Industriekultur neu entdecken: Neues Bildungsprojekt im Revier startet!
In einer Welt, die ständig im Wandel ist, möchte der Branchenverband Steinkohle und Nachbergbau e.V. die wechselvolle Geschichte der Industrialisierung und des Nachbergbaus für jüngere Generationen aufbereiten. Geplant ist ein neues Bildungsangebot, das nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Bürger über die industriellen Wurzeln und die Herausforderungen der Region informieren soll. Dies berichtet news.rub.de.
Unterstützend wirkt der Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte und Public History unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Bunnenberg. Eine Schlüsselentdeckung machte dabei die Masterstudentin Jana Lena Jünger, die herausfand, dass eine veraltete Broschüre nicht mehr alle relevanten Aspekte der Industriegeschichte wiedergegeben hat. Dies führte dazu, dass der Verband die Überarbeitung sowie die Neuerstellung von Webseite und Unterrichtsmaterialien in Auftrag gab.
Das Projekt „Geschichten im REVIER“
Mit dem Start des Projektes „Geschichten im REVIER“ im Jahr 2026, das über einen Zeitraum von vier Jahren laufen wird, soll die Industriegeschichte umfassend und zeitgemäß vermittelt werden. Michael Weberink, der Geschäftsführer des Verbands, hebt die anhaltende Bedeutung der Bergbauindustrie für die Region auch nach der Schließung der Steinkohlenförderung im Jahr 2018 hervor. Dabei wird nicht nur die Geschichte glorifiziert, sondern auch unbequeme Narrative behandelt, wie die Umweltfolgeschäden, die durch die Industrialisierung verursacht wurden.
Um sicherzustellen, dass die neuen Materialien auch tatsächlich den Bedürfnissen der Lehrkräfte und Schüler entsprechen, werden diese in Workshops getestet, bevor sie veröffentlicht werden. Geplante Formate haben das Potenzial, die Wissensvermittlung auf unterschiedliche Weisen zu fördern – von Abendveranstaltungen bis hin zu Citizen-Science-Projekten.
Verfügbarkeit von Unterrichtsmaterialien
Passend zu den Bildungszielen bietet das Bildungsfeld „Industrialisierung“ auch umfangreiche Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte an, die in Schulfächern wie Geschichte eingesetzt werden können. Diese Materialien sind für verschiedene Klassenstufen, insbesondere für die Sekundarstufe I, konzipiert und können sofort heruntergeladen werden. Die Inhalte orientieren sich am Lehrplan der jeweiligen Bundesländer, beispielsweise Sachsen.
Die Unterrichtseinheiten sind auf unterschiedliche Zeitrahmen von 45 bis 90 Minuten ausgelegt, was Flexibilität bei der Integration in den Unterricht ermöglicht. Weniger aufwendige technische Voraussetzungen machen die Materialien für viele Schulen zugänglich und nutzbar. Der Bestand an Materialien wächst kontinuierlich durch Einsendungen von Mitgliedern, was die Angebotspalette stetig erweitert. Interessierte Lehrkräfte haben zudem die Möglichkeit, Teil einer Lehrkräfte-Community zu werden und sich aktiv an der Gestaltung der Materialien zu beteiligen, die in der Bildungslandschaft hoch im Kurs stehen.
Das Engagement des Branchenverbands und die Unterstützung des Lehrstuhls stellen eine vielversprechende Initiative dar, die es möglich macht, die historischen Wurzeln der Region neu zu entdecken und für die zukünftigen Generationen aufzubereiten. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Bildung könnte einen spannenden Beitrag zum Verständnis der regionalen Geschichte leisten.
