Königsbrücker Straße im Umbau: Dresden investiert 87,5 Millionen Euro in Gleise, Radwege und Bäume
Seit Anfang September 2026 wird an der Königsbrücker Straße in Dresden gebaut. Offiziell begann die Sanierung am 8. September. Vorausgegangen war eine jahrzehntelange Debatte über die umstrittene Erneuerung der Straße – nun stehen zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee auf knapp 1,6 Kilometern Bagger, Bauzäune und neue Leitungspläne im Mittelpunkt.
Für Anwohner und Gewerbetreibende gibt es ab Dienstag, 22. September, einen direkten Anlaufpunkt am Albertplatz. Im kleinen runden DVB-Häuschen an der Haltestelle, das zuvor als Karriere-Punkt der DVB genutzt wurde, beantwortet die Bauoberleitung Fragen und bespricht individuelle Anliegen. Geöffnet ist dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 14 Uhr. Der ursprünglich für den 15. September geplante Start des Infopunkts wurde wegen technischer Störungen verschoben.
Was jetzt gebaut wird
Erneuert werden die Fahrbahn, die Straßenbahngleise, Geh- und Radwege sowie sämtliche Versorgungsleitungen. An den ersten Stellen laufen bereits Gleis- und Weichenarbeiten am Albertplatz und in der Antonstraße. Auch das Gleisdreieck, ein Gleisbogen und die Weichensteuerung sind betroffen.
Zwischen Schwepnitzer Straße und Eschenstraße wird das Baufeld für ein unterirdisches Gleichrichterunterwerk mit integrierter Trafostation vorbereitet. Dafür stehen Baufeldfreimachung, Kampfmittelsondierungen, Oberflächenaufbruch, Suchschürfe und Medienarbeiten an. Das Unterwerk wird später unterirdisch gebaut und zur Straße hin abgedeckt. Tiefbau- und Leitungsarbeiten gibt es außerdem in Gehwegbereichen zwischen Albertplatz und Katharinenstraße sowie zwischen Scheunenhofstraße, Eschenplatz und Schauburg.
Die Investitionssumme liegt bei rund 87,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für April 2030 geplant – ein langer Atem ist also gefragt. Beteiligt sind die Dresdner Verkehrsbetriebe, SachsenEnergie, die Stadtentwässerung Dresden, Telekom und Vodafone. SachsenEnergie erneuert Leitungen für Strom, Fernwärme, Trinkwasser, Fernmeldetechnik und Gas.
Änderungen im Verkehr
Zu Beginn gibt es vor allem Einschränkungen für Gehwege und den Parkverkehr. Fußgänger werden durch das Baufeld geführt, Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen können zunächst weiter über die Königsbrücker Straße fahren. Während der Bauzeit soll der Verkehr grundsätzlich halbseitig laufen; möglichst bleibt in jeder Richtung eine Fahrspur offen. Falls nötig, führen Umleitungen über Tannenstraße, Kamenzer Straße, Bischofsweg, Schönbrunnstraße und Eschenstraße. Diese Strecken wurden bereits im Herbst 2025 ertüchtigt.
Am Montagabend, 28. September 2026, wird der Straßenbahnbetrieb zwischen Albertplatz und Bischofsweg eingestellt. Für Fahrgäste fährt dann ein Schienenersatzverkehr. Die Linien 7 und 8 werden über die Großenhainer Straße und die Fritz-Reuter-Straße umgeleitet, während die Linie 13 zunächst regulär unterwegs bleibt.
Vom 28. bis 30. September wird außerdem nachts zwischen 22 und 5 Uhr die Fahrleitung zwischen Bischofsweg und Albertplatz demontiert. Dafür wird die Königsbrücker Straße vollständig gesperrt. Wer dort sonst schnell noch „nur kurz“ durchfährt, sollte sich in diesen Nächten besser eine andere Strecke suchen.
Mehr Platz für Räder, Bäume und Haltestellen
Nach dem Umbau bleibt je Fahrtrichtung eine durchgängige Kfz-Fahrspur. Das bisherige Pflaster wird durch Asphalt ersetzt. Die Gleise werden für breitere Stadtbahnwagen ausgebaut, wodurch die Beförderungskapazität steigt. Zwischen Albertplatz und Katharinenstraße ist ein separates Bahngleis vorgesehen, zwischen Katharinenstraße und Bischofsweg ein gemeinsamer Verkehrsraum von Straßenbahn und Kfz. Zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee fährt die Straßenbahn wieder auf einem separaten Gleis.
Durchgehende Radwege in beide Richtungen und Radfahrstreifen auf der Königsbrücker Straße sollen den Radverkehr ordnen. Auf dem Bischofsweg sind wegen des begrenzten Verkehrsraums Schutzstreifen geplant. Im Baubereich liegen acht Straßenbahnhaltestellen; ihre Fahrgastunterstände werden begrünt. Neue Gleise mit dämpfenden Unterlagen und der neue Straßenbelag sollen den Schall reduzieren.
Geplant sind 133 neue Bäume, darunter 52 Ulmen und 43 Silber-Linden. Dazu kommen unter anderem Rot-Ahorn, Felsenbirne, Blauglockenbaum und Esche. Die kleine und große Flatterulme bei der Königsbrücker Straße 49 bleiben erhalten. Alle Haltestellen, Fußwege und gesicherten Querungsstellen sollen barrierefrei werden. Bänke, Fahrradbügel und drei Trinkbrunnen gehören ebenfalls zur künftigen Ausstattung; ortsübliche, einheitliche Materialien sollen erhalten und wiederverwendet werden.
Plätze, Stellplätze und Informationen
An der Königsbrücker Straße Süd sind 109 Stellplätze, drei Ladezonen und drei Behindertenstellplätze vorgesehen. Am Bischofsweg kommen fünf Taxistellplätze, eine Ladezone und ein Behindertenstellplatz hinzu. Der Bereich vor der Post erhält Bäume, Bänke und einen Trinkbrunnen.
Zwischen Scheunenhofstraße und Eschenstraße entsteht eine verkehrsberuhigte Platzfläche mit Bäumen, Bänken, Fahrradbügeln und Trinkbrunnen. Außerdem sind Außensitzflächen der Gastronomie und künstlerische Elemente vorgesehen. Bis dahin bleibt dort allerdings erst einmal Baustellenalltag: Absperrgitter, Umwege, offene Flächen – und vermutlich die eine oder andere genervte Frage nach dem schnellsten Weg.
Weitere Informationen gibt es über einen Newsletter und online unter www.dresden.de/koebrue. Der Infopunkt am Albertplatz ist dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 14 Uhr besetzt.
