Die Berufsqualifizierende Tätigkeit I ist mit 8 Leistungspunkten und 240 Stunden angelegt. Sie ermöglicht einen vertieften Einblick in psychologische Berufsfelder, vermittelt Kenntnisse über institutionelle, strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen und nimmt interdisziplinäre Arbeitsabläufe zwischen verschiedenen Berufsgruppen in den Blick. Dazu kommen grundlegende Kommunikationskompetenzen im Umgang mit Patientinnen, Klientinnen und Mitarbeitenden anderer Berufsgruppen.

Das Orientierungspraktikum und die Berufsqualifizierende Tätigkeit I sollen in der Regel in Einrichtungen stattfinden, die praktische psychologische Erfahrungen im Umgang mit Menschen ermöglichen. Alle Praktika können auch an Einrichtungen im Ausland absolviert werden. Wer einen Master mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie und anschließend eine Approbation anstrebt, muss bei beiden Außenpraktika besondere Anforderungen beachten; geregelt sind sie in der Studien- und Prüfungsordnung.

Stadt und Universität planen gemeinsam

Unmittelbar vor der gemeinsamen Begrüßung der Erstsemester unterzeichneten MLU-Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker und Halles Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt den Maßnahmenplan für das Studienjahr 2026/27.

Der Plan ist Bestandteil der 2024 erneuerten Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Universität. Er legt den Rahmen für die Zusammenarbeit und gemeinsame strategische Ziele fest. Auf der Liste stehen die Sicherung von Fachkräften, die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie eine inklusive, zukunftsfähige und klimagerechte Stadtentwicklung.

Hinzu kommen die europäische Ausrichtung der Stadtentwicklung und der gemeinsame Umgang mit sozialen, ökologischen und ökonomischen Veränderungen im Strukturwandel. Für die neuen Studierenden dürfte derweil erst einmal anderes zählen: ankommen, den richtigen Hörsaal finden, Namen merken – und vielleicht irgendwo noch einen Kaffee erwischen.